SCHLEGEL, Nikolaus, aus dem Vinschgau stammender geistlicher Schriftsteller des späten 13. Jh.s. - Lebensdaten fehlen. S. ist nur bekannt als Autor eines literarisch bedeutungslosen, kulturhistorisch interessanten Berichtes in ca. 400 unbeholfenen deutschen Versen über ein Hostienwunder, das sich vor 1220 im - damals zum tirolischen Vinschgau, aber zum Herrschaftsgebiet des Bischofs von Chur gehörigen - Benediktinerkloster Münster ereignet haben soll, jedoch Parallelen in zahlreichen anderen Quellen von den spätantiken »Vitaspatrum« bis zu Caesarius von Heisterbach (13. Jh.) hat. Der Bericht ist wahrscheinlich in den letzten Dezennien des 13. Jh.s entstanden.
Werke: Das Hostienwunder zu Münster (Fragment von 270 Versen; - Ausg. v. A.E. Schönbach, s.u., 3-11).
Lit.: Anton E. Schönbach, Studien zur Erzählliteratur des Mittelalters VI: Des Nikolaus Schlegel Beschreibung des Hostienwunders zu Münster in Graubünden (Sitzungsberichte der kais. Akademie der Wissenschaften in Wien, philosophisch-historische Klasse, 156. Bd., 1. Abhandlung), 1907; - Verf.Lex. VIII, 710-711.