|
Verlag Traugott Bautz
|
![]() |
|
|
||||
|
|
||||
|
|
||||
|
|
SACHS, Hans, Handwerker, Dichter, Laientheologe, * 5.11. 1494 in Nürnberg, † 19.1. 1576 in Nürnberg. Sachs' Vater Jörg war (wahrscheinlich von Zwickau) nach Nürnberg übergesiedelt und hatte dort 1490 das Bürgerrecht erworben (Archiv. Quellen, 1976, 1). 1490 hatte er Christina, die Witwe des Schneidermeisters Prunner, geheiratet. Hans ist das einzige Kind aus dieser Ehe. Nach Sachs' Versen in dem Schwank "Ursach der feindtschafft zwischen den schneydern und der geiß" (KG 9,276) übte auch der Vater das Schneiderhandwerk aus. Von 1501 bis 1509 besuchte Hans Sachs eine der vier städtischen "Lateinschulen" Nürnbergs, wahrscheinlich die Schule des neuen Heilig-Geist-Spitals. Während seiner für den Sohn eines Handwerkers ungewöhnlich langen Schulzeit von acht Jahren wurde ihm Unterricht in "puerilia" (Anfangsdisziplinen Lesen und Schreiben ), "grammatica" (Latein), "musica" (Singübungen für den Chor), in Rhetorik und Dialektik, also in den Disziplinen des Triviums und in Chormusik, erteilt. Von 1509 bis 1511 ging er bei einem Schuhmacher in die Lehre. 1511 begann die fünfjährige Wanderschaft des Gesellen, die ihn u.a. nach Regensburg, Passau, Braunau, Wels, Salzburg, München und Würzburg, Frankfurt, Koblenz, Köln und Aachen führte (KG 21, 338). Am 30.1. 1520 wurde dem Schuhmacher Hans Sachs das Meisterrecht verliehen (Archiv. Quellen, 1976, 3). Seinen Handwerksbetrieb führte der Dichter mindestens bis 1545, wie H. Brunner (1977, S. 344ff.) nachgewiesen hat. Wenige Monate vor der Meisterrechtsverleihung, am 9.9.1519, heiratete er die 17jährige Kunigunde Creutzer. Als Heiratsgut erhielt Hans von seinen Eltern die Erbschaft ihres Hauses in der Kotgasse (Archiv. Quellen, 1976, 10). Zeitweilig besaß der zu Wohlstand gekommene Schuhmacher noch drei weitere Häuser. Kunigunde gebar sieben Kinder, die das Ehepaar alle überlebte (KG 21, 339, 16f.). Nach dem Tode seiner Ehefrau im März 1560 heiratete Sachs am 2.9.1561 die vierzig Jahre jüngere Witwe Barbara Endres, geb. Harscher (A. Bauch, 1876, 35; Archiv. Quellen , 1976, 7), die nur wenige Jahre nach seinem Tode 1583 verstarb. Schon während seiner Schuhmacherlehre faszinierte Sachs die Dichtkunst, vor allem der Meistergesang, der im kulturellen Leben der Stadt bereits Tradition hatte. Der Leinwebergeselle Lienhardt Nunnenbeck, namhafter Meistersinger, führte den Schuhmacherlehrling in das Regelwerk des Meistergesangs ein (KG 21, 338; KG 23, 107). Für Sachs' geistige Entwicklung und die Entstehung seines dichterischen Werkes ist ein weiterer Umstand von Bedeutung. Im Schlußgedicht seines 11. Spruchbuches (1557) bekennt Sachs, daß er in seiner "ersten jugent" zwar "naigung zv wolüest mancherley" verspürt, aber erkannt habe, dass solche "kurczweil ... sünd vnd laster" brächten. Stattdessen habe er "erwelt", Bücher zu lesen (KG 23, 133). In der "Suma" des MG 15 (Stadtarchiv Zwickau, Bl. 350v) bekundet er 1556 seine Freude am Lesen: "mein kurz weil ist gewesen // Erstlich puecher zv lesen // gaistlich weltlich darpey // Der historien mancherley // Sunderlich der poeten // Die mich hoch frewen deten". Die für ihn bezeichnende Doppelrolle des Handwerkers und des Dichters markiert bereits seinen Weg auf der Wanderschaft (1511-1516). In einem Meisterlied des MG 13 heißt es: " Jn meiner wanderschafte // wart ich girlich pehafte // in groser lieb ... zw maister gsang" (Stadtarchiv Zwickau, Bl. 313r). In den Städten, in denen der Meistergesang gepflegt wurde, engagierte er sich im Singschulbetrieb. In Frankfurt durfte er erstmalig selbständig eine Singschule (eine Aufführung) leiten (KG 21, 339). Sein erstes Meisterlied hat er - nach seinen eigenen Angaben (KG 21, 338f.) - mit zwanzig Jahren in München geschrieben: "Gloria patry lob vnd er" (s. Ellis, 1974, Nr. 1). In Wels erfuhr er, wie er sich später (1536) in "Ein gesprech Die neun gab Muse oder kunstgöttin betreffend". (KG 7, 202ff.) erinnert, die Berufung zum Dichter durch die Musen. In den Jahren 1513 bis 1520 schrieb er 24 Liebeslieder, 1 geistliches Lied, 2 Fastnachtspiele (sein erstes Fastnachtspiel "Das Hoffgesindt Veneris" 1517), 4 Spruchgedichte und 50 Meisterlieder, 21 weltliche (davon 13 über den Meistergesang) und 29 geistliche (Hauptthemen: Trinität, Eucharistie, Christus, Maria, Freuden im Reich Gottes, Bitte des Sünders um Gnade, göttliche, brüderliche und fleischliche Liebe, Katharinenmirakel, geistliches Wecklied), H. Brunner, 1984, 733f., s. auch RSM Bd. 9, 1986, Nrn. 1-80. Das auf der Wanderschaft gewonnene dichterische Selbstbewußtsein gab ihm die Kraft, dem Zwang der Anpassung, die die Nürnberger Meistersingergesellschaft verlangte, Widerstand zu leisten. In mehreren Liedern entlarvt er in z.T. beißenden Worten die Mängel dieser sich in der Krise befindenden Gesellschaft (s. z.B. Ellis, 1974, Nr. 35, Nr. 39 und Goedeke, 1870, Nr. 12). Durch Sachs' Konversion zum evangelischen Glauben wurde diese Kontroverse allerdings bedeutungslos. Schon vor seinem viel besprochenen Schweigen in den Jahren 1520 bis 1523, die vor allem mit seinem Studium der Schriften Luthers ausgefüllt waren (1522 besaß der Leser (!) Sachs 40 reformatorische Flugschriften), macht er u.a. in dem Lied "Ach huelff mich laid mein senlich klag, gaistlich verkert anno 1520" (KG 24, 36ff.) seine Aufgeschlossenheit für Luthers Rechtfertigungslehre deutlich: Gnade kommt a l l e i n von Christus. Mit einem Schlage in der breiten Öffentlichkeit bekannt wurde der Schuhmacher und Meistersinger mit der Publikation seiner "Wittembergisch nachtigall" - Schutzrede "wyder das falsch anklagen der Papisten" und reformatorische Bekenntnisschrift. In diesem 700 Verse zählenden Spruchgedicht trägt er dem gemeinen Mann in einer "summ" (Seufert Z. 70) eine Bestandsaufnahme des reformatorischen Prozesses vor: ausführliche und scharfe Kritik der Papstkirche, Luthers Auseinandersetzung mit dem Papst, die Lehre von Gesetz und Evangelium, das Bild des "neuen ("new") Menschen". Sachs war zu diesem Zeitpunkt (1523) davon überzeugt, daß die Wiederentdeckung des Evangeliums durch Luther eine neue Zeit heraufbeschwört, in der die Menschen von der existentiellen Angst vor dem "ewigen todt" befreit sind und zu gegenseitiger Achtung und Nächstenliebe finden. Fraglos hat er in dem neuen Geist des evangelischen Glaubens d i e die Stadtgemeinschaft fördernde Kraft gesehen. Schnell bekamen der Schuster und andere Laien wegen ihrer vermeintlich inkompetenten Einmischung in Fragen der Religion die Schmähungen der Altgläubigen zu hören. Als Antwort darauf entstand der erste von vier Prosadialogen, in denen die aktuellen Probleme des neuen Glaubens erörtert werden: "Disputation zwischen einem Chorherren vnd Schuchmacher ...", Sachs' Plädoyer für das Laienpriestertum, das Luther verkündet hatte. Der "Schuster" des Dialogs (hinter dem sich der Dichter selbst verbirgt) argumentiert überzeugend, daß dem Laien die Kompetenz, die Bibel zu lesen, nicht abgesprochen werden dürfe, auch nicht das Recht der Kritik am Verhalten der Geistlichkeit. Darüber hinaus kommt dem Getauften die Aufgabe zu, sich um die Seele des Nächsten zu sorgen: "Ezechiel xxxiij. Sihest du deinen bruder sündigen / so straff jn [tadle ihn, ermahne ihn] / oder ich wil sein blut von deinen henden fordern/ deshalb soll vnd muß ein getauffter seinen sündigen bruder straffen / er sey geweicht oder nit". (Seufert Z. 40ff). Damit klingt bei Sachs bereits 1524 an, was als ein zentrales Anliegen seines ganzen Schreibens angesehen werden darf: theologische und moralische Belehrung und Appellieren aus christlicher Verantwortung - poetische "Predigt", die immer auch eine klärende "Schlussrede" aufweist. An dem Ideal der christlichen Nächstenliebe müssen sich die Menschen der reformatorischen Bewegung in Sachs' Verständnis messen lassen. Wohl wenige Wochen nach der Veröffentlichung des ersten Dialogs sah sich Sachs gezwungen, eine Flugschrift, seinen zweiten Dialog ("Eyn gesprech eynes Euangelischen Christen mit einem Lutherischen / darin der Ergerlich wandel etlicher / die sich Lutherisch nennen / angezaigt / vnd brüderlich gestrafft wirt"., Seufert 119ff.), an die Adresse der Anhänger der eigenen "Partei", die durch ihren "Ergerlich wandel" der Reformation schadeten, zu richten und ihre fanatischen Ausschreitungen zu verurteilen. Gerade das Plädoyer für "b r ü d e r l i c h e s Strafen" verleiht diesem Dialog heutzutage Aktualität. Zu dem in der "Wittembergisch nachtigall" umrissenen Bild des "neuen" christlichen Menschen mußten erst recht Profitdenken und die Praktiken der evangelischen Unternehmer und Kaufleute im Widerspruch stehen. Im letzten der vier Dialoge, dem "Dialogus ... den Geytz ... betreffend" (Ende Sept. 1524), macht der Autor in realistischen Bildern des Arbeiterelends das moralische Versagen der frühkapitalistischen Gesellschaft deutlich. Diese "warhait" störte, war unbequem. Der Dialog fand wohl deshalb nicht die gewohnte Resonanz. Er erfuhr 4 Ausgaben, gegenüber 13 des 1. und je 11 des 2. und 3. Dialogs. Sachs wollte mit seinen Produktionen eine breite Wirkung erzielen. Er bediente sich deshalb (vor 1550) meist des Flugblatts und der Flugschrift als Medien. Klassenkämpferische Motive lagen Sachs freilich fern. Ihm ging es einzig darum, die Botschaft des Evangeliums ernst zu nehmen. Insofern stand er im Bauernkrieg 1525 zwar auf der Seite der Bauern, lehnte jedoch in dem Flugblatt "Der arm gemain Esel" (1525) deren gewaltsames Vorgehen ab. Künstlerisch gestaltet er diese Ablehnung dadurch, daß er die Personifikation des "wort Gottes", das in den "Zwölf Artickeln" und der Memminger Bundesordnung von den Bauern zum Schlagwort erhoben wurde, dem Esel Einhalt gebieten läßt. Bereits hier wird Sachs' Haltung zum Krieg spürbar, die er dann später während des Schmalkaldischen Krieges (1546/47) in seinem Spruchgedicht "Das schedlich gros vnd starck thier der plutig krieg" (SG 5, 248v-251r; KG 3, 465ff.) vom 30. Sept. 1546 artikulierte. Wohl nicht ohne Absicht greift er hier die "Thir"-Pictura seines "Eygen Nutz"-Gedichtes (s.u.) auf, zumal er die Ursache des Krieges letztlich im Eigennutz sieht: "wo schon die recht vrsach [des Krieges] pleipt schlaffen // Die wirt mit schöner varb pedecket // so wirt den [denn] der krieg aufgewecket // Durch der argen verheczer druecz [Trotz] // Die suchen iren aignen nuecz" (SG 5, 250r, KG 3, 467). Nach dem Vorbild des Lutherischen Achtliederbuches brachte der Nürnberger Drucker Jobst Gutknecht noch im Bauernkriegsjahr ebenfalls ein Achtliederbüchlein heraus, welches ausschließlich Lieder von Sachs, und zwar geistliche Kontrafakturen enthält. Zwei der von Sachs christologisch bearbeiteten Marienlieder wurden seit 1526 im "Newen Spital" gesungen. Für die "Spital"-Gemeinde hat der Dichter 1526 möglicherweise seine "Dreytzehen Psalmen zusingen ..." geschrieben. Alle acht Lieder und die dreizehn Psalmen fanden 1527 schließlich Eingang in das "Enchiridion geystlicher Gesenge vnd Psalmen", Nürnberger Gesangbuch von 1527 - Zeichen dafür, daß Sachs hohes Ansehen in der christlichen Gemeinde genoß. Nach einer Pause (1523-1526) dichtete Sachs 1526 wieder Meisterlieder, die er fast ausschließlich in den Dienst der Reformation stellte. Im MG 2, seinem zweiten Meistergesangbuch, finden wir für das Jahr 1526 kein weltliches Lied, 1527 und 1528 lediglich je 5 Lieder weltlichen Inhalts (vgl. H. Brunner, 1984, 736f). Mit dem Meistergesang in der neuen Form der Bibelversifikation, bei der der Text der Luther-Bibel weitgehend wörtlich übernommen wird und eine abschließende meist kurze Exegese erfährt, folgte der Dichter konsequent seiner Intention, "zw tichten ... got zw lob vnd zw auspreittung seines heilsamen wort" (Vorrede MG 2, KG 2, 137). Der Nürnberger Meistergesang erlebte durch diese aus dem evangelischen Glauben geborenen Meisterlieder eine neue Blüte. 1524 polemisierte Sachs auf Flugbättern in deutlicher Sprache gegen die Papstkirche, so z.B. mit dem Flugblatt "Das Hauß des Weysen vnd das haus des vnweisen manß" (Geisberg, G 1139). Es ist erstaunlich, daß der vorsichtig taktierende Rat den Schuster lange Zeit unbehelligt ließ. Dieses Dulden hatte allerdings 1527 ein Ende. Da der Dichter für eine antipäpstliche Kampfschrift des Predigers Andreas Osiander "Ein wunderliche weissagung von dem Bapstumb ...", in der der Untergang des Papsttums geweissagt wird, die Verse geschrieben hatte, erhielt er schließlich einen strengen Verweis, der ihn nunmehr bei seinen Publikationen zur Vorsicht zwang. Stellung zum politischen Geschehen nahm er weiterhin, allerdings in der Form von Göttergesprächen, Traumvisionen, Klagen. In dem brisanten Spruchgedicht "Dispütacion zw regenspurg // im 1541 jars", welches nur handschriftlich überliefert ist (SG 4, 193r-195v; KG 22, 253ff.), läßt Sachs z.B. Götter und allegorische Gestalten auftreten, um seine politische Auffassung über den Fortgang der Reformation ("Die gfencknus der gotlichen warheit") vorzutragen. In einer Handschrift aus dem 17. Jahrh. (StB Nürnberg, Will. I, 248) sind auf den Blatträndern die allegorischen Figuren aufgeschlüsselt: u.a. Jovis = "Kayser" (Karl V.), Frau Veritas = "Verbum Dey" (Wort Gottes), Frau Hipocrisis (Heuchelei) = "Babst vnnd sein hauff", Frau Nequicia (Bosheit) = "Eckhius", Minerva = "Melanchthonny", Frau Adulacio (Schmeichelei) = "hertzog wilhelm" (von Bayern). In dem an Dantes Inferno erinnernden Spruchgedicht "margraff albrechcz himel fart" (SG 11, Register; das Gedicht 125v-130r; KG 23, 113ff.) vom 6. Feb. 1557 bietet der Dichter selbst im Titel und Schluß den Schlüssel für den "Kriegsfürsten", den ihm der "Genius" im Traum vorstellt: "margraff albrecht" (Markgraf Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach). Dies war dem Zensor nicht verborgen geblieben. Nach Sachs' Tod trennte dieser aus SG 11 die Blätter 126 bis 129 heraus und radierte Namen auf Bl. 125v und Bl. 130r aus. - Bereits im letzten Drittel der zwanziger Jahre blickte Sachs gewiß sorgenvoll in die Zukunft. 1527 sah er sich veranlaßt, das längere Spruchgedicht: "Der Eygen nutz / das grewlich Thir ..." (KG 3, 491ff.) zu schreiben. Im "Beschluß" stellt er enttäuscht fest: "Wie ist menschlich geschlecht verderbt // Durch aygen nutz!" Sein Enthusiasmus der "Nachtigall"-Zeit war nach wenigen Jahren einer tiefen Resignation gewichen. Die reformatorische Bewegung hatte die Menschen nicht gebessert. Sachs ließ 1540 das "klagent Ewangeliüm" aussprechen, wie sich die Christen in Wirklichkeit verhalten: "ich dacht sie werden eben // Fueren ein Cristlich leben // nach meiner leer vnd sag ... Das sich weit anderst fint // im münd fuerens mich eben // verlaugnen mein im leben" (SG 4, 87v, KG 1, 346f.). Die Verweigerung, den Weg evangelischen Menschseins konsequent zu gehen, kommt in Sachs' Denken der Blindheit gleich. Wiederholt gebrauchte er nun die "Blindheit"-Metapher, um den gegenwärtigen Zustand der Welt zu kennzeichnen. Im "klagent Ewangeliüm" heißt es: "plint vberplincz tewtschlant // ... Es wirt mein gaist ... // nicht almal pay dir pleiben" (SG 4, 89v; KG 1, 350). In seinem ebenfalls 1540 veröffentlichten Flugblatt "Wer arges thut / hasset das liecht ..." paraphrasiert er die nachreformatorische Situation: "Man predigt / schreybt / man singt vnd malt // Noch bleyben beyde jung vnd alt // Wie vor in sünden blind" (Geisberg, G. 1164; KG 1, 415). Das bedeutet nicht, daß Hans Sachs des Schreibens und Predigens nun überdrüssig wurde. Im Gegenteil! Seine Dichtung belegt in weiten Teilen seinen evangelischen Glauben, der ihm - wie wir im ersten Dialog erfahren - abverlangt, an das Seelenheil des Nächsten (hier des Hörers/Lesers) zu denken und an ihn zu appellieren, vom sündigen Leben abzulassen . Den Grund für den üblen Zustand der Welt, den die Reformation nicht hatte beseitigen können, erblickte er im Innern des Einzelnen, dessen Besserung seine Sorge galt. In den "Vorreden" seiner von ihm selbst säuberlich geschriebenen 34 Bücher mit z.T. über 350 Bll. (von den 16 MGG sind allerdings Bd. 1, 6, 7, 9-11 u. 14, von den 18 SGG Bd. 1-3, 7, 8, 15 u. 17 verloren) pflegte er die Intentionen seines Dichtens vorzutragen. Zuerst geht es ihm immer um "auspraitung" des Gotteswortes und christliche "vnterweissung", 2. um "ler" (Lehre) "der duegent anzwhangen vnd die schnöden laster zw fliehen", (unter anderem) durch "ler vnd geschicht der alten" (antiker Autoren), 3. darum, "durch stampaney (heitere Lieder) vnd guet schwenck zw zimlicher freud die traurigen gemuet zv erweckn" (Stadtarchiv Zwickau, Vorrede in MG 15). Um diesen Intentionen künstlerischen Ausdruck zu geben, bedient er sich entweder des Lieds und Meisterlieds, des Spruchgedichts oder des Theaterspiels. Auf die vierte Form, den Prosadialog, greift er 1546 ("Ein wünderlicher dialogus vnd newe zeittung") und 1554 ("Ein pasquillus von dem schlos zw Blassenburg") noch einmal zurück. Daß Sachs den Meistergesang in großem Umfang kontinuierlich in den Dienst der Gotteswort-Verkündigung stellt, geht schon aus der Tatsache hervor, daß er bis zum 12.9.1556 fast alle 150 Psalmen (bis auf Ps 78, 106, 112 und 119) als Meisterlieder versifiziert hat. Für die Neujahrssingschule 1551 kündigt ein Lied u.a. den Vortrag geistlicher Lieder an: "Vnd das wir sein helliges wort (Gottes heiliges Wort) // mit frewden mugen Singen // vnd auspraiten" (Stadtarchiv Zwickau, MG 12, 27r). In seinem handschriftlichen Generalregister (GR, von 1560) verzeichnet Sachs die "schriftlichen par" (Meisterlieder mit versifiziertem Bibeltext) "nach ordnung der puecher in der wibel [= Bibel]". Dieses Register nimmt allein 17 zweispaltig beschriebene Seiten (Bl. 93 bis Bl. 101) in Anspruch. Zudem hat sich der Nürnberger Dichter als Humanist immer wieder der Antike zugewandt und "Spruech vnd ler naturlicher weisheit der philosophi" bearbeitet (GR, 102v -103v). 15 Seiten im GR nimmt das Verzeichnis der Lieder "allerley art" aus "den poeten"," poetischen fabeln" und "historj" ein. Immer verfolgt er das Ziel, seine Hörer (Leser) "mit religiöser und weltlicher Bildung vertraut zu machen" (H. Brunner). Seiner dritten Intention, die er im MG 15 nennt (s.o.), entsprechend hat er eine große Zahl "kurzweiliger Schwänke" in Meisterliedform geschrieben (im GR ein Verzeichnis von 12 Seiten, 111v-117r). Man kann fraglos darüber streiten, ob er die Schwänke und Fastnachtspiele unbeschwerter Unterhaltung letztlich immer aus religiösen Motiven (den Traurigen aufzumuntern) oder allein aus Freude an der Komik geschrieben hat. Intentionen und Produktion der Spruchgedichte und auch der Theaterspiele zeigen ähnliche Strukturen wie die der MGG. Im Vorwort zu SG 13 heißt es (ähnlich den Ausführungen zu SG 9, SG 10 und SG 11): "Darin sint [p]egrieffen Comedj / dragedj vnd sprüch aus altem thestament vil schöner figur / prophecey vnd psalmen mit ainer kurczen erclerung Auch aus newem thestament vil trostlicher Ewangelj mit irer kurczen auslegung Als [Alles]... zw auspraitung seines [Gottes] heilligen wortes/ Auch Etlich weltlich Comedj gesprech vnd spruech aus den philos[o]phen gezogen das lob der sitlichen thüegent vnd verachtung der schnöden laster petreffent ... zumb leczten sint auch hierin pegriffen Fasnacht spil auch vil lecherlicher schwenk ... zu Frölikeit ... petrüebter herczen" ( Stadtarchiv Zwickau, SG 13). Ein Schwerpunkt seines Schaffens blieb bis ins Alter hinein für Sachs die poetische Bearbeitung der Hl. Schrift. In den sechziger Jahren war in ihm das Vorhaben, einige Bücher der Bibel g a n z in Spruchgedichtform zu bearbeiten, herangereift. Ende 1566 lag die Versifikation des ganzen Psalters (150 Psalmen) mit Exegese vor. Außerdem entstanden poetische Bearbeitungen des Buches "Jesus Syrach", der "Sprüche Salomos" und des "Prediger Salomo". - Der Ruhm, den Hans Sachs zu Lebzeiten genoß, zerfloß bereits im 17. Jahrhundert und wandelte sich zu Beginn des 18. Jahrhunderts sogar in Spott und Hohn. Durch Wagners Oper "Die Meistersinger von Nürnberg" wuchs die Popularität des Dichters zwar wieder, aber man interessierte sich mehr für seine Person als für sein Werk. Im Wilhelminischen Deutschland wurde Sachs zum Vorbild kleinbürgerlich -protestantischer Daseinsbewältigung hochstilisiert. In der Forschung der achtziger Jahre (des 20. Jahrhunderts) sah man in Sachs vor allem den stadtbürgerlichen Moralisten, der seinen Lesern (Hörern) das richtige Verhalten bei der Bewältigung der irdischen Existenz und die "typisch städtischen Werte", die sich alle dem "Leitwert der Stadt" (B. Hamm), dem "gemeinen Nutzen", unterordnen, vermitteln will (M.E. Müller 1985, D. Klein 1988). Als "zentrale Anliegen des didaktischen Werks von Sachs" gelten nach M.E. Müller "Rationalisierung der Lebensführung, vernunftgeleitete Trieb- und Affektregulierung, Anpassung der Verhaltensformen an eine sich wandelnde Realität im Sinne der Selbsterhaltung" (213). Im Verständnis Müllers ist der "gemeine Nutzen" zwar "religiös legitimiert", aber als "innerweltliche Ordnungskategorie" anzusehen (147). Noch deutlicher wird D. Klein. In einer "Zeit der Unsicherheit und Unruhe" habe Sachs "seine Werke" geschrieben, darauf seien "seine moralischen Lehrsätze" zurückzuführen. "Alles, was auf Veränderung der althergebrachten Ordnung drängte ... mußte er", so Klein, "als potentielle Bedrohung der eigenen Existenz, von Besitz, Selbstverständnis und Anerkennung in der Gemeinschaft erleben". Vielfältig seien "die Angebote zur Korrektur, die Hans Sachs in seinen Dramenepilogen und Spruchgedichten unterbreitet" (231). In der Rezeption der neunziger Jahre sieht man das "Bild" des Hans Sachs differenzierter. Zum einen warnt man vor einer "Vereindeutigung oder Monologisierung von Sachs' literarischem Werk". Brüchig sei dessen "Konstrukt kultureller Selbstdeutungen, die das Ideal urbaner Gemeinschaft und Verantwortung zu bewahren" suchten. Sachs reflektiere, kommentiere und modifiziere vielmehr "ganz verschiedene Formen sozialer, religiöser und kultureller Selbstdeutung", entziehe sie ihrem überkommenen Sinnzusammenhang und verbinde sie "zu einer neuen Form ästhetischer Collage", die "alles andere als eindeutig" sei (W. Röcke, 1995, 189f.). Sachs' Riesenwerk mit über 6000 kleineren und größeren Dichtungen mutet in der Tat wie eine "Collage" an, deren Texte aus Quellen verschiedener Kulturen geschöpft sind und in verschiedenen Formen (Textsorten) geboten werden - Reservoir, das jeder Interpretation die entsprechenden Belege zu bieten scheint. Sachs selbst vermochte allerdings in den Vorreden zu seinen Meistergesang- und Spruchgedicht-Bänden (s.o.) einen Sinnzusammenhang seines Werkes hervorzuheben: In der Vorrede zu SG 13 (Stadtarchiv Zwickau) z. B. sagt der 65jährige, daß er "solche stueck alle ... allain got zv Er vnd dem nechsten zw nuecz zw furdrung der thuegent" geschrieben habe. Er meint es ernst, auch wenn er sich hier und da (einer Gepflogenheit seiner Zeit entsprechend) in Topoi auszudrücken pflegt. Neuerdings (1999) wurde der Zeitbezug der Sachsschen Meisterlieder (1513 - 1546) untersucht. Diese seien "als Antwort auf die Faktizität unterschiedlicher Horizonte zu verstehen". Sie müßten gewissermaßen als Tagebücher aufgefaßt werden, in denen Zeitbezug und Zeitkritik einen "wesentlichen Bestandteil" bilden und sich sakrale Aktualität (Versifikation von Perikopentexten) und säkulare Aktualität (biblische und antike Stoffe "als Paradigmen des gegenwärtigen Geschehens") verbinden würden (U. Feuerstein, 2001, 4 u. 311). Zum andern wird der christliche Glaube des Bürgers und Poeten, der ja sein ganzes Werk wie ein roter Faden durchzieht, stärker in den Blickpunkt gerückt (F. Otten, 1993, B. Hamm, 1996). Hamm erblickt in Sachs den "Handwerker als Theologe[n]", dessen "Tugendverständnis" zwar bürgerlich sei, der zugleich aber durch die "Begegnung mit der Weisheit des Humanismus und dem Glauben der Reformation" und (u.a.) durch "sein Gespür für ... die seelische und leibliche Not bedrängter Menschen über alle Begrenztheit des ... Bürgerlichen" hinauswachse (230f.). Anders ausgedrückt: Sachs' von seinem tiefen evangelischen Glauben geprägtes Werk läßt sich in den Grenzen bürgerlicher Enge nicht allein erfassen. Sachs' "Modernität" liegt nicht in seinem Plädoyer für die Vernunft (wie z.B. E. Bernstein, 1995, will), nicht in der angeblichen Diesseitsorientiertheit seiner Ethik; denn die "Vernunft" in seinem Werk ist gebunden an das Wort Gottes und insofern fremdbestimmt, und Ziel all seiner Ethik ist der Status der Nachfolge Christi. Sachs' literarisches Engagement für christliche Nächstenliebe, Toleranz und friedliche Konfliktaustragung, seine Ablehnung des Krieges, sein Lob der Geduld, die unausweichliches Leid akzeptiert, machen wohl auch heute viele seiner Texte noch lesenswert. Nürnbergs berühmter Dichter des 16. Jahrhunderts verdient als einer der produktivsten Autoren der Weltliteratur gewiß unsere Bewunderung. Neben seiner Tätigkeit als Schuhmacher (s.o.) verfaßte er 6263 kleinere und größere Werke (H. Kugler) und trug sie fast alle in schöner Schrift in 32 Folianten ein. Darüber hinaus schrieb er wiederholt für Auftraggeber seine eigenen Gedichte ab, so z.B. 224 Meisterlieder für Barthel Weber (Nürnbg., Will VIII. 235) oder 202 Meisterlieder für Hans Leutzdörfer (Göttingen, Cod. Ms. Philol. 194). Einen letzten Freundschaftsdienst erwies er dem verstorbenen Patrizier Niclas Praun, einem Freizeitliteraten, indem er "Die purden" (!) auf sich nahm, "im zw ainer loblichen gedechtnus seine gedicht abzwschreiben"( SB zu Berlin, Ms. germ. fol. 644, IIv). Im öffentlichen Leben engagierte er sich 1551 bis 1560 als Spielleiter der Meistersingerbühne und 1555 bis 1561 als Merker der Singschule. - Bei all diesen Tätigkeiten fand er immer noch Zeit, "viel, massenhaft viel" zu lesen (W. Abele) - ein überaus erfülltes Leben!
Bibliographie zu Sachs und seinem Werk: Bd. 25 der Ausg. d. Bibliothek des Literar. Vereins (s.u.), Stuttg. 1902 [alle Werke, grundlegend für die Beschäftigung mit dem Gesamtwerk]; Bd. 24 dieser Ausg., 1900 [Bibliographie der Einzeldrucke]; Niklas Holzberg, Hans-Sachs-Bibliographie, Nürnberg 1976; ders., Nachtrag zur Hans-Sachs-Bibliographie, Nürnberg 1977, Sonderdr. aus MVGN 64 [vollst. Bibliogr. bis 1977, daher werden i. BBKL nur einige wichtige Titel der Sekundärlit. bis 1977 geboten.]; Repertorium der Sangsprüche und Meisterlieder des 12. bis 18. Jahrhunderts [RSM], hrsg. v. Horst Brunner, Burghart Wachinger u.a., Tübingen, Bd. 9 (1986), Bd. 10 (1987), Bd. 11 (1987); VD 16, Bd. 17, Stuttg. 1991, Nrn. 142-684 [alle Sachs-Drucke d. 16. Jhdts.]. RSM, s.o., Bd. 1, Einleitung, Überlieferung, Tübingen 1994 [alle Handschriften und Drucke der Mgg]; Hans-J. Köhler, Bibliographie der Flugschriften des 16. Jahrhunderts, Teil I, Band 3, Tübingen 1996, Nr. 3989 - Nr. 4016; Hans-Sachs-Drucke des 16. Jahrhunderts in der Bibliothek Otto Schäfer, hrsg. v. der Otto-Schäfer-Stiftung, bearb. v. Georg Drescher , Schweinfurt 1997.
Ausgaben der Werke: Faksimile-Ausg.: Hans Sachs. Spruchgedichte. Elfter Bd., hrsg. v. Stadtrat Zwickau, Leipzig 1927 [Sachs-Autograph]; Hans Sachs. Fastnachtspiele und Schwänke. In Abbildung aus der Sachs-Hs. Amb. 2°. 784 der Stadtbibl. Nürnberg, hrsg. v. Walter E. Spengler, Göppingen 1973, Lit. 21 [Abb. aus MG 16 und SG 14]; Jost Amman. Das Ständebuch, 133 Holzschnitte mit Versen von Hans Sachs, hrsg. v. Manfred Lemmer, Leipzig 1934, 1975; Max Geisberg: The German Single-Leaf-Woodcut: 1500-1550, revised and edited by Walter L. Strauss, 4 Bde., New York 1974 [darin viele Einblattdrucke (Flugblätter) von Sachs]; Enchiri=// ridion [sic] geistlicher gese=// nge [...], fotomechan. Neudr. der Originalausg. 1528 (Zwickau), Leipzig 1979. Darin: alle 8 Lieder ,7 Psalmen u. "Ach hülff mich leyd" [ s.o.] von Sachs; "Geistliche lieder". Das Klug'sche Gesangbuch 1533, hrsg. v. Konrad Ameln, Kassel u.a.1983. Darin u.a. Sachs' "O Gott Vater du hast gewalt", Bl. 109ff ; "Disputation zwischen einem Chorherren vnd Schuchmacher". Faksimile in: Ohn' Ablaß von Rom kann man wohl selig werden. Streitschriften und Flugblätter der frühen Reformationszeit, hrsg. v. GNM Nürnberg mit e. Einf. v. Konrad Hoffmann, Nördlingen 1983, Nr. IV [ nicht Zwickauer Druck, sondern dritter Druck Erlingers, Bamberg, VD 16 S220, Goetze Enr. 7.b.]; Das handschriftliche Generalregister des Hans Sachs [GR]. Reprintausg. nach dem Autograph von 1560 des Stadtarchivs Zwickau, Köln, Wien 1986; "Geystliche Lieder". Das Babstsche Gesangbuch 1545, Faksimile, hrsg. v. Konrad Ameln, 3. Aufl. Kassel u.a. 1988. Darin u.a. Sachs' "O Gott Vater du hast gewalt", Nr. XLVIII; " Tragedia mit 23 Personen von der strengen Lieb Herr Tristrant mit der schönen Königin Isalden", hrsg v. Danielle Buschinger, Faksimile nach dem ältesten Druck aus dem Jahre 1561, erschienen in Nürnberg , Greifswald 1993.
Editionen: Dichtungen von Hans Sachs, hrsg. v. Karl Goedeke u. Julius Tittmann, 3 Bde., Leipzig 1870/71; Das deutsche Kirchenlied, hrsg. v. Philipp Wackernagel, Leipzig, Bd. 2 1867, Nrn. 1403-1410, Bd. 3 1870, Nrn. 80-106, Neudr. Hildesheim 1990; Hans Sachs. Werke, hrsg. v. Adelbert v. Keller u. Edmund Goetze [ab Bd. 13], 26 Bde., Bibliothek des Literar. Vereins, Stuttg. 1870-1908, repr. Nachdr. Hildesheim 1964 [KG], alphabet. Registerbd. v. Roger A. Crockett 1982 [Neudruck der Nürnberger Folioausg. (Bd. 1 1558, Bd. 2 1560, Bd. 3 1561, Bd. 4 (posthum) 1578, Bd. 5 1579), behutsam normalisiert, z.B. Wiedergabe des vokalischen "v" durch "u", Kennzeichnung von im Original nicht vorliegender Zusammenschreibung durch Bindestrich, Interpunktion nach modernen Regeln. Goetze zieht im Gegensatz zu Keller auch die Handschriften hinzu. In Bd. 22 u. Bd. 23 Werke, die nicht in der Folioausg. stehen. KG bietet nur SGG einschließlich der Theaterstücke. Trotz Mängel die bis heute maßgebl. Ausg.!]; Die Dichtungen des Hans Sachs zur Geschichte der Stadt Wien, hrsg. v. Heinrich Káb de Bo, Wien 1878; Der hürnen Seufrid, nach der Handschr. hrsg. v. Edmund Goetze, Halle a.S. 1880, 2. Aufl., Tübingen 1967; Sämtliche Fastnachtspiele von Hans Sachs, hrsg. v. Edmund Goetze, 7 Bde., Halle a.S. 1880-1887, Bd. 1 2. Aufl. 1920, Bd. 2 2. Aufl. 1957; Hans Sachs' Werke, hrsg. v. Bernhard Arnold, 2 Bde., Berlin u. Stuttg. 1884/85; Sämtliche Fabeln und Schwänke von Hans Sachs, hrsg. v. Edmund Goetze u. Carl Drescher, 6 Bde., Halle a.S. 1893-1913 [Bd. 3 - Bd. 6 enthalten Mgg], Bd. 1 2. Aufl. 1953; Das Gemerkbüchlein des Hans Sachs, hrsg. v. Karl Drescher, Halle a.S. 1893; Das Admonter Passionsspiel, Bd. 3, Untersuchungen zur Passionshandlung [...], nebst Studien zu Hans Sachs und einer kritischen Ausgabe seines Passionsspieles von Karl K. Polheim, Paderborn u.a. 1980; Hans Sachsens ausgewählte Werke, hrsg. v. Paul Merker u. Reinhard Buchwald, 2 Bde., 2. Aufl., Leipzig 1911; Hans Sachs, Fastnachtspiele ausgewählt und hrsg. v. Theo Schumacher, Tübingen 1957, 2. Aufl. 1970; Hans Sachs. Werke, hrsg. v. Karl M. Schiller, 2 Bde., Berlin u. Weimar 1960, mehrere Aufl.; Eleanor M. Barnes, Georg Wickram's Anthology from Colmar: Ms. Cgm. 4998, Diss. (masch.) University of California, Los Angeles 1969 [56 Mgg von S.]; Die Prosadialoge von Hans Sachs, hrsg. v. Ingeborg Spriewald, Leipzig 1970 [einige bibliogr. Angaben fehlerhaft]; Fastnachtspiele des 15. u. 16. Jahrhunderts, ausgewählt u. hrsg. v. Dieter Wuttke, Stuttg. 1973 [Fastnachtspiele v. Sachs 131-261]; The Early Meisterlieder of Hans Sachs, hrsg. v. Frances H. Ellis, Bloomington Ind. 1974, Reprint Michigan 1987 [die frühen Mgg aus Ms. germ. qu. 414, Berlin]; Die Wittenbergisch Nachtigall. Spruchgedicht, vier Reformationsdialoge und Meisterlied Das walt Gott, hrsg. v. Gerald H. Seufert, Stuttg. 1974; Hans Sachs. Lieder, Gedichte, Spiele, zusammengestellt und mit einem Nachwort versehen v. Heinrich von Braun, Essen 1987; Hans Sachs, Werke in zwei Bänden, Ausw., Einl. u. Anm. v. Reinhard Hahn, 1. Aufl., Berlin u. Weimar 1992; Meisterlieder des 16. bis 18. Jahrhunderts, hrsg. v. Eva Klesatschke u. Horst Brunner, Tübingen 1993 [14 Mgg von Hans Sachs, z.T. fehlerhaft ediert, bes. Nr. 6]; Hans Sachs, Werke, in der Reihenfolge ihrer Entstehung, 3 Bde., hrsg. v. Wolfgang F. Michael und Roger A. Crockett, Bern u.a. 1996 [Michael u. Crockett legen ihrer Edition z.T. die 3. Auflage der Folioausg. (Bd. 1 1570, Bd. 2 1590, Bd.3 1588) zu Grunde, ohne darauf hinzuweisen. In der WN übernehmen sie das falsche "sich" statt "sie" ("verdrücken"), Vers 10, aus der 3. Auflage].
Lit.: M. Salomon Ranisch: Historischkritische Lebensbeschreibung Hanns Sachsens, Altenburg 1765; - Christian Niemeyer: Hans Sachs als Gehülfe zur Kirchenverbesserung. In: Die Vorzeit. Ein Journal f. Gesch., Dichtung u. Kunst u. Literatur im Mittelalter, Bd. 2, Erfurt 1818, 263- 301; - G. G. Gervinus: Geschichte der deutschen Dichtung, Bd.2, 4. Ausg. Leipzig 1853, 409-427; - Edmund Goetze: Das dreizehnte Spruchbuch des Hans Sachs. In: Archiv für Litteraturgeschichte 7, 1878, 7-23; - ders. : Hans Sachs als Gegner des Markgrafen Albrecht Alcibiades, ebd. 279-303; - ders.: Der gedruckte Text des Hans Sachs und die Hilfsmittel zu seiner Verbesserung. In: Archiv für Litteraturgeschichte 8, 1879, 301-316; - ders.: Neue Mitteilungen über Schicksale der von Hans Sachs eigenhändig geschriebenen Sammlung seiner Werke. In: Archiv für Litteraturgeschichte 11, 1882, 51-52; - Karl Goedeke: Grundriß zur Geschichte der deutschen Dichtung, Bd. 2, 2. Aufl. Dresden 1886, 408-437; - Waldemar Kawerau: Hans Sachs und die Reformation, Halle a.S. 1889; - Carl Drescher: Studien zu Hans Sachs I, Berlin 1890; - Carl Drescher: Studien zu Hans Sachs. Neue Folge, Marburg 1891; - Rudolf Genée: Hans Sachs und seine Zeit. Ein Lebens- und Kulturbild aus der Zeit der Reformation, Leipzig 1894, 2. Aufl. 1902, unveränd. Nachdr. d. Ausg. v. 1894 Vaduz 1986; - Hans Sachs-Forschungen. Festschr. zur vierhundertsten Geburtsfeier des Dichters, hrsg. v. A.L. Stiefel, Nürnberg 1894, darin u.a.: Victor Michels: Hans Sachs und Niclas Praun; Edmund Goetze: Die Handschriften des Hans Sachs; Karl Drescher: Die Spruchbücher des Hans Sachs und die erste Folioausgabe; Max Herrmann: Stichreim und Dreireim bei Hans Sachs und anderen Dramatikern des 15. und 16. Jahrhunderts. Nebst einer Untersuchung über die Entstehung des Sachsischen Textes; A.L. Stiefel: Über die Quellen der Fabeln, Märchen und Schwänke des Hans Sachs; - Karl Drescher: Schriften zum Hans Sachs - Jubiläum I-III. In: Euphorion 2, 1895, 379-396 u. 830-839; 4, 1897, 107-112; - Alfred Bauch: Barbara Harscherin, Hans Sachsens zweite Frau. Beitrag zu einer Biographie des Dichters, Nürnberg 1896; - Ferdinand Eichler: Das Nachleben des Hans Sachs vom 16. bis ins 19. Jahrhundert. Eine Untersuchung zur Geschichte der deutschen Literatur, Leipzig 1904; - Wilhelm Abele: Die antiken Quellen des Hans Sachs, Tl. 1 u. 2, Beilage zum Programm der Realanstalt in Cannstadt, Cannstadt 1897/99; - Eugen Geiger: Hans Sachs als Dichter in seinen Fastnachtspielen im Verhältnis zu seinen Quellen betrachtet. Eine literarhistorische Untersuchung, Halle a.S. 1904; - Karl F. Baberadt: Hans Sachs im Andenken der Nachwelt, Diss. Rostock 1906; - A. Kellner: Über "Die ungleichen Kinder Evä" von Hans Sachs. In: Zeitschr. f. d. deutschen Unterricht, Leipzig u. Berlin 1910, 417-440; - Joseph Beifus: Hans Sachs und die Reformation I, Diss. München 1906, in MVGN 19, 1911, 1-76; - Helene Henze: Die Allegorie bei Hans Sachs, Halle a.S. 1912, Repr. Tübingen 1972; - Siegfried Wernicke: Die Prosadialoge des Hans Sachs, Diss. Berlin 1912; - Paul Kaufmann: Kritische Studien zu Hans Sachs, Diss. Breslau 1915 [darin 1. Hans Sachsens Verhältnis zum 4. und 5. Band der Nürnberger Folioausg.: Redaktion durch S. selbst]; - Georg Stuhlfauth: Drei zeitgeschichtliche Flugblätter des Hans Sachs mit Holzschnitten des Georg Pencz. In: Zeitschrift f. Bücherfreunde, NF, 10. Jg., Leipzig 1918/19, 237-248; - ders.: Das Hauß des Weysen vnd das haus des vnweisen manß. Math. VII. Ein neugefundener Einblattdruck des Hans Sachs vom Jahre 1524. In: Zeitschr. f. Bücherfreunde, NF, 11. Jg., 1. Hälfte, Leipzig 1919, 1-9; - ders.: Neue Beiträge zum Schrifttum des Hans Sachs und insbesondere zum Holzschnittwerk Hans Sachsischer Einzeldrucke. In: Zeitschr. f. Bücherfreunde, NF, 11. Jg., 2. Hälfte, Leipzig 1920, 195-208; - Herbert Paetzoldt: Hans Sachs' künstlerische Entwicklung vom Spruchgedicht zur Folio, Diss. Breslau 1921 (masch.); - Heinrich Röttinger: Der Meister IB ist Jörg Pencz. In: Festschr. der Nationalbibliothek in Wien, Wien 1926 [zum Sg "Das tugentlich leydent hertz" von S.]; - Heinrich Röttinger: Die Bilderbogen des Hans Sachs, Straßburg 1927; - Johannes Kulp: Hans Sachs und das deutsche evangelische Kirchenlied. In: Monatszeitschr. f. Gottesdienst und kirchliche Kunst, Jg. 39, Göttingen 1934, 251- 260; - Frances H. Ellis: Hans Sachs Studies I. Das Walt Got: A Meisterlied. With Introduction, Commentary, and Bibliography, Bloomington Ind. 1941; - Eugen Geiger: Der Meistergesang des Hans Sachs. Literaturhistorische Untersuchung, Bern 1956; - Die kleineren Dichtungen Heinrichs von Mügeln, Bd. 1, hrsg. v. Karl Stackmann, Berlin 1959, CXX-CXXVIII [zu Sachs' Handschrift Ms. germ. qu 414, Berlin]; - Fritz Strich: Hans Sachs und die Renaissance. In: Festschr. f. H.R. Hahnloser zum 60. Geburtstag, Basel u. Stuttg. 1961, 361-372; - Paul Böckmann: Formgeschichte der deutschen Dichtung, Bd.1, 2. Aufl. Hamburg 1965. Darin: Die Rückwendung zu den schwankhaft-satirischen Formen bei Hans Sachs, 275-288; - Theodor Hampe: Meistergesang und Reformation. In: Der deutsche Meistergesang, Darmstadt 1967, 87-115 [ aus Monatshefte der Comenius-Gesellschaft 7, 1898. Der "Lobspruch der schön [Augsburger] Confession" ist in der Tat ein Altersgedicht v. Sachs, s. SG 12, 389r, KG 23,495]; - Winfried Theiß: Exemplarische Allegorik. Untersuchungen zu einem literarhistorischen Phänomen, München 1968; - Gerhard Hertel: Die Allegorie von Reichtum und Armut. Ein aristophanisches Motiv und seine Abwandlung in der abendländischen Literatur, Nürnberg 1969; - Barbara Könneker: Hans Sachs, Stuttg. 1971; - Horst Brunner und Erich Straßner: Hans Sachs. In: Nürnberg - Geschichte einer europäischen Stadt, München 1971, unveränd. Nachdr. 1982, 207-211; - Ingeborg Glier: Die "Dramen" des Hans Sachs. In: Dichtung. Sprache. Gesellschaft, hrsg. v. V. Lange u. H.-G. Roloff, Frankfurt a.M. 1971, 235-242; - Klaus Wedler: Die Entwicklung des Fastnachtspiels bei Hans Sachs. Die Bedeutung von frühbürgerlich-revolutionärer Ideologie und didaktischer Literatur für seine Dramatik, Diss. Rostock 1971 (masch.); - Horst Hartmann (Hrsg.): Heinrich Bullinger. Hans Sachs. Lucretia-Dramen, Leipzig 1973 [vergleichende Analyse der beiden Dramen]; - Bernd Balzer: Bürgerliche Reformationspropaganda. Die Flugschriften des Hans Sachs in den Jahren 1523-1525, Stuttg. 1973; - Hans Rupprich: Die deutsche Lit vom späten Mittelalter bis zum Barock, Bd. 4,2 der Gesch. d. deutschen Lit. ( De Boor/ Newald), bearb. v. Hedwig Heger, München 1973, 166f., 264-271 u. 340-345; - Barbara Könneker: Die deutsche Literatur der Reformationszeit. Kommentar zu einer Epoche, München 1975, 148-157; - Helmut Brackert: Bauernkrieg und Literatur, Frankfurt a.M. 1975, 181-184; - Klaus Wedler: Klassenkampf und Bündnispolitik in den Flugschriften, Fastnachtspielen und Zeitgedichten des Hans Sachs. In: Der Bauer im Klassenkampf [...], Berlin 1975, 303-322; - ders.: Hans Sachs, Leipzig 1976; - Helmut Krause: Die Dramen des Hans Sachs. Lehre und Technik. In: MVGN 63, Nürnberg 1976, 99-130; - Hans Sachs und Nürnberg. Bedingungen und Probleme reichsstädtischer Literatur. Hans Sachs zum 400. Todestag am 19. Jan. 1976, hrsg. v. H. Brunner, G. Hirschmann, F. Schnelbögl, Nürnberg 1976, darin u.a.: Horst Brunner: Hans Sachs - Über die Schwierigkeiten literarischen Schaffens in der Reichsstadt Nürnberg; Gerhard Hirschmann: Archivalische Quellen zu Hans Sachs; Winfried Theiß: Der Bürger und die Politik; Niklas Holzberg: Die Tragedis und Comedis des Hans Sachs. Forschungssituation - Forschungsperspektiven; Dietz-Rüdiger Moser: Fastnacht und Fastnachtspiel. Zur Säkularisierung geistlicher Volksschauspiele bei Hans Sachs und ihrer Vorgeschichte; Barbara Könneker: Die Ehemoral in den Fastnachtspielen von Hans Sachs. Zum Funktionswandel des Nürnberger Fastnachtspiels im 16. Jahrhundert; - Die Welt des Hans Sachs. 400 Holzschnitte des 16. Jahrhunderts, hrsg. v. d. Stadt Nürnberg, Stadtgeschichtliche Museen, Nürnberg 1976; - Horst Brunner, Hans Sachs zwischen Heldenverehrung und Hohngesang. In: Nürnberg heute 22, 1976, 36-46 (dass. auch in: Das Beste aus "Nürnberg heute", Nürnberg 1983, 136-147); - Hans Sachs. Katalog zur Ausstellung in der Kunstsammlung der Universität Göttingen, Göttingen 1976, 2. erweiterte Aufl. 1979; - Manfred Dutschke: Bauernkrieg und bürgerliche Opposition. Die Reformationsdialoge des Hans Sachs und der Bauernkrieg. In: Lesen 3, Opladen 1976, 54-72; - Horst Brunner: Hans Sachs. In: Fränk. Lebensbilder Bd. 7, Neustadt/Aisch 1977; - Horst Brunner: Hans Sachs als Schuster. Eine bisher unbeachtete archivalische Quelle... . In: MVGN 64, Nürnberg 1977; - Dieter Merzbacher: Die Überlieferung des Spruchgedichts "Gesprech von der himelfahrt [!] margraff Albrechtz" von Hans Sachs in Nürnberger Stadtchroniken. In: Litterae ignotae, Göppingen 1977, 135-142; - Th. Cramer u. E. Kartschoke (Hrsg.): Hans Sachs. Studien zur frühbürgerlichen Literatur im 16. Jahrhundert, Bern u.a. 1978, darin u.a. Maria E. Müller: Bürgerliche Emanzipation und protestantische Ethik. Zu den gesellschaftlichen und literarischen Voraussetzungen von Sachs' reformatorischem Engagement; Hartmut Kugler: Die Stadt im Wald. Zur Stadtbeschreibung des Hans Sachs; Erika Kartschoke/ Christiane Reins: Nächstenliebe - Gattenliebe - Eigenliebe. Bürgerlicher Alltag in den Fastnachtspielen des Hans Sachs; Maralde Ansorge/Klaus Lüpke: Mors omnia aequat. Zur Verwendung einer antifeudalen Kategorie bei Hans Sachs; - Anne-Kathrin Brandt: Die "tugentreich fraw Armut". Besitz und Armut in der Tugendlehre des Hans Sachs, Göttingen 1979; - Helmut Krause: Die Dramen des Hans Sachs. Untersuchungen zu Lehre und Technik, Berlin 1979; - Joel Lefebvre: Das Motiv der ungleichen Kinder Evas. Beobachtungen zur Funktion der Literatur des 16. Jahrhunderts. In: Akten d. 6. Internat. Germanisten-Kongresses Basel 1980, Teil 4, Bern u.a. 1980, 12-18; - Gisela Ecker: Einblattdrucke von den Anfängen bis 1555. Untersuchungen zu einer Publikationsform literarischer Texte, 2 Bde., Göppingen 1981, Bd.1, 163-179; - Hans Sachs und die Meistersinger in ihrer Zeit. Ausstellungskatalog des GNM Nürnberg (Leitung G. Bott), Nürnberg 1981, darin u.a.: Horst Brunner: Hans Sachs und Nürnbergs Meistersinger; Franz Machilek: Krankheit, Alter und Tod in der Dichtung des Hans Sachs; - Günter Vogler: Nürnberg 1524/25. Studien zur Geschichte der reformatorischen und sozialen Bewegung in der Reichsstadt, Berlin 1982, 64-82 u. 151-176; - Ulrich Maché: Boccaccio verbürgerlicht. "Der edelfalk" von Hans Sachs. In: Gedichte und Interpretationen, Bd.1, Renaissance und Barock, hrsg v. V. Meid, Stuttg. 1982, 68-80; - Ingeborg Spriewald: Der Bürger ergreift das Wort. Luther und die Reformation im Werk von Hans Sachs. In: Weimarer Beiträge 29, 1983, 1908-1927; - Walter Tauber: Der Wortschatz des Hans Sachs, 2 Bde. , Berlin, New York 1983; - Anita Homolka: Die Tischzuchten von Sebastian Brant, Thomas Murner und Hans Sachs und ihr realer Hintergrund in Basel, Straßburg und Nürnberg, Diss. München 1983; - Joachim G. Boeckh, Günter Albrecht, Kurt Böttcher, Klaus Gysi, Paul Günter Krohn: Geschichte der deutschen Lit. von 1480-1600, Bd. 4 der Gesch. d. deutschen Lit. von den Anfängen bis zur Gegenwart, hrsg. v. K. Gysi u.a., Berlin (Ost) 1983, 292-294 u.431-448; Frieder Schanze: Meisterliche Liedkunst zwischen Heinrich von Mügeln und Hans Sachs, 2 Bde., München 1983 und 1984, Bd. 1, 351-368; - Annemarie Heyder: Zur agitatorischen Wirksamkeit der vier Prosadialoge von Hans Sachs aus dem Jahre 1524, untersucht an ihrer Syntax, Diss. Jena 1983 (masch.); - Horst Brunner: Meistergesang und Reformation. Die Meistergesangbücher 1 und 2 des Hans Sachs. In: Literatur und Laienbildung im Spätmittelalter und in der Reformationszeit. Symposion Wolfenbüttel 1981, hrsg. v. L. Grenzmann u. K. Stackmann, Stuttg. 1984, 732-742; - Johannes Rettelbach: Die geistlichen Meisterlieder des Jahres 1548 von Hans Sachs. Laientheologie nach der Reformation, ebd. 745-759; - Joachim Knape: Historie in Mittelalter und früher Neuzeit. Begriffs- und gattungsgeschichtliche Untersuchungen im interdisziplinären Kontext, Baden-Baden 1984, 317-326; - Theodor Nolte: Der "Nachruf" des Hans Sachs auf den Markgrafen Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach. In : Daphnis Bd. 13, Heft 1-2, Amsterdam 1984, 77-100; - Eli Sobel: Martin Luther and Hans Sachs. In: Michigan Germanic Studies 10, 1984, 129-141; - Manfred Dutschke: "... was ein singer soll singen." Untersuchung zur Reformationsdichtung des Meistersängers Hans Sachs, Bern u.a. 1985; - Maria E. Müller: Der Poet der Moralität. Untersuchungen zu Hans Sachs, Bern u.a. 1985; - Richard Erich Schade: Todsündendidaktik: on its function in representational and literary art (Hans Sachs, Heinrich Julius, Grimmelshausen). In: Daphnis Bd. 15, Amsterdam 1986, 551-584; - Hans-G. Kemper: Deutsche Lyrik der frühen Neuzeit, Bd. 1, Tübingen 1987, 246-281,Träume eines melancholischen "bidermans" (Hans Sachs); - Dorothea Klein: Bildung und Belehrung. Untersuchungen zum Dramenwerk des Hans Sachs, Stuttg. 1988; - Erika Kartschoke: Hans Sachs. In: Deutsche Dichter 2, hrsg. v. G. E. Grimm u. F. R. Max , Stuttg. 1988, 63-77; - Ingeborg Spriewald: Literatur zwischen Hören und Lesen. Wandel von Funktion und Rezeption im späten Mittelalter. Fallstudien zu Beheim, Folz und Sachs, Berlin und Weimar 1990; - Horst Brunner (Hrsg.): Die deutsche Trojaliteratur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Materialien und Untersuchungen, Wiesbaden 1990, 143-168; - Petra Fochler: Fiktion als Historie. Der Trojanische Krieg in der deutschen Literatur des 16. Jahrhunderts, Wiesbaden 1990, 99-129; - Martin Arnold: Handwerker als theologische Schriftsteller. Studien zu Flugschriften der frühen Reformation (1523-1525), Göttingen 1990, 56-105; -Eckhard Bernstein, "Auch ist zw dichten gar geferlich...". Literarische Zensur und Selbstzensur bei Hans Sachs. In: Akten d. 8. Internat. Germanisten-Kongresses Tokio 1990, Bd.11, München 1991, 15-23; - Wolfgang F. Michael: Hans Sachs, der Humanist. In: Daphnis Bd. 20, Amsterdam 1991, 423-431; - Stefan Trappen: Das "Gesprech von der himelfart margraff Albrechtz" des Hans Sachs... Zur Rezeption der menippeischen Satire im 16. Jahrhundert. In: ZfdA Bd. 121, Heft 3, Stuttg. 1992, 309-333; - Niklas Holzberg: Das Verhältnis der Spielhandlung zu der "anghenckten lehr" in der Lucretia-Tragödie des Hans Sachs. In: "Der Buchstab tödt - der Geist macht lebendig", Festschr. f. H.-G. Roloff, Bd. 1, hrsg. v. J. Hardin u. J. Jungmayr, Bern u.a. 1992, 533-552; - Helga Schüppert: Die Hasen fangen und braten den Jäger. Datierung und Deutung eines Flugblatts von Hans Sachs und Georg Pencz. Ebd., 575-593; - Eckhard Bernstein: Hans Sachs, Hamburg 1993; - Franz Otten: " mit hilff gottes zw tichten ... got zw lob vnd zw auspreittung seines heilsamen wort". Untersuchungen zur Reformationsdichtung des Hans Sachs, Göppingen 1993; - Gerhard Hahn:"Es ruft ein wachter faste" oder "Verachtet mir die Meister nicht!" Beobachtungen zum geistlichen Tagelied des Hans Sachs. In: Festschr. Walter Haug u. Burghart Wachinger, hrsg. v. J. Janota u.a., Tübingen 1993, 793-801; - Reinhard Hahn: Hans Sachs. In: Deutsche Dichter der frühen Neuzeit (1450-1600). Ihr Leben und Werk, hrsg. v. St. Füssel, Berlin 1993, 406-427 [überarb. Fass. der Einleitung in "Werke in zwei Bänden", s.o.]; - Ingeborg Glier: Hans Sachsens "Schwänke". In: Kleinere Erzählformen des 15. und 16. Jahrhunderts, hrsg. v. W. Haug u. B. Wachinger, Tübingen 1993, 55-70; - Alexander Schmidt: Zur Geschichte der Hans-Sachs-Feiern in Nürnberg. In: MVGN 80, Nürnberg 1993, 203-240; - Hans Blosen: Nürnberger Heiratsgedichte: Hans Paur, Hans Folz, Hans Sachs - Die beiden Ehen des Hans Sachs. In: Über die Ehe. Von der Sachehe zur Liebesheirat, Ausstellungskatalog der Literaturausstellung in der Bibl. Otto Schäfer, Schweinfurt 1993, hrsg. v. U. Rautenberg, Schweinfurt 1993, 73-86; - Hans Blosen: Zum "Ständebuch" des Hans Sachs. Sprachhistor. Begründung einer Neuedition. In: Sprachwissenschaft, hrsg. v. R. Bergmann, H.-W. Eroms, Th. Vennemann, Bd. 18, Heft 2/3, Heidelberg 1993, 188-212; - Handwerker, Dichter, Stadtbürger: 500 Jahre Hans Sachs. Ausstellungskatalog der Herzog August Bibl. Nr. 72, hrsg. v. Dieter Merzbacher, Wolfenbüttel 1994, darin u.a.: Hans-Joachim Behr: Hans Sachs - Handwerker, Dichter, Stadtbürger. Versuch einer Würdigung anläßlich der 500. Wiederkehr seines Geburtstages; Irene Stahl: Hans Sachs (1494-1576). Eine biographische Skizze; Franz Otten: Die Reformationsdialoge des Hans Sachs. Revidierte Chronologie und ihre Auswirkung auf das "Bild" des Nürnberger Dichters der Reformation; Wolfgang Milde: Das Bücherverzeichnis von Hans Sachs; - Horst Brunner: Hans Sachs - sein Bild nach 500 Jahren. In: MVGN 81, Nürnberg 1994, 13-30; - Jens Haustein: Über Goethes "Erklärung eines alten Holzschnittes vorstellend Hans Sachsens poetische Sendung" in: Archiv für das Studium der neueren Sprachen und Literaturen 231, 1994, 1-21; - Aleya Khattab: Das Rettende - ein verkehrtes Motiv. Zur Rezeption des Fastnachtsiels "Der fahrende Schüler im Paradeis" (1550) von Hans Sachs in der ägyptischen Gegenwartsliteratur. In: Granatapfel. Fs. f. Gerhard Bauer z. 65. Geburtstag, hrsg. v. B. D. Haage, Göppingen 1994, 277-306; - Hans Sachs und Nürnberg. Ein Stadtrundgang zum 500. Geburtstag 1994, hrsg. v. Geschichte für Alle e.V., Nürnberg 1994; - Franz-Heinrich Beyer: Eigenart und Wirkung des reformatorisch-polemischen Flugblatts im Zusammenhang der Publizistik der Reformationszeit, Diss. Rostock 1983, Frankfurt a. M. u. a. 1994. 168-176; - Gabi Posniak (Hrsg.): Hans Sachs der Schuhmacher 1494-1576. Ausstellungskatalog, Offenbach a.M. 1994,darin u.a.: Horst Brunner: "Ein liebhaber der poetrey", Umwelt und Dichtkunst des Hans Sachs; Wilhelm R. Berger: Das Schuhmacherhandwerk als literarisches Sujet bei Hans Sachs; Raymond L. F. Hesse: Ein Handwerker als Gelehrter. Zur Ikonographie und Funktion der zu Lebzeiten entstandenen Porträts des Hans Sachs; - Wilhelm R. Berger: Hans Sachs. Schumacher und Poet, Frankfurt a.M. 1994; - Heinz G. Ortmanns: Meisterlieder und Spruchdichtungen von Hans Sachs. In: Hauptwerke der deutschen Literatur 1, München 1994, 134-137 [Auswahl aus "Kindlers Neues Literatur Lexikon"]; - Christoph Stoll: Das Narren schneyden, ebd. 137; - Barbara Könneker: Hans Sachs. In: Deutsche Autoren 4, Gütersloh/ München 1994, 381-384 [Artikel aus "Literaturlexikon. Autoren und Werke deutscher Sprache" des Bertelsmann Lex. Verl.]; - Elke Mehnert (Hrsg.): Hans Sachs. Geburtstagsfeier für einen Fünfhundertjährigen, Zwickau 1995, darin Aufsätze von B. Meier, D. Schubert, R. Krohn, E. Mehnert, M. Hähnel; - St. Füssel (Hrsg.): Hans Sachs im Schnittpunkt von Antike und Neuzeit. Akten des interdisziplin.. Symposiums vom 23./ 24. Sept. 1994 in Nürnberg, Nürnberg 1995, darin u.a.: Niklas Holzberg: Möglichkeiten und Grenzen humanistischer Antikerezeption. Willibald Pirckheimer und Hans Sachs als Vermittler klassischer Bildung; Eckhard Bernstein: Der "teutsche tichter" und die "poetae docti". Zum dichterischen Selbstverständnis des Hans Sachs und der deutschen Humanisten; Joachim Knape: Boccaccio und das Erzähllied bei Hans Sachs; Angelika Wingen-Trennhaus: Die Quellen des Hans Sachs. Bibliotheksgeschichtl. Forschungen zum Nürnberg des 16. Jahrhunderts; Annette Dortmund: Terenz-Rezeption bei Hans Sachs; Werner Röcke: Thesen zur Hans-Sachs-Forschung; - Robert Aylett: (Hrsg.): Hans Sachs and Folk Theatre in the Late Middle Ages: Studies in the History of Popular Culture, Bristol German Publications 1995; - Martin Ehrenfeuchter: Aspekte des zeitgenössischen Zauberglaubens in Dichtungen des 16. Jahrhunderts, Frankfurt a.M. u.a. 1996, bes. 141-145; - Berndt Hamm: Bürgertum und Glaube. Konturen der städtischen Reformation, Göttingen 1996; - Dieter Wuttke: Dazwischen. Kulturwissenschaft auf Warburgs Spuren, 2 Bde. Baden-Baden 1996. Darin: Über Schwierigkeiten, 1994 Hans Sachs zu feiern. Zur Einführung in eine Ausstellung, Bd. 2, 595-613; - Sächsische Landesstelle für Volkskultur (Hrsg.): Poet Hans Sachs. Leben - Zeit - Werk - Wirkung. Anhand Zwickauer Quellen, Dresden 1997, darin u.a.: Bernhard Meier: Hans Sachs und seine Zeit; Günter Adler: Hans Sachs und der Meistergesang; Dietmar Schubert: Reformationsdichtung des Hans Sachs; Lutz Mahnke: Zur Geschichte des literar. Nachlasses des Hans Sachs in Zwickau; Bernhard Meier: Der Poet Hans Sachs - Literaturwissensch. u. fachdidakt. Überlegungen für die Schule von heute; - Max Wehrli: Geschichte der deutschen Literatur im Mittelalter, 3., bibliogr. erneuerte Aufl. Stuttg. 1997, 1059-1070, Bibliogr. v. Dorothea Klein, 1249; - Brigitte Stuplich: Zur Dramentechnik des Hans Sachs, Stuttg.-Bad Cannstatt 1998; - Horst Brunner: Ein Schuster, der nicht bei seinem Leisten blieb, Nürnberger Zeitung 1999; - Hartmut Kugler: Meisterliederdichtung als Auslegungskunst. Zur impliziten Poetik bei Hans Sachs. In: Vom Mittelalter zur Neuzeit. Festschr. f. H. Brunner, hrsg. v. D. Klein, Wiesbaden 2000, 541-558 [in der Edition der Mgg einige Unkorrektheiten]; - Niklas Holzberg: Hans Sachs und Olympia Morata, ebd., 541-568; - Johannes Rettelbach: Der Einzug der Meistersinger in die Oper, ebd., 615-632 [erhebl. Lesefehler in der Edition von MG 2, 126r-127r]; - Julia-Maria Heinzmann: Die Buhllieder des Hans Sachs. Form, Gehalt, Funktion und sozialhistorischer Ort, Diss. Bamberg 1999, Wiesbaden 2001 [verpaßte Gelegenheit, in der "Vorstellung der Texte" (17-59) Sachs' Lieder nach den Handschriften neu zu edieren; Übernahme der Fehler Goetzes]; - Ulrich Feuerstein: "Derhalb stet es so übel icz fast in allem regiment". Zeitbezug und Zeitkritik in den Meisterliedern des Hans Sachs (1513-1546), Diss. Würzburg 1999, Nürnberg 2001 [viele Lesefehler in den edierten Teilen der Meisterlieder].
Franz Otten
Editionenergänzung:
Hans Sachs Meisterlieder, Spruchgedichte, Fastnachtspiele, Auswahl, eingeleitet u. erläutert v. Hartmut Kugler, Stuttgart 2003 [Textgestalt leider nach den gängigen Editionen ].
Literaturergänzung:
1957
Markus Reiterer: die Herkulesentscheidung von Prodikos und ihre frühhumanistische Rezeption in der "Voluptatis cum Virtute disceptatio" des Benedictus Chelidonius, Diss. Wien 1957 (masch.), 410-413; -
1980
Martin Walsh: Die Sultitia mit irem Hofgesind. In: Michigan Academician 13, 1980, 17-29;-
1986
Danielle Buschinger: Zur Mittelalter-Rezeption bei Hans Sachs. In: Deutsche Literatur des Spätmittelalters. Ergebnisse, Probleme und Perspektiven der Forschung, Greifswald 1986, 362-375; -
1991
Ralf Erik Remshardt: The Birth of Reason from the Spirit of Carnival: Hans Sachs and Das Narren-Schneyden , Drama and Culture: Comparative and Critical Essays: Second Series, ed. Clifford Davidson u. John H. Stroupe, New York, AMS Press, 1991, 331-355; -
1994
Niklas Holzberg, Grobe und gelehrte Leute. In: Literatur in Bayern 35, März 1994, 16-23; - Hermann Glaser: Meisterdenker des Humanismus. Die Eroberung der Wirklichkeit : Georgius Agricola und Hans Sachs. In: Süddeutsche Zeitung 71, März 1994, Beilage am Wochenende; - Horst Brunner: Weiter regiert der Geiz gewaltiglich. Hans Sachs war kein harmloser Schuhmacher-Poet: Zum fünfhundertsten Geburtstag des Dichters .In: FAZ, 5.11. 1994, Tiefdruckbeilage; - Sonja Kerth: Der gute Grund. Modelle für Kriegsbegründungen in Liedern und Reimpaarsprüchen des 15. und 16. Jahrhunderts. In: Der Krieg im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit. Gründe, Begründungen, Bilder, Bräuche , Recht, hrsg v. Horst Brunner, 260-262; -
2001
Johannes Rettelbach: Gattung, Buch und Performanz bei Hans Sachs nach dem Zeugnis der Vorreden. In: Literarisches Leben in Zwickau im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit. Vorträge eines Symposiums anlässlich des 500jährigen Jubiläums der Ratchulbibliothek in Zwickau am 17.und 18. Februar 1998, Göppingen 2001,GAG 686, 55-77 [ erhebliche Fehler in der Edition der Sachschen Vorreden]; -
2002
Horst Brunner, Joachim Hamm, Mathias Herweg, Sonja Kerth, Freimut Löser, Johannes Rettelbach: Dulce bellum inexpertis. Bilder des Krieges in der deutschen Literatur des 15. und 16. Jahrhunderts, Imagines medii aevi 11, Wiesbaden 2002. Darin: Joachim Hamm: Bilder der Macht und die Macht der Bilder. Der deutsche Bauernkrieg in zeitgenössischen volkssprachlichen Dichtungen,163-169; - ders.: Pax optima rerum. Zu den Friedensschriften des Erasmus von Rotterdam und ihrer zeitgenössischen literarischen Rezeption, 445-458; - Johannes Rettelbach: Theater für den Ernstfall: Kriegsdramen im 16. Jahrhundert, 590-592;- Johannes Rettelbach: Zwischen Gott, dem Kaiser und dem Markgrafen: Hans Sachs über den Krieg, 602-666; -
2007
Raphael Dammer ; Benedikt Jeßing, Der Jedermann im 16. Jhr. Die Hecastus-Dramen von Georgius Macropedius u. H.S. Berlin 2007; -
2009
Horst Brunner, H.S. Gunzenhausen 2009.
Letzte Änderung: 27.10.2009