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Band IX (1995)Spalten 231-232 Autor: Ekkart Sauser

SCHLAGENHAUFEN, Florian, Jesuit, Prof. an der Univ. Innsbruck, * 1892 zu Haselbach in der Steiermark, † 7.3. 1969 in Innsbruck. - H. Zeller beschreibt seinen Charakter mit den Worten: »Seine bäuerliche Herkunft, auf die er nicht selten und mit einer gewissen Genugtuung hinwies, gab ihm einen gesunden Realismus, praktischen Sinn und eine ungekünstelte, volksnahe Art mit auf den Weg. Obwohl seine Begabung ihm eine wissenschaftliche Laufbahn vorzeichnete, blieb er doch sein Leben lang ein geschätzter Seelsorger« - 1911 Eintritt in den Jesuitenorden in Wien. Die philosophisch-theologischen Studien machte er zusammen mit Paul Gaechter und Ludwig Hertling an der theologischen Fakultät Innsbruck. 1918 Priesterweihe in der Jesuitenkirche zu Innsbruck. Nach einem Terziatjahr in Wien Lehrtätigkeit am bischöflichen Priesterseminar zu Klagenfurt in Kärten/Österreich. In den Jahren 1921-1925 las er dort neutestamentliche Exegese. Nach zwei Jahren Studium am Päpstlichen Bibelinstitut in Rom übernahm er 1928 den Lehrstuhl für Fundamentaltheologie an der theol. Fakultät in Innsbruck. Bis 1957 hatte er diesen Lehrstuhl inne. In der Wissenschaft vor allem bekannt wurde er durch die von ihm neubearbeitete dritte Auflage der »Institutiones Theologiae Dogmaticae« von Ludwig Lercher (Innsbruck 1939). Von 1936-1938 war Sch. Rektor am Innsbrucker Jesuitenkolleg. Als die theol. Fakultät 1939 gewaltsam von den Nazis aufgehoben worden war, ging er zunächst in die Benediktinerabtei von Schweiklberg in Oberbayern. Von 1941-1945 war Sch. in Wien und hielt Privatvorlesungen für seine aus dem Wehrdienst entlassenen jungen Mitbrüder. Zugleich war er intensiv als Seelsorger tätig, was ihn nicht selten in gefährliche Situationen brachte. Sch. war führend beteiligt an der Wiedererrichtung der theologischen Fakultät im Herbst 1945. Er wurde zum Provinzoberen bestimmt für das Fach Fundamentaltheologie, zusammen mit K[arl] Prümm. - Am 14. August 1945 gelang es ihm, sich in Innsbruck niederzulassen und »die Interessen der Fakultät bei den Behörden, vor allem die Rückgabe der Seminarbibliotheken, vor Ort voranzutreiben« (Karl H. Neufeld). So wurde er bei der Wiedereröffnung der Innsbrucker Universität für das Studienjahr 1945/46 zum Prorektor gewählt. Bereits vor dem 2. Weltkrieg war er von 1930-1933 Senator. Das Amt eines Dekans versah er in den Jahren 1936-1937, 1948-1949, 1950-1951. Begraben in der Krypta der Jesuitenkirche zu Innsbruck.

Werke: Institutiones Theologiae Dogmaticae von Ludwig Lercher, 3., neubearbeitete dritte Auflage, Innsbruck, 1939; Der geistige Charakter der jüdischen Reichs-Erwartung, in: Zeitschrift f. kath. Theologie 51 (1927) 370-393, 473-531, Die Glaubensgewißheit und ihre Begründung in der Neuscholastik, in: Zeitschrift f. kath. Theologie 56 (1932) 313-374, 530-595.

Lit.: H. Zeller, In memoriam P. Florian Schlagenhaufen SJ, in: Zeitschrift für kath. Theologie 91 (1969) 203; - K.H. Neufeld, Die Brüder Rahner - Eine Biographie, Freiburg-Basel-Wien 1994, 187-188, 125, 127.

Ekkart Sauser

Letzte Änderung: 28.04.2009