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Band XXXI (2010) Spalten 1133-1135 Autor: Martin Lätzel

ROSA (auch: Rose], Bernardus [eigentlich: Johannes Christoph], Zisterzienserabt, * 24. Juni 1624 Glogau, † 1. November 1696 Grüssau/ Niederschlesien. Johannes Christoph Rosa wird 1624 in Glogau geboren, seine Mutter ist Sabina Groß, sein Vater Johann Peter Rose steht im Dienst des Domkapitels von Glogau. Er stirbt schon 1637. R. besucht die Lateinschule in Glogau, unterbrochen 1639 durch die vorübergehende Flucht nach Polen vor den schwedischen Truppen. Ab 1641 weilt er zum Studium der Rhetorik in Breslau, später dann in Köln (1644-1646 mit dem Magisterabschluß). R. entschließt sich, Theologie in Rom zu studieren, was eine Erkrankung verhindert, deswegen Studium in München. 1647 tritt er in das Priesterseminar Neiße ein, als Lehrer bekommt er dort unter anderem Sebastian von Rostock, später Fürstbischof von Breslau. 1649 tritt Rosa ins Zisterzienserkloster Heinrichau ein und nimmt den Ordensnamen Bernardus an. Schon bald (1653) wird er daselbst Prior und Novizenmeister. Bereits in dieser Funktion vermittelt er im Exemtionsstreit zwischen dem Bischof in Breslau und den schlesischen Zisterziensern, der 1677 nicht zuletzt durch den Einfluß Rosas beigelegt wird. 1660 wird er zum Abt von Grüssau gewählt. 1661 schließlich gelingt ihm die Pilgerreise nach Rom. Abt Bernardus leitet eine umfassende Kloster-, Bildungs- und Wirtschaftsreform ein. Vom Generalabt des Ordens wird er 1673 zum Visitator für Schlesien ernannt, ein Jahr später als außerordentlicher Visitator für Polen. Rosa ist Führer der katholischen Stände bei den Landtagen der Fürstentümer Schweidnitz und Jauer. Für seinen Einsatz um den Orden verleiht der Generalabt Rosa den Ehrentitel "Decus Germaniae". Ein besonderes Verdienst seines Wirkens in Grüssau ist die Förderung der Barockkunst in Schlesien, die Einrichtung künstlerischer Werkstätten in Grüssau, besonders die Beautragung seines Freundes, dem Barockmaler Michael Willmann, der die Grüssauer Josephskirche mit einem Freskenzyklus ausgestaltet. In der Amtszeit Rosas werden über 20 Kirchen wurden im Stiftsland errichtet. Strittig ist seine Rolle in der Gegenreformation. Zwar ist ihm keine offene Vertreibung Bekehrungsunwilliger vorzuwerfen (die auch verboten gewesen wäre), aber er verhängt durchaus Sanktionen (z.B. Einkerkerungen), die ihm eine Klage bei Kaiser Leopold I. einbringen. Rosa verfaßt geistliche Schriften, Gebetbücher und ist ein Freund von Angelus Silesius (Johann Scheffler). 1669 gründet Bernhard Rosa die mildtätige Grüssauer Josephsbruderschaft. In der Amtszeit Abt Rosas ist Grüssau kultureller und geistiger Mittelpunkt Schlesiens.

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Lit.: Franz Winter, Die Zisterzienser des nordöstlichen Deutschland. 3 Bände, Gotha 1868-1871; - Joseph Jungnitz, Sebastian von Rostock. Bischof von Breslau, Breslau 1891; - Colmar Grünhagen, Geschichte Schlesiens. Bd. 2, Gotha 1896; - Heinrich Nentwig, Zum Exemtionsstreit zwischen den Bischöfen von Breslau und den Zisterzienseräbten in Schlesien, Breslau 1907; - Franz Mahner, Beiträge zur Wirtschaftsgeschichte des Cistercienser-Klosters Grüssau in Schlesien, Hildesheim 1913; - Dietrich Mail, Michael Willmann. Ein Beitrag zur Barockkunst Schlesiens, Straßburg 1914; - Nikolaus von Lutterotti, Abt Bernhard Rosa von Grüssau als Förderer der Wartha-Wallfahrt, in: Frankenstein-Münsterberger Zeitung 2-3/1927 [Beilage: Unsere Heimat. Monatsblätter für Heimatkunde und Heimatkultur]; - Paul Bretschneider, Das Gründungsbuch des Klosters Heinrichau, Breslau 1927; - Gregor Müller, Vom Cistercienser-Orden, Bregenz 1927; - Nikolaus von Lutterotti, Abt Bernhard Rosa, in: Schlesische Lebensbilder. Band 3, Breslau 1928, 89-95; - Nikolaus von Lutterotti, Vom unbekannten Grüssau, Grüssau 1928 [Heilige Zeiten und Orte 1] [Neubearb. 3. Aufl. Wolfenbüttel 1962]; - Günther Grundmann, Schlesische Architekten im Dienste der Herrschaft Schaffgotsch und der Propstei Warmbrunn, Straßburg 1930; - Ernst Kloß, Michael Willmann. Leben und Werke eines deutschen Barockmalers, Breslau 1934; - Paul Knauer, Klosterleben und Klosterreform der schlesischen Zisterzienser in der Zeit der Reformation und Gegenreformation, in: Archiv IV (1939), 239-252; - Franciscus Hanus, Die ältere Geschichte der Zisterzienser-Abtei Leubus in Schlesien bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts, Washington 1947; - Adolf Gessner, Abtei Rauden in Oberschlesien, Kitzingen 1952 [Quellen und Darstellungen zur schlesischen Geschichte. Bd. 2]; - Erwin Nadolny, Die Siedlungsleistung der Zisterzienser im Osten, Würzburg 1955; - Günther Grundmann, Schlesische Barockkirchen und Klöster, Lindau - Konstanz 1958; - Ludwig Lékai / Ambrosius Schneider, Geschichte und Wirken der Weissen Mönche. Der Orden der Cistercienser, Köln 1958; - Abt Bernardus Rosa von Grüssau. Nach Notizen des P. Nikolaus von Lutterotti. Bearb. und hrsg. von Ambrosius Rose, Stuttgart 1960 [Die Dominsel 4]; - Arno Lubos, Geschichte der Literatur Schlesiens. Band 1, München 1960; - Norbert Conrads, Schlesiens frühe Neuzeit, in: 178-344, in: Ders. (Hrsg.), Deutsche Geschichte im Osten Europas. Schlesien, Berlin 1994; - Hans Jessen, Kloster Heinrichau. Ein Beispiel der Besiedlung Schlesiens, Kitzingen o.J.

Martin Lätzel

Letzte Änderung: 09.04.2011