SAGARDUY SALAZAR, Gerardus a S. Francisco (Francesco): katholischer Ordensmann, Mitglied der Kongregation vom Leiden Christi, auch Passionisten (CP) genannt. * 15.2. 1881 in Zollo/Spanien, † 29.5. 1962 in Rom. - Francisco Sagarduy Salazar stammt aus einer einfachen bäuerlichen Familie. Er trat 1899 den Passionisten bei. Als 1902 der damalige Generalobere der Kongregation, der sel. Bernard Silvestrelli (1831-1911), wegen eines Provinzkapitels in Spanien war, fiel ihm der junge Laienbruder Sagarduy auf. Er nahm ihn mit nach Rom ins Generalat. Zu dieser Zeit lebte dort neben dem schon erwähten seligen Generaloberen mit P. Germanus a S. Stanislao Ruoppolo (1850-1909), dem Seelenführer der hl. Gemma Galgani und Generalpostulator der Kongregation, ein weiterer heiligmäßiger Passionist. In dieser Atmosphäre konnte auch Sagarduy seine Berufung zur Heiligkeit entdecken und entfalten. Er wirkte zunächst in der zum Generalat gehörigen Basilika Ss. Giovanni e Paolo als Sakristan. Von 1908 bis 1956 war er Pförtner des Generalats. Hier übte er durch sein frommes und freundliches Wesen eine große Ausstrahlung aus. Die Menschen nannten ihn den "heiligen Pförtner". Als er altersbedingt die Arbeit an der Pforte nicht mehr ausüben konnte, führte er ein intensives Gebetsleben. In seiner Frömmigkeit war Sagarduy eucharistisch und marianisch geprägt. In besonderer Weise verehrte er das Leiden Christi, getreu der den Passionisten eigenen Spiritualität. Sagarduy starb 1962 an den Folgen eines Sturzes. Er wurde zunächst in Rom begraben. 1970 wurden seine Gebeine nach Spanien überführt. Seit 1981 läuft der Seligsprechungsprozeß. Mit der Feststellung des heroischen Tugendgrades am 21. Dezember 1991 hat das Verfahren einen vorläufigen Abschluß gefunden. Die hagiologischen Texte des Seligsprechungsverfahrens sehen in Sagarduy vor allem einen Heiligen des Alltags und stillen Beter.
Seligsprechungsverfahren: Congregatio de Causis Sanctorum, Romana seu Flaviobrigen., Canonizationis servi Dei Gerardi a Sancto Francisco (in saec. Francisci Sagarduy) laici professi Congregationis Passionis D. N .I. C. (1881-1962) Positio super virtutibus, Roma 1986; Canonizationis servi dei Gerardi a Sancto Francisco (in saec.: Francisci Sagarduy Salazar), coadiutoris professi Congregationis Passionis Iesu Christi (1881-1962), Decretum super virtutibus, in: AAS 84 (1992), 810-814; dies. (Hrsg.), Index ac status causarum, 15. Aufl., Città del Vaticano 1999, 147.
Lit.: Antonio Maria Artola, Hermano G. Sagarduy, Bilbao 1975; - ders., Fratel Gerardo Sagarduy passionista - il santo portinaio dei SS. Giovanni e Paolo, Roma 1984; - Pierluigi DiEugenio, Sotto la croce appassionatamente: la santità nella famiglia passionista, San Gabriele 1997, 255-264; - A. M. Irazu, Gerardo Sagarduy: passionista, Bilbao 1977.
Lex.: BSS XIV, 1205.
Eric Steinhauer
Letzte Änderung: 09.04.2011