SEITZ, Alexander Maximilian, Maler; * 1811 München, † 15. April 1888 Rom. - Als Sohn des Historienmalers Johann Baptist S. geboren, wurde S. bereits als Kind zur Kunst herangezogen und besuchte mit 12 Jahren die Akademie. Als Schüler von Peter Cornelius trat er ab 1829 erfolgreich mit eigenen Bildern an Ausstellungen auf. Darauf wurde er unter der Leitung von Heinrich Maria von Hess zur Komposition und Ausführung von vier Freskenbildern für die Heiliggeistkirche in München herangezogen. S. malte die Darstellung der Sakramente Taufe, Firmung, Beichte und Ehe. Nach Abschluß dieser Arbeiten konnte dank der Verwendung Cornelius' mit demselben 1833 nach Rom reisen, wo er sich Friedrich Overbeck und der Nazarener-Schule anschloß. S. heiratete 1842 die Tochter des Malers Platner und ihr Sohn Ludovico folgte seinem Vater in die Malerei. Zusammen vollendeten sie die von Overbeck begonnene Ausmalung des Domes von Diakovar. Für den Heiligenzyklus, den Ludovico für den Verleger Benjamin Herder in Freiburg anfertigte, malte sein Vater die Blätter Jacobus, Agatha, Cäcilia, Odila, Hedwig und Zita. S. fertigte Zeichnungen, Aquarelle und Fresken an, die alle im Sinn und Geist der Nazarener gehalten sind.
Werke: Josef von seinen Brüdern verkauft; »Sieben-Schläfer«; Salvator mundi; Moses Auffindung (Rom 1841); Sakramentsbilder (Taufe, Firmung, Beichte, Ehe); Heimkehr des verlorenen Sohnes (S. Trinita di Monte, Rom); Anbetung der Hirten; Hl. Katharina; Erweckung des Jünglings von Nain; Christus als Kinderfreund; Zinsgroschen; Jakob's Versöhnung mit Esau (1835); St. Katharina von Alexandrien von Engeln über das Meer getragen; Die Flucht nach Ägypten; Madonna auf dem Throne; Madonna auf dem Throne, von singenden Engeln umgeben; Erlösung der Erzväter aus der Vorhölle oder: Christus inmitten der Patriarchen, die er aus dem Limbus befreit hat; (1841); Die klugen und die törichten Jungfrauen (S. Trinita di Monte, Rom); Apostel und Evangelisten (Kapelle Villa Torlonia, Gandolfo 1844), Antonius; Das Glaubensschiff mit den Aposteln Petrus und Paulus; Die hl. Katharina nach ihrer Enthauptung von Engeln zum Berg Sinai getragen; Die hl. Apostel Petrus und Paulus (Begrüßung derselben); Mater amabilis (Rom 1853); Die Arbeiter im Weinberge; Der verlorenen Sohn; Der Zöllner und der Pharisäer im Tempel.
Lit.: Atanazy Graf Raczynski, Geschichte der neueren deutschen Kunst. 1836 II, 339-341; - Georg Kaspar Nagler, Neues allgemeines Künstlerlexikon XVI München 1846, 224; - Deutsches Kunstblatt 6. Jg. 1855, 5 (Teil des Aufsatzes Kunst und Künstler zu Rom im Jahre 1853/54); - Georg Kaspar Nagler, Künstler Monogrammisten. München-Leipzig IV 1871, 671 u. 1094; - Josef Maillinger, Bilderchronik... München NF IV 1871; - Friedrich von Boetticher, Malerwerke des 19. Jh. II.1 Leipzig 1901, 733; - Hermann Alexander Müller, Hans-Wolfgang Singer, Allgemeines Künstlerlexikon. Frankfurt a.M. IV 51921, 256; - Heidi C. Ebertshäuser, Malerei im 19. Jh. Münchener Schule. München 1979, 262; - Horst Ludwig, Münchener Maler im 19. Jh. München IV 1983, 148-149; - LThK IX, 434; - ADB XXXIII, 655-656; - Thieme-Becker XXX, 468.
Walter Troxler
Textanmerkungen:
In der Domkirche von Djakovo befinden sich 43 Freskenbilder mit Motiven aus der Bibel und wurden alle außer zwei (Abrahamsopfer und Noahopfer), von deutschen Maler Alexander-Maximilian Seitz und seinen Sohn Ludovico Seitz, in einem Zeitraum von 12 Jahren gemalt. - Dabei machte der Vater Maximilian Seitz 13 Bilder und sein Sohn Ludovico Seitz weitere 28 Bilder in Freskotechnik. Restliche zwei (s.o.) malte ein italienischer Maler namens Ludovico Ansiglioni. - Ludovico Seitz machte sich besonders bemerkbar mit seinem Bild von Madonna mit zwei Engeln in Hintergrund, die er in Paris im Jahre 1876 als er nur 22 Jahren alt war, aufstellte. Das Bild wurde von Bischoff Strossmayer gekauft.