SCHÖLZIG, Amandus (Ferdinand): katholischer Ordenspriester, Mitglied des Trappistenordens (OSCO), Missionsabt in Mariannhill. * 3.5. 1836 in Jauernig, † 28.1. 1900 in Mariannhill/Südafrika. - Schölzig trat nach dem Besuch des Humanistischen Gymnasiums in Olmütz 1858 in das Chorherrenstift Klosterneuburg bei Wien ein. Hier studierte er Theologie und empfing am 25.7. 1863 die Priesterweihe. Danach wirkte er als Lehrer für Exegese und orientalische Sprachen im philosophisch-theologischen Studium des Klosters. Er trat am 20.10. 1888 zu den Trappisten im südafrikanischen Mariannhill über. Erst sechs Jahre nach seinem Eintritt wurde er zum Nachfolger des Gründers von Mariannhill, Abt Franz Pfanner, gewählt. Am 24.4. 1894 empfing Schölzig die Abtsweihe. In seiner Amtszeit konnte die Missionstätigkeit der Trappisten durch die Errichtung neuer Missionsstationen und den Bau von Kirchen ausgeweitet werden. Zugleich versuchte Schölzig auch, das monastische Ideal der Trappisten stärker zur Geltung zu bringen, um die Spannung zwischen Kontemplation und Missionsarbeit, die seinen Vorgänger das Amt gekostet hat, zum Ausgleich zu bringen. Letztlich überwog die missionarische Sendung der Trappisten von Mariannhill; sie wurden 1909 vom Gesamtorden getrennt und als eigenständige Missionskongregation von Mariannhill konstituiert.
Lit.: Adalbert Ludwig Balling, Sie waren Boten der Liebe - Guten Menschen sterben nicht: Mariannhiller Porträts, Würzburg 1990, 18-26. Über die Gründung von Mariannhill und die Entstehung der Mariannhiller Missionare: Adalbert Ludwig Balling, Der Trommler Gottes: Missionsabt Franz Pfanner - Abenteurer und Rebell (1825-1909), Freiburg u.a. 1981.