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Band XXI (2003) Spalten 1205-1206 Autor: Ekkart Sauser

REIMER, Jacobus: Benediktiner, Erzabt von St. Peter, Salzburg, * 1877 in Mauerkirchen/Oberösterreich, † 7.10. 1958 in Oberwang. - Seine Gymnasialausbildung erhielt R. bei den Jesuiten auf dem Freinberg bei Linz. Von dort erhielt er schon früh eine ausgesprochene Prägung. Seinem Wunsch, bei den Jesuiten einzutreten, wurde von der Ordensleitung nicht entsprochen. So ging er zum Theologiestudium nach Innsbruck, lernte hier Lehramtskandidaten aus dem Benediktinerstift von Seitenstetten, Diözese St. Pölten, kennen und entschloß sich rasch, in Seitenstetten einzutreten. Dies geschah im Jahre 1901 am 31. Juli 1904 wurde er im Dom zu St. Pölten zum Priester geweiht. R. studierte auch in Innsbruck für das Lehramt in Germanistik, klassische Philologie und Französisch und promovierte 1908 zum Doktor der Philosophie "sub auspiciis imperatoris". Sogleich wurde er Lehrer am Stiftsgymnasium zu Seitenstetten, Konviktspräfekt und schließlich Konviktsdirektor. Sehr bald stellte sich heraus, daß R. auch in wirtschaftlichen Dingen sehr geschickt war, was zusammen mit seiner asketischen Strenge für seine künftige Laufbahn sehr ausschlaggebend werden sollte. - Als im Jahre 1928 eine apostolische Visitation des Benediktinerstiftes Lambach bei Wels in Oberösterreich die Notwendigkeit eines Abtkoadjutors für den greisen Abt Cölestin Baumgartner ergeben hatte, fiel die Wahl auf R. - Am 25. Juli 1928 fand die Abtweihe und Amtseinführung als Abtkoadjutor von Lambach statt. Seine Tätigkeit dort dauerte nicht lange. - Als die Erzabtei von St. Peter in Salzburg 1931 apostolisch visitiert wurde, mußte der berühmte Erzabt Petrus Klotz resignieren und R. wurde sein Nachfolger. Während seiner Abtzeit bis 1956 mußte er während des Zweiten Weltkrieges die wohl schwerste Zeit dieses Klosters erleben. Es gelang ihm, schon vor 1938 die wirtschaftliche Gefährdung von St. Peter zu überwinden, den Geist des Klosters zu beleben und nach 1945 wieder neue Impulse zu geben. R. erlangte so in der Geschichte der Benediktinerklöster in Österreich einen ausgezeichneten Ruf als Reformabt und Retter in großen Nöten. Lambach und St. Peter in Salzburg vermochte er zu retten. - Völlig verbraucht resignierte er 1956 und zog sich nach Oberwang zurück.

Lit.: Hermamn Friedrich: Erzabt Jakob Reimer, in: ÖBK (Hrsg.), Deo et fratribus. Kolleg St. Benedikt 1926-1976, 27, 28; - E. Tisch: Abt Theodor Springer (1920-1958) und die monastische Reform in Seitenstetten, Dipl. Arbeit, Theol. Fak. der Univ. Salzburg, 1995, 85-86.

Ekkart Sauser

Letzte Änderung: 21.05.2002