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Verlag Traugott Bautz
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ROSENIUS, Carl Olof, schwed. Erweckungsprediger, * 3.2. 1816 in Nysätra bei Umea im schwed. Norrland, + 24.2. 1868 in Stockholm als Sohn eines Pastors, der der pietistischen Bewegung der sog. »Läsare« (Leser) nahestand, einer Bibellese-Bewegung im Norden Schwedens. Mit 15 Jahren erlebte R. eine entscheidende Begegnung mit Gott und schloß sich den »Lesern« an. Fortan strebte er den Pastorenberuf an. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Härnösand begann er das Theologiestudium in Uppsala, das er infolge Krankheit unterbrechen mußte und später nicht wieder aufnahm. Der Gesetzespietismus führte ihn in eine religiöse Krise, aus der er erst durch die Lektüre luth. Schriften und des Römerbriefes und der daraus abgeleiteten Erkenntnis unverdienter Gnade herausfand. Die Begegnung und folgende Freundschaft mit dem engl. Methodistenprediger George Scott in Stockholm entfachte in R. neue geistige Kräfte. Beide hielten erweckliche Andachten. Scott gründete die Missionszeitschrift »Der Pietist«, die nach dessen Ausweisung aus Schweden von R. weitervertrieben wurde und immer höhere Auflagen erreichte. 1834 redigierte R. die »Missionszeitung« und war 1856 Mitbegründer der »Evangeliska Fosterlands-Stiftelsen« (EFS - Evangelische Vaterlands-Stiftung), die im Sinne der Inneren und Äußeren Mission tätig war und zahlreiche Missionsvereine und Bethäuser in Schweden errichtete. Die Arbeit war geprägt von Prinzipien der schottischen Freikirche und angloamerik. Arbeitsmethoden, allerdings in bewußter Einordnung in die schwed. Volkskirche. In Anlehnung an die deutsche Innere Mission wurde ab 1851 das erste von vier Diakonissenhäusern errichtet. - R. führte zahlreiche Predigtreisen durch und verfaßte mehrere Schriften erbaulichen Inhalts. Bekannt wurde er in Skandinavien aber vor allem durch seine umfangreiche seelsorgerliche Tätigkeit. R. war der luth. Gnaden- und Versöhnungslehre verpflichtet und predigte das »süße Evangelium«. Demgegenüber treten bei ihm der gesellschaftliche und der soziale Aspekt des Evangeliums zurück.
Werke: Klar og usvegelig Veiledning til Fred (Klare und untrügliche Anleitung zum Frieden, Stockholm 1814, Uppsala 1966, Stuttgart 1967; Wegweiser zum Frieden, Berlin 1986); Geheimnisse in Gesetz und Evangelium, 4 Bde, Stockholm 1879; Dein Wort erquickt mich, Elmshorn 1974; Tägliches Seelenbrot, Elmshorn 19777.
Lit.: A. J. Johannson, Frälsningbegreppet hos R., 1936; - J. Homgren, Norrlandsläseriet, 1948; - S. Lodin, C. O. R., 1956; - S. Gustafsson, Nyevangelismens kyrkokritik, 1962; - T. Lindholm, C. O. R., som teolog, 1972; - G. Westin, Der Weg der freien christl. Gemeinden durch die Jh.e, 1956; - RGG3, V, 1183 f.
J. Jürgen Seidel
Literaturergänzung:
2009
Sven Lodin, C.O.R. - der schwed. Erweckungsprediger. Hrsg. von Jochen Eber. Groß Oesingen 2009.
Letzte Änderung: 23.07.2009