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Band XVII (2000)Spalten 1190-1191 Autor: Ekkart Sauser

SCAPINELLI DI LEGUIGNO, Raffaele: Kardinal und Nuntius in Österreich * 25.4. 1858 in Modena, † 16.9. 1933 in Forte dei Marmi. - Im Jahre 1887 trat er als Alumnus in die Accademia dei nobili ecclesiastici in Rom ein. Am 16. Dezember 1907 wurde er Mitarbeiter des Sekretariates der Kongregation für die außerordentlichen kirchlichen Angelegenheiten. 1908 wurde er Sekretär dieser Kongregation. Am 27. Januar 1912 wurde er zum Nuntius am Wiener Hof ernannt. Gleich zu Beginn seiner Tätigkeit war er an der Errichtung der neuen Nuntiatur in Wien, im Bereich Wieden (IV. Bezirk) wesentlich beteiligt. Vom 12.-15. September 1912 fand in Wien der XXIII. Internationale Eucharistische Kongreß statt. Dieses Ereignis gestaltete S. wesentlich mit. Auch weihte er Friedrich Gustav Piffl am 1. Juni 1913 zum Erzbischof von Wien. Besonders gekennzeichnet war seine Nuntiatur durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Papst Benedikt XV. versuchte vergebens durch S. beim östereichischen Kaiser für territoriale Konzessionen Österreich-Ungarns an Italien in Form der Abtretung des Trentino an Italien. Dieser Schritt hatte keinen Erfolg. Am 6. Dezember 1915 wurde Kardinal, verließ Wien jedoch erst gegen Ende 1916. In diesen Zeiten beschäftigte sich S. sehr mit den Kriegsproblemen: Lage der italienischen Kriegsgefangenen, Bombardierung ziviler Objekte, Austausch invalider Kriegsgefangener. Im Jahre 1922 nahm er an der Wahl von Pius XI. teil.

Lit.: D. Squicciarini: Die Apostolischen Nuntien in Wien, Città del Vaticano 1999, 263-265.

Ekkart Sauser

Letzte Änderung: 19.05.2000