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Band XVI (1999) Spalte 1430 Autor: Ekkart Sauser

SCHROFFENSTEIN, Christoph v.: Fürstbischof von Brixen, geb. um 1460 auf Burg Schroffenstein bei Landeck/Oberinntal, gest. 29.3. 1521 in Innsbruck. - Noch heute stehen die Ruinen der Burg Schroffenstein hoch über Landeck in Nordtirol. Hier wurde Schr. geboren. Schon im Jahre 1480 bekam er ein Kanonikat am Brixner Dom in Südtirol. Im Zuge von Studien erwarb er 1493 das Doktorat der beiden Rechte. In diesem Jahre erhielt er wieder ein Kanonikat, diesmal an der Kathedrale zu Trient. Seit 1495 betätigte er sich auch als Ratgeber von Kaiser Maximilian. 1496 wurde er Koadjutor des Fürstbischofs von Trient, Ulrich von Lichtenstein. Nach dem Tode von Fürstbischof Melchior von Meckau von Brixen am 3. März 1509 wurde Schr. sein Nachfolger als Fürstbischof von Brixen. Im Januar 1511 wurde Schr. zum Priester und Bischof geweiht. 1511, also im gleichen Jahr seiner Bischofsweihe, hielt er eine Diözesansynode ab. Wie J. Gelmi mitteilt, sind leider die Statuten, die sehr wertvoll waren, nicht durchgeführt worden. Durch den Krieg gegen Venedig von 1508-1516 wurde Schr. sehr in Anspruch genommen. - Gelmi bemerkt noch dazu: »Mit dem Landlibell vom 23. Juni 1511 bezog Kaiser Maximilian das Hochstift Brixen verstärkt in die Landesverteidigung ein und unterstrich so die Tendenz, das reichsrechtlich selbständige geistliche Fürstentum mehr und mehr dem Tiroler Landesfürstentum zu unterstellen.« (Die Brixner Bischöfe in der Geschichte Tirols... S. 115-116). - Die Notlagen bedrängten vor allem die Bauern sehr und so geschah es auch, daß sich 1520 im Gerichte Rodeneck Landwirte versammelten, um die bischöfliche Burg zu Brixen zu stürmen. Dem Rodenecker Pfleger jedoch gelang es, die Bauern zu beruhigen. Schr. war schon seit längerer Zeit krank und verstarb in Innsbruck. Sein Grabstein, geschaffen vom berühmten Meister Hans Valkenauer von Salzburg, befindet sich heute an der Fassade des Domes zu Brixen.

Lit.: J. Gelmi: Die Brixner Bischöfe In der Geschichte Tirols, Bozen 1984, 114-116; - J. Gelmi: Kirchengeschichte Tirols, Innsbruck-Wien-Bozen 1986, 60-61.

Ekkart Sauser

Letzte Änderung: 03.12.1999