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Verlag Traugott Bautz
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SCHLENKER, Ernst, katholischer Dogmenhistoriker, * 18.4. 1901 in Villingen, † 27.11. 1944 in Freiburg i. Br. Ernst Schlenker wurde am 18. April 1901 in Villingen als Sohn einer kinderreichen Handwerkerfamilie geboren. Nach dem Ersten Weltkrieg studierte er katholische Theologie in Freiburg i. Br. und wurde am 5. April 1925 zum Priester geweiht. Anschließend wirkte Schlenker als Kaplan in Schwetzingen und Karlsruhe-Mühlburg sowie an der Freiburger Stadtpfarrkirche St. Martin. Danach wurde er Präfekt am Erzbischöflichen Gymnasialkonvikt in Freiburg. 1932 wurde Schlenker als Repetitor und Dogmatiklehrer an das Freiburger Collegium Borromaeum berufen. Am 8. Juni 1936 promovierte er bei dem Dogmatiker Jakob Bilz (1872-1951) über die Lehre von den göttlichen Namen bei dem Franziskaner Alexander von Hales (13. Jh., s. Bd. I) zum Doktor der Theologie. Die Arbeit erschien stark gekürzt in der Reihe "Freiburger Theologische Studien". Seine Habilitationsschrift über die Gnadenlehre des spanischen Jesuiten Gerónimo de Ripalda (1535-1618, s. Bd. VIII) war fast vollendet, als seine Wohnung am 27. November 1944 bei einem Bombenangriff der Alliierten von einer britischen Fliegerbombe getroffen wurde: Schlenker wurde getötet und seine Arbeit vernichtet. An diesem Tag starben in den Trümmern Freiburgs rund 2800 Menschen. Die Münchner Habilitationsschrift der katholischen Theologin Elisabeth Gössmann (*1928) konnte auf Schlenkers Dissertation aufbauen.
Werke: Die Lehre v. den göttlichen Namen in der Summe Alexanders v. Hales. Ihre Prinzipien u. ihre Methode (FreibThSt Bd. 46). Freiburg i. Br. 1938; Der Kath. - Sein Stirb u. Werde [Theol. Auseinandersetzung mit dem Buch: G. Mensching (Hrsg.), Der Kath. - Sein Stirb u. Werde. Leipzig 1937], in: Oberrheinisches Pastoralbl. 40 (1938) 281-288.
Lit. (Auswahl): Rezensionen zu Schlenkers Dissertation: NSchol 13 (1939) 78, AfrH 33 (1940) 433-436, Irénikon 17 (1940) 146, Scholastik 15 (1940) 255-257 (Joseph Gummersbach); - Eugen Seiterich, Dem Gedächtnis von Ernst Schlenker, in: St. Konradsbl. Nr. 14, 2.4.1950, 166; - Schlenker Dr. Ernst, in: Hermann Ginter, Necrologium Friburgense 1941-1945, in: FDA 70 (1950) 179-258, hier 238f.; - Wolfgang Müller, Fünfhundert Jahre theol. Promotion an der Univ. Freiburg i. Br. (Btrr. zur Freiburger Wissenschafts- u. Universitätsgesch. Bd. 19). Freiburg i. Br. 1957 (s. Reg.); - Elisabeth Gössmann, Metaphysik u. Heilsgeschichte. Eine theol. Unters. der Summa Halensis. München 1964; - Hennig Brinkmann, Ma. Hermeneutik. Tübingen 1980. 35; - Rudolf B. Schmitz, Sein, Wahrheit, Wort. Thomas v. Aquin u. die Lehre v. der Wahrheit der Dinge. Münster 1984. 459; - Hubert Philipp Weber, Sünde u. Gnade bei Alexander v. Hales. Ein Btr. zur Entwicklung der theol. Anthropologie im MA (Innsbrucker theol. Stud. Bd. 63). Innsbruck 2003 (s. Reg.).
Gunnar Anger
Textergänzung:
Ernst Schlenker war bis 1933 Freiburger Studentenseelsorger. Sein Nachfolger in diesem Amt wurde Franz Marquart (1903-1983, s. Bd. XXVIII).
Literaturergänzung:
Jürgen Brüstle, Studentenseelsorge im Spannungsfeld des Weltanschauungskampfes zwischen Katholischer Kirche und Nationalsozialismus 1933 bis 1945, in: FDA 117 (1997) 111-215, hier 117, 119, 121, 126, 203; - Annemarie C. Mayer, Drei Religionen – ein Gott? Ramon Lulls interreligiöse Diskussion der Eigenschaften Gottes. Freiburg i. Br./Basel/Wien 2008 (s. Reg.).
Gunnar Anger
Letzte Änderung: 24.07.2008