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Band XXIII (2004) Spalten 1361-1377 Autor: Franz Obermeier

SERRANO, José S. I., José Serrano wurde am 12.5. 1634 in Antequera in Andalusien geboren und trat 1652 zum Noviziat in Sevilla in die S.I. ein. Im Jahre 1658 kam er mit dem Provinzial von Paraguay Simón de Ojeda nach Buenos Aires und schloß dort sein Theologiestudium ab. Die jesuitische Provinz Paraguay war weiter gefaßt als der heutige Staat und schloß Argentinien und Teile von Brasilien mit ein (zur Geschichte Diccionario histórico de la Compaņía de Jesús, Bd. 3. 3032-3038). In den Jahren 1675 befand er sich am Hauptsitz der Jesuiten in Córdoba, 1681 in Asunción. Von 1689-1690 unterstützte er den Provinzial Gregorio Orozco in seiner Arbeit. Er war als Rektor der Jesuitenkollegien in Buenos Aires (1695-1699) und Asunción tätig, 1701 und 1702 war er Superior der Missionen von Uruguay. Zusammen mit dem Jesuiten Juan Neumann († 1704) sollte er schließlich die Jesuitenpresse in den Reduktionen aufbauen, für die er von zentraler Bedeutung werden sollte. Er starb in der Reduktion Loreto in Paraguay am 10.5. 1713 (Sommervogel, VII, Spalte 1152; Diccionario histórico de la Compaņía de Jesús, Bd. 4, 3560). - In Argentinien setzt die Druckgeschichte in Vergleich etwa zu Mexiko später ein. Da die Kolonialmacht Spanien hier nicht auf bereits bestehende hervorragend ausgebaute Verkehrssysteme und die zentralisierten sozialen Machtstrukturen von Mittelamerika und Peru zurückgreifen konnte, brauchte die Konsolidierung des spanischen Machtanspruchs sehr viel länger, zumal es sich bei den ursprünglichen indianischen Bewohnern um meist nur halbseßhafte Indianerstämme handelte, die später in den Stämmen der Pampa-Indianern (um Buenos Aires), der Chiquitos (Bolivien) oder in anderen sich neu formierenden Gruppen aufgingen. Für die Jesuiten sollte vor allem die Gruppe der Guarani-Indianer in Paraguay und Argentinien von großer Bedeutung werden, da diese schon seit der Frühzeit durch Mischehen ein enges Bündnis mit den Europäern eingegangen war. Buenos Aires, von Pedro de Mendoza 1536 gegründet, mußte auch wegen der schwierigen Versorgung mit Nahrungsmitteln und der Feindschaft der Pampastämme einige Jahre später aufgegeben werden und wurde erst 1580 von Juan de Garay neugegründet. Die Spanier zogen sich 1541 nach Asunción im heutigen Paraguay zurück, wo durch ihr Bündnis mit den ackerbauenden Guaraní-Indianern ihr Überleben gesichert war und durch die Herausbildung einer Mestizenbevölkerung auch die Grundlage für die Tradierung einer auf das Guaraní zurückgehenden indianischen Umgangssprache geschaffen wurde. Asunción wurde zum Ausgangspunkt einer Eroberung der Gegend durch entradas (Kriegszüge) und die Gründung von Städten, sowie einer Erschließung der Verbindungswege bis Peru und Bolivien. In diesem Kontext waren die Voraussetzungen für die Herausbildung eines ausgeprägten kulturellen Lebens anfangs nicht gegeben, zumal durch die in der Frühzeit nur sporadischen Schiffsverbindungen zu Spanien auch kein wesentlicher Bevölkerungszuwachs und kultureller Austausch mit dem Mutterland erfolgte. - Mit den Jesuiten setzt ab 1609 eine Erschließung auch bisher vernachlässigter Gegenden durch feste Missionssiedlungen ein, die sogenannten Reduktionen, in denen die indianische Bevölkerung paternalistisch von Jesuiten betreut und in der Religion unterwiesen wurde. Diese Reduktionen waren für die Jesuiten natürlich eine Möglichkeit, die halbseßhafte Bevölkerung dauerhaft anzusiedeln und damit leichter im Christentum zu unterweisen. Nicht zuletzt hatten sie für die spanische Kolonialherrschaft auch eine erhebliche militärische Bedeutung, da sie das von Spanien beanspruchte Gebiet gegenüber dem wachsenden Einfluß der Portugiesen sicherten, die durch die Züge der aus der Gegend von São Paulo stammenden "bandeirantes" genannten Sklavenfänger schon bald in Gebiete eindrangen, die nach dem Vertrag von Tordesillas (1494) spanischer Herrschaftsbereich waren. Hier kam es auch bald zu Konflikten mit den Jesuiten, insbesondere in der Gegend Guaira im heutigen Südbrasilien, wo die Jesuiten ihre Missionsstationen schließlich aufgeben mußten und unter der Leitung des Jesuiten Antonio Ruiz de Montoya (1585-1652) (s.d.) 1631 mit ihren Indianern in sichere weiter westliche Gebiete übersiedelten. - Die Jesuiten formten natürlich keinen eigenen "Jesuitenstaat", wie in der entweder polemischen oder apologetischen Diskussion um ihre spätere Vertreibung aus Südamerika 1767 und bei der Bewertung ihrer Arbeit bis heute immer wieder vorgebracht wurde, sie waren der spanischen Rechtssprechung unterworfen und zahlten dem spanischen König die festgesetzten Abgaben, allerdings konnten sie in den Reduktionen das soziale Leben selbständig organisieren und den Einfluß der Spanier weitestgehend ausschalten. Die Indianer konnten nur mit Zustimmung der Patres etwa als Soldaten an die Gouverneure von Asunción oder Buenos Aires als Hilfstruppen gesandt werden. Damit waren die Stämme natürlich vor der Ausbeutung durch die encomienda (Arbeitspflicht) geschützt und für religiöse Unterweisung empfänglich. Die für damalige Verhältnisse zahlenmäßig große Bevölkerung der Reduktionen wurde durch ein straff organisiertes Sozialleben durch die Jesuiten geleitet, die die Indianer allerdings nie zu selbstbestimmten Individuen erzogen, sondern sie in Abhängigkeit beließen. - Das Wirken von José Serrano in den Jesuitenreduktionen fällt in eine Zeit, als sich die nach der Aufgabe von Guaira und nach zahlreichen Versuchen im Chaco und bei den Chiquitos dauerhaft Fuß zu fassen, verbliebenen jesuitischen Siedlungen konsolidiert hatten. Dies bildete die Voraussetzung für ein intensives kulturelles Leben in den Jesuitenreduktionen, z.B. auch im Bereich der religiösen Musik, die gerade erst von der Forschung wiederaufgearbeitet wird. In Prozessionen und kirchlichen Feiern wurden europäische Instrumente eingesetzt, ja sogar Orgeln nach europäischen Vorbildern nachgebaut. In diesen Reduktionen wurden zu Beginn des 18. Jahrhunderts von den Jesuiten dann auch die ersten argentinischen Drucke mit Hilfe eigens ausgebildeter Indianer erstellt. - Es handelt sich bei diesen Drucken um verschiedene Typen von Texten, historisch apologetische Literatur findet sich nur in dem Brief von José Antequera y Castro (1690-1731), einem Gouverneur, dessen Polemik mit den Jesuiten diese zu der Veröffentlichung seines Werks und der Replik des Bischofs von Asunción veranlaßte. Antequera war ein peruanischer Rechtsgelehrter, der von der obersten Rechtsbehörde in diesem Teil Südamerikas, der "audiencia de Charcas", nach Asunción gesandt wurde, um Anschuldigungen gegen den Gouverneur von Paraguay, Diego de los Reyes, zu überprüfen. Antequera schlug sich auf die Seite der Opposition, wurde selbst Gouverneur und nach einem Aufstand gegen die Autorität des Vizekönigs im Namen des Volks, bekannt als der sogenannte Comuneros-Aufstand, 1731 in Lima hingerichtet. Seine Anklagen der Jesuiten wollten diese nicht als solche stehen lassen und veröffentlichten seinen Brief mit einer Replik des Bischofs von Asunción, José Palos. Eine weitere Gruppe von Texten könnte man als missionspraktische Werke bezeichnen, darunter zählen das Manual und die von dem Indianer Yapuguay unter jesuitischer Anleitung von Paulo Restivo übersetzten Sermones y ejemplos und die neuen Auflagen der Sprachlehrbücher von Montoya (zu den Titeln siehe die Bibliographie des Artikels). Herausragendes Werk dieser jesuitischen Druckerpressen ist das von José Serrano ins Guarani übersetzte Werk von Juan Eusebio Nieremberg. DE LA DIFERENCIA ENTRE LO / TEMPORAL Y ETERNO [...] Impreso en las Doctrinas. Aņo de M. D. CC. V. Der angegebene Druckort, die "Doctrinas", sind die Reduktionen. Zwei weitere zuvor in den Reduktionen erstellte Drucke, ein Martirologio Romano, ein Heiligenverzeichnis, und ein Flos Sanctorum o Libro de las vidas de los Santos, von José Serrano aus dem Werk von Pedro de Ribadeneyra (siehe Artikel), erstmals 1599 veröffentlicht, kompiliert, sind nur bibliographisch erwähnt und nicht erhalten. Es handelt sich bei der Nieremberg-Ausgabe in Guarani damit um den argentinischen Erstdruck. Von diesem Druck gibt es nur zwei Exemplare, eines im Museo Udaondo, einem bedeutenden kolonialgeschichtlichen Museum mit einer Bibliothek und einem Archiv in Luján bei Buenos Aires und das andere in der Privatsammlung Horácio Porcel in Buenos Aires, die unten genauer beschrieben werden. - Juan Eusebio Nieremberg (s.d.) (1595-1658), in Madrid geboren, aus einer deutschen Familie stammend, war ein ungemein fruchtbarer jesuitischer Schriftsteller im damaligen Spanien. Seine Diferencia entre lo temporal y lo eterno, Madrid 1640 ist wohl sein bekanntestes asketisches Werk. Nierembergs zahlreiche Werke fanden eine für die damalige Zeit außerordentliche Verbreitung in vielen europäischen Sprachen, sind aber heute vergessen. Die Bedeutung des in den Reduktionen erschienenen Drucks liegt abgesehen von dem druckgeschichtlichen Aspekt vor allem in künstlerischer und linguistischer Hinsicht. José Serrano hat mit Hilfe von Indianern und seiner eigenen Sprachkenntnisse dieses Werk sicher auch als Vorlage für religiöse Predigten ins Guaraní übersetzt und von den indianischen Künstlern auch eigene Kupferstichillustrationen (Abbildungen der Illustrationen bei Medina 1898, unpag. und Furlong 1962, 572-591) schaffen lassen, angesichts der Situation der Reduktionen weitab von den Kulturzentren ein ungeheurer Aufwand. Diese Illustrationen kopieren die Abbildungen einer zeitgenössischen Ausgabe aus Antwerpen 1684 mit Illustrationen von Gaspar Bouttats (siehe unten). Die Guarani-Ausgabe enthält aber auch einige Darstellungen der Hölle, deren Vorbilder (eventuell in Lateinamerika verbreitete Einblattdrucke, vielleicht auch aus Mittelamerika?) wir nicht kennen und die kunstgeschichtlich bedeutend sind, da sich in ihnen mehr als in den etwas aufgesetzt-allegorischen Arbeiten nach Bouttats mythische Vorstellungen der indianischen Künstler mit religiösen Lehren des Christentums verbinden. Wir wissen nicht viel über die Künstler, es handelt sich angesichts der Anzahl der Illustrationen (43 ganzseitige Illustrationen und zahlreiche Initialen und Vignetten) und qualitativer Unterschiede sicher um eine Werkstatt; nur eine Arbeit, das Porträt von Tirso Gonzalez, dem damaligen General der Jesuiten, dem das Buch gewidmet ist, ist von Joan Yapari signiert, ein Zeichen gesteigerten Selbstbewußtseins eines Künstlers. Wir kennen nur wenige der Künstler der Jesuitenreduktionen namentlich, von den Graveuren sind außer Yapari nur ein Paica namentlich belegt, und ein nur hypothetisch den Reduktionen zuzuordnender Tilcara, wohl ein Calchaquí-Indianer (Pla 1966, 588-591). Der auf dem signierten Porträt der Nieremberg-Ausgabe abgebildete Tirso Gonzalez war General des Jesuitenordens von 1687-1705, also zur Zeit der Erstellung des sicher Jahre in Anspruch nehmenden Buchs und hat sich in seiner Arbeit vor allem gegen den Laxismus gewandt, was seinen Ausdruck auch in der Förderung von Büchern wie Nierembergs asketischer Diferencia findet. Es lag also nahe, der Übersetzung auch sein Porträt beizugeben. Sein Porträt gilt als der qualitätvollste der Stiche. - Die zeitgenössische Kupferstichkunst kennt nicht wie heutige Werke das Konzept der Originalität als vorrangiges Qualitätsmerkmal, Graveure kopierten getreu die von Vorzeichnern, den sogenannten Formenreißern oder europäischen künstlerischen Modellen überlieferte Bildsprache und zeigten ihr Können nur in wenigen eigenen Elementen. Die Qualität der Stiche in Serranos Nieremberg-Ausgabe variiert von einer beeindruckend fein gearbeiteten wie dem erwähnten Porträt oder einem tradierten Motiv des Triumpfs des Todes über die zu seinen Füßen liegenden Menschen bis hin zu Arbeiten, die die vorbildhaften Illustrationen in der Ausgabe von Bouttats geschickt kopieren. Die als Vorbild dienende Nieremberg-Ausgabe war von Gaspar Bouttats, Mitglied einer Antwerpener Künstlerfamilie, die zahlreiche Kupferstecher hervorbrachte, illustriert worden. Gaspar Bouttats (ca. 1640-ca. 1695/96) hat vor allem im Bereich der Buchillustrationen gearbeitet, seine Stiche gehen aber nicht über handwerklich geschickte Produkte hinaus, die zahlreiche zeitgenössische künstlerische Einflüsse gefällig verarbeiten. Einige der Stiche in der Ausgabe von 1684 sind "Gasp. Bouttats" (abgebildet in Furlong 1953, 332) signiert, es handelt sich deshalb nicht um Arbeiten von einem "Dirk" Bouttats (so Pla 1966, 584). Ein Werkverzeichnis der Arbeiten von Bouttats (ohne die Nieremberg-Ausgabe) findet sich bei Hollstein (1950, Bd. 3, 175). Es gab in Antwerpen zu der Zeit einen gleichnamigen Stecher und zahlreiche andere künstlerisch tätige Mitglieder der Familie, so daß eine klare Erfassung aller seiner Arbeiten aussteht (Thieme/Becker 1910, Bd. 4, 476). Die indianischen Künstler kopierten Bouttats Arbeiten im Wesentlichen sehr genau und änderten die Vorgaben des Bildaufbaus nicht. Bei einigen Illustrationen wie den Qualen der Hölle, wo keine direkten Vorbilder von Bouttats existieren, bzw. andere Elemente einflossen, zeigt sich allerdings das hohe Können mancher der indianischen Graveure in vollem Umfang. Zusätzlich wurden noch zahlreiche feine Initialen und Vignetten für den Druck gefertigt. - Nierembergs Werk war auch für andere in südamerikanischen Missionen tätige Jesuiten von großer Bedeutung. Der Jesuit Ignacio Chomé in der nahe gelegenen Chiquitos-Mission soll ebenfalls eine Übersetzung von Nierembergs Diferencia in die dortige Indianersprache verfaßt haben, diese ist jedoch nicht erhalten (Diccionario histórico de la Compaņía de Jesús, Bd. 3, 3036). - Mit Ausnahme der Titelseite, der offiziellen kirchlichen Druckerlaubnisse und der Widmungstexte ist das gesamte Buch in Guarani gedruckt. Der Einsatz der Jesuiten für das Guaraní hat sicher auch dazu beigetragen, daß Guaraní bis heute in Paraguay Verkehrssprache und offiziell anerkannte Landessprache ist. Zentral ist die Bedeutung der Werke auf Guaraní für die Entwicklung einer bisher nur am Rande betriebenen linguistischen Forschung über Missionslinguistik, insbesondere die Frage, inwieweit die Jesuiten die grammatischen Strukturen des Guaraní (z.B. inklusive und exklusive Pluralformen) auch verstanden und wie sie versuchten, die christliche Begrifflichkeit in die gänzlich andersgearteten indianischen Denkkonzepte zu übersetzen. Der linguistische Aspekt wurde bisher noch nicht genügend untersucht, es ist aber zu erwarten, daß die Nieremberg-Ausgabe hier eine zentrale Rolle spielen wird. - Wir können davon ausgehen, daß die Erstellung der Übersetzung von Serrano jahrelange Vorarbeit erforderte, nicht nur wegen der Schwierigkeit für christliche Konzepte eine Entsprechung im Guarani zu finden, das ja keine Schriftsprache war, auch wenn es durch sprachpraktischen Werke von Ruiz de Montoya schon grammatisch beschrieben war. Aus der zeitgenössischen Dokumentation wissen wir, daß die Übersetzung wohl schon um 1696 fertiggestellt war, zuerst in Rom gedruckt werden sollte, aber dann schließlich in den neu geschaffenen Druckerpressen der Jesuitenreduktionen, die ab 1700 arbeiteten (Furlong 1962, 572) gedruckt wurde. Auf diese lange Entstehungszeit deuten auch die Daten der kirchlichen Nihil obstat-Druckvermerke hin. Die Aprobación (Druckerlaubnis), die dem Buch beigegeben wurde, stammt vom Bischof José Bernardino Cerbin, Asunción 18.9. 1700. Zusätzlich wurden ein Parecer (Beurteilung) von P. Pedro de Orduņa, Buenos Aires 15.7. 1696, eine Licenza des genannten José Berardino Cerbin vom 6.8. 1701 und ein Parecer von P. Francisco de Castaņeda, Buenos Aires, 7.7. 1697 beigegeben. Diese Druckerlaubnisse lassen auch darauf schließen, daß das Buch in der verbliebenen Zeit von Einrichtung der jesuitischen Druckerpresse um 1700 bis 1705, dem Erscheinungsjahr gedruckt wurde, was angesichts des Aufwands mit den Drucktypen in Guarani, die ja erstmals auch erstellt werden mußten, als kurz erscheint (zwei Musterseiten des Texts in Furlong, 1962, 578/579). Das Buch selbst ist symbolisch dem Heiligen Geist dargebracht. Dies ist im Titelblatt und der Ikonographie eines Vorblatts auch dargestellt. Dieses Vorblatt zeigt den Heiligen Ignatius von Loyola und San Francisco Javier, die die Welt mit Fackeln erleuchten, darüber staatliche und kirchliche Symbole wie Wappen und Mitra, über allem die Taube des Hl. Geists schwebend. Serrano selber schrieb eine Widmung (Dedicatoria) an den General Tirso González, wo er explizit die Bedeutung der Indianer betont und den Druck in den Reduktionen gleichsam als Wunder auffaßt: Retorno al Divino Seņor el haber logrado el deseo de V. P. [der Widmungsempfänger] se impriman estas obras en las Doctrinas, sin gastos, así de la ejecución, como en los caracteres propios de esta lengua y peregrinos de la Europa; pues así la imprenta, como las muchas láminas para su realce, han sido obra del dedo de Dios, tanto más admirable, cuanto los instrumentos son unos pobres indios, nuevos en la fe y sin la dirección de los maestros de la Europa, para que conste que todo es favor del cielo, que quiso por medio tan inopinado enseņar a estos pobres las verdades de la fe (zitiert auch in Furlong 1953, 317). - Natürlich dürfte insbesondere bei theologischen Fragen die Übersetzung von Serrano von sprachkundigen Patres kontrolliert worden sein. Serrano betont in diesem Vorwort schon einen Aspekt, den das Buch sicher auch hatte: den missionspraktischen. Selbst wenn es sich sicher angesichts des materiellen Werts des Buchs um keinen Gebrauchstext handelte, der den Gläubigen zur Verfügung gestellt wurde, konnten die schon sprachkundigen Prediger des Ordens die Übersetzungen zum Anlaß nehmen, ihre eigenen Predigten unter Aufnahme von Gedanken Nierembergs zu gestalten oder Lesungen aus dem Buch zu veranstalten. Insbesondere die Ikonographie dürfte sicher aber auch in einer mittelalterlichen Tradition der Bilderbibeln und umfangreicher ikonographischer Programme in Kirchen der Belehrung der Indianer gegolten haben, etwa die furchteinflößenden bildlichen Darstellungen der Höllenstrafen. Von dieser Guaraní-Übersetzung des Buchs von Nieremberg wurden sicher nur wenige Exemplare erstellt etwa im Vergleich zu den ebenfalls in Reduktionen gedruckten Predigtbüchern in Guaraní etwa Nicolas Yapuguays Sermones y exemplos, die als Objekte des täglichen Gebrauchs auch auf schlechterem Papier gedruckt wurden, und von denen auch mehrere Exemplare erhalten sind. Letztere dienten sicher der praktischen Übung der Jesuiten in der Predigt, zumal ein sprachlich kompetenter und auch rhetorisch ansprechender Vortrag für die Indianer, die aus einer mündlichen Kultur stammten, sehr wichtig war. Textvorlagen boten hier eine gute Hilfestellung vor allem für Missionare, die in der Sprache noch nicht so sicher waren. Die Nieremberg-Ausgabe ist als einziges der Bücher aus den Missionen im Folioformat und auch drucktechnisch auf besserem Papier erstellt. Die Übersetzung sollte wohl neben der privaten Lektüre durch die zumeist 2 Patres, die die jeweiligen Reduktionen leiteten, in der mittelalterlichen Tradition der Evangeliare auch eine Art "Prunkbuch" sein. - Es gab zur Zeit der Vertreibung der Jesuiten nur noch zwei vollständige Exemplare (heute sind auch noch einige kleinere Fragmente bekannt, Furlong 1953, 335-337), wie wir aus der Auswertung zeitgenössischer Inventare wissen (Brabo, 1872). Also haben wohl allenfalls die größeren Reduktionen ein Exemplar besessen. Die einzelnen Lagen stammen wohl von teilweise verschollenen oder nicht fertig gestellten weiteren Exemplaren. Der Druckort, wohl Loreto, lag in der Nähe des Río Alto Parana und besaß um 1644 knapp 1500 Einwohner (Furlong 1953, 334). Es gab Druckereien in den Reduktionen Loreto, Santa Maria la Mayor und San Javier. Wir wissen auch, daß bei der Vertreibung der Jesuiten in Loreto eine Bibliothek aus insgesamt 315 Büchern existierte, leider ist kein Katalog erhalten (Furlong 1953, 335). Teile des Buchbesitzes der Jesuiten sind in heutige Sammlungen der argentinischen Jesuitenprovinz eingegangen, die durch ein bibliographisch-konservatorisches Projekt gerade aufgearbeitet werden (Morales 2002). Erwähnenswert ist die Herkunft der beiden erhaltenen Exemplare der Übersetzung. Eines der Bücher gelangte aus dem Privatbesitz des aus Italien stammenden argentinischen Historikers Pedro de Angelis (1784-1859) im 19. Jhdt. über die Sammlung Rafael Trelles (nach dessen Tod 1880 sein Bruder Manuel Ricardo bis zu dessen Tod 1890) in die Sammlung des Kaufmanns und Forschers Enrique Peņa (1849-1924), dessen Familie seine Bibliothek schließlich dem Museum in Luján vermachte, wo sie sich noch heute befindet. In Einträgen der ersten Blätter in dem Buch ist auch die Provenienz des Exemplars der Privatsammlung Porcel nachvollziehbar, es gelangte nach der Vertreibung der Jesuiten im 18. Jahrhundert aus Südamerika ebenfalls in Privatbesitz, wurde 1930 bei Maggs in London versteigert (s. Maggs 1930), neuerlich bei Sotheby's 1948 und schließlich 1972 von dem Sammler Porcel aus dem argentinischen Buchhandel erworben. Das Exemplar ist nicht vollständiger, wie in der Literatur angeführt (Santiago Sebastian, 1992, S.310, Fußnote 2, behauptet dies, er hat nach eigenem Bericht aber keines der Exemplare in Augenschein nehmen können und kannte nur Abbildungen aus dem Exemplar von Luján als Film). Allerdings besitzt das Exemplar der Sammlung Porcel den originalen Einband, was sich an Bindematerial mit Guaranitexten zeigt, während das zweite Exemplar von Lujan neu gebunden ist und auch generell in einem schlechteren Zustand, so z.B. sind einige der Stiche am weißen Rand beschnitten. - Eine genauere Analyse der Ikonographie des Buchs muß detaillierteren Studien vorbehalten werden (vgl. bisher Trelles 1890/91, Pla 1975, Santiago Sebastian 1992). In Kopie der Arbeiten von Bouttats finden sich zahlreiche tradierte Motive der Erbauungsliteratur im Kontext der Nierembergs Buch zugrunde liegenden Konfrontation weltlicher und spiritueller Werte, dies zeigt sich an vielen Höllenszenen, auch das Motiv der Reue am Totenbett taucht wiederholt auf. Für heutige Betrachter im Einzelnen erklärungsbedürftig sind zahlreiche Allegorien (eine ausgeprägte Tiersymbolik), die aber der Bildsprache der Barockliteratur entsprachen. Hilfestellung leisten hier kleine Ziffern, die auf Erklärungen des Texts verweisen und zugleich auch indirekt den Einsatz des Bildmaterials in der Katechese als konkret dem Betrachter erklärtes Bildmaterial vor Augen führen. Bei einem rein künstlerischen Produkt, das als Prunkbuch nur auf dem Lesepult oder der Bibliothek lag, hätten diese "Verweise" keine praktische Bedeutung außerhalb des sehr begrenzten Leserkreises der Patres und der wenigen alphabetisierten Indianer gehabt, denen Zugang zu dem Werk gewährt wurde. Künstlerisch bedeutend sind am Bildmaterial vor allem die Darstellungen von individualisierten Leidenden in der Hölle, die durch ihren drastischen Realismus wohl einmalig in der Zeit sind. In den zahlreichen Drachen und Fabelwesen auf diesen Illustrationen sind sicher auch indianische mythologische Vorstellungen eingeflossen, die im Kontext der Darstellung von Dämonen von Seiten der Kirche immer geduldet wurden. Die Jesuiten haben indianische Künstler zwar in den verschiedensten Bereichen von der Bildhauerei bis hin zur Musik als Helfer herangezogen, das Nieremberg-Buch steht aber in der amerikanischen Druckgeschichte einzigartig da, zumal zu der Zeit auch in Nordamerika erst der Buchdruck mit wenigen noch recht einfach bebilderten Drucken begann und Kupferstiche dieser Qualität und Menge auch nicht von dem weiterentwickelten mexikanischen Buchdruck erstellt wurden. Die Nieremberg-Ausgabe auf Guarani ist damit als eine der wichtigsten kulturellen Errungenschaften der jesuitischen Reduktionen in Südamerika überhaupt zu werten. Die jesuitischen Druckerpressen in den Guaraní-Reduktionen arbeiteten von ca.1700-1727, dem Erscheinungsjahr des letzten Werks, Nicolas Yapuguays Sermones y Exemplos. Sämtliche nach dem Nieremberg-Buch erschienenen Werke erreichen nicht die künstlerische Qualität dieses Stücks, an Illustrationen findet sich nur eine einfache Mariendarstellung auf dem Titelblatt der Explicacion de el catechismo von Nicolas Yapuguay, 1724, ohne daß erkennbar wäre, warum der Kupferstich, nachdem er ein solch hohes künstlerisches Niveau erreicht hatte, praktisch aufgegeben wurde. Wir wissen, daß es auch später noch Graveure in den Reduktionen gab, deren Produkte dürften sich aber wohl auf einige in der täglichen Missionsarbeit eine Rolle spielende Einblattdrucke beschränken, von denen nur einer bekannt ist, der erwähnte von einem Künstler namens Tilcara, der allerdings den Reduktionen nur hypothetisch zuzuordnen ist. Auch bei den zum Druck ausgewählten Titeln der Reduktionen ist der missionspraktische Aspekt durch Predigtbücher auf Guaraní und Ruiz de Montoyas sprachpraktische Werke eindeutig überwiegend. Diese Gebrauchsbücher brauchten auch keine Illustrationen. Nach dem Erlöschen der ersten argentinischen Druckerpresse in den Reduktionen setzt die argentinische Druckgeschichte neuerlich erst wieder mit der jesuitischen Druckwerkstadt von Córdoba, dem damaligen Hauptsitz der Jesuitenprovinz ein. Die dortige Druckerei existierte aber nur wenige Jahre. Die drei erhaltenen Drucke stammen aus dem Jahr 1766 (ein weiterer Akzidenzdruck aus Córdoba aus der Zeit ist undatiert, vgl. zu den Drucken Furlong 1953, 419-452). Illustrationen finden sich dort keine. Ein weltlicher Buchdruck setzt in Argentinien nach der Vertreibung der Jesuiten erst in Buenos Aires 1780 ein. Serranos Anteil an der Nieremberg-Übersetzung kann zwar beim jetzigen Forschungsstand noch nicht im Detail erfaßt werden, es ist aber davon auszugehen, daß er die Übersetzung in wesentlichen Teilen selbst erstellt hat, bzw. ihm zuarbeitende Indianer in ihrer Schriftlichkeit kontrolliert und angeleitet hat. Auch bei dem Bildmaterial ist sicher seine Anregung entscheidend gewesen. Die bisher weitgehend fehlende Forschung zu dem Werk ist natürlich auch durch den geringen Bekanntheitsgrad, bzw. im Falle des Exemplars in der Privatsammlung die eingeschränkte Zugänglichkeit der nur zwei erhaltenen Nieremberg-Drucke bedingt. Serrano war auch Kompilator und Übersetzer der in den Reduktionen gedruckten, aber verschollenen Flos Sanctorum. Sein Beitrag zur Druckgeschichte der Jesuitenreduktionen und damit zum Beginn eines Drucks in Südamerika überhaupt ist als zentral einzuschätzen. Durch die indianischen Künstler, die sein Buch illustriert haben, stellt die Nieremberg-Übersetzung auch einen Markstein südamerikanischer Missions- und Kunstgeschichte dar.

Erstausgabe des Buchs von Juan Eusebio Nieremberg: De la diferencia entre lo temporal y eterno, Madrid: Francisco de Robles y Juan Antonio Bonet, 1640.

Zahlreiche Übersetzungen und Neuausgaben der Werke von Nieremberg: (Bibliographie in José Simón Díaz: Bibliografía de la literatura hispanica, Madrid, Bd. 16, 1994, 5-50).

Übersetzung des Buchs durch José Serrano ins Guarani: DE LA DIFERENCIA ENTRE LO / TEMPORAL Y ETERNO / CRISOL DE DESENGAŅOS, CON LA ME- /MORIA DE LA ETERNIDAD, POSTRIMERÍAS HV- / MANAS Y PRINCIPALES MISTERIOS DIVINOS / por el / P. IVAN EUSEBIO NIEREMBERG / DE LA COMPAŅIA DE / IESUS / Y TRADUCIDO EN LENGVA GVARANI / POR EL PADRE / IOSEPH SERRANO / DE LA MISMA COMPAŅIA / DEDICADO A LA MAGESTAD DEL ESPIRITV SANTO / CON LICENCIA DEL EXELENTISSIMO / SEŅOR / D. MELCHOR LASSO DE LA VE- / GA PORTO GARRERO / Virey, Governador, y Capitán General del Peru / Impreso en las Doctrinas. Aņo de M. D. CC. V. Zwei vollständige Exemplare sind erhalten: eines in der Bibliothek des Museo Udaondo, Luján, ein zweites in der Privatsammlung Horácio Porcel, Buenos Aires. Die Sammlung Porcel ist nicht öffentlich zugänglich. Die Bibliotekare von Luján haben freundlicherweise einen Scan ihres Exemplars erstellt, den sie mir als CD-ROM zur Verfügung gestellt haben und den ich in den Bestand der UB Kiel integriert habe. Mittelfristig planen sie das Buch über eine Homepage im Internet zur Verfügung zu stellen.

Für den Nieremberg-Text kann man folgende neuere Ausgabe konsultieren: Juan Eusebio Nieremberg: Obras escogidas, Estudio preliminar y ed. de Eduardo Zepeda Henriquez, Biblioteca de autores espaņoles; 103/104, 2 Bde, Madrid: Ed. Atlas 1957 (darin auch die De la Diferencia entre lo temporal y lo eterno).

Bildmaterial: Das teilweise ikonographische Vorbild der Übersetzung von Serrano ist die Ausgabe Antwerpen 1684: De la diferencia entre lo temporal y eterno, Crisol de desengaņos, con la memoria de la eternidad, postrimerias humanas, y principales misterios Divinos, Nueva impresion, corregida de muchas erratas, y enriquecida con muy lindas Estampas, En Amberes: Por Geronymo Verdussen, Impressor y Mercader de Libros, en el Leon dorado 1684. Illustrationen von Gaspar Bouttats, einige davon signiert. Das Bildmaterial der Ausgabe von Bouttats auch in: José Toribio Medina (1892), Reprint 1965, am Ende des unpaginierten Bildteils, eine Abbildung in: Guillermo Furlong (1962), auf S.587 und in Auswahl in dem Bildteil des Aufsatzes von Santiago Sebastian (1992), siehe Bibliographie unten.

Die Illustrationen des Nieremberg-Drucks in Guaraní: Vollständig abgebildet in: José Toribio Medina: Historia y bibliografia de la imprenta en la América espaņola, darin: La Imprenta en el Paraguay (Teil mit eigener Paginierung), La Plata 1892, Reprint (Reprint series of José Toribio Medina's bibliographical works; 10): Amsterdam 1965, der Reprint enthält leider nur eine schlechte Reproduktion der Bilder der Originalausgabe von 1892. Deutlicher, allerdings in kleinerem Format, sind sie abgebildet in Guillermo Furlong: Misiones y sus pueblos de Guaranies, Buenos Aires 1962, zum Nieremberg-Buch dort 573-587.

Weitere Drucke der Jesuitenreduktionen: Die noch vor dem Nieremberg-Buch erstellten Martirologio Romano, ein Heiligenverzeichnis und ein Flos Sanctorum o Libro de las vidas de los Santos, von José Serrano aus dem gleichnamigen Werk von Pedro de Ribadeneyra, Erstausgabe 1599 und 1601 kompiliert, sind verloren. Zahlreiche andere Titel, darunter viele kleinere Akzidenzdrucke, sind nur bibliographisch erwähnt. Zu den Jesuitendrucken der Reduktionen insgesamt: Gesamtbibliographie der erhaltenen Werke in Medina 1892: Historia y bibliografía de la imprenta en la América espaņola, La Plata, La Imprenta en el Paraguay, 1-11. Neuerer Forschungsstand (mit den verlorenen Titeln) in Furlong 1953, 309-417 mit Belegexemplaren.

Erhaltene Drucke der Druckereien der Reduktionen: INSTRUCCION / PRACTICA / PARA / Ordenar Santamente la vida; que / ofrece El P. Antonio Garriga de / la Compania de Jesus. / Con brebe memorial, y recuerdo / à los que hazen los exercicios espi-/ rituales de S. Ignacio de lo-/ yola Fundador de la / misma Com-/pania / En Loreto, con licencia de los / Superiores en la Imprenta de / la Compaņia / Aņo de 1713. - MANUALE / ad usum / Patrum Societatis / IESU / Qui in Reductionibus PARAQUARIAE / versantur / Ex Rituali Romano / ac Toletano / de cerptum / Anno Domini MDCCXXI / Superiorum permissu / Laureti typis Pp Societatis IESU. VOCABULARIO / DE / LA LENGVA GUARANI / COMPVESTO / Por el Padre Antonio Ruiz /de la Compaņía de / Iesus. REVISTO, y augmentado / por otro Religioso de la misma. EN EL PVEBLO DE S. MARIA / LA MAYOR / EL AŅO DE MDCCXXII. [Erstausgabe des Vocabulario, En Madrid: por Iuan Sanchez, Aņo 1639]. - ARTE / DE LA LENGUA GUARANI / POR EL P. ANTONIO RUIZ / DE MONTOYA / DE LA COMPAŅIA DE / JESUS / Con los Escolios Anotaciones / y Apendices DEL P. PAULO RESTIVO / de la misma Compaņía / Sacados de los papeles / DEL P. SIMON BANDINI y de otros. / En el Pueblo de S. MARIA LA MAYOR / EL AŅO de el Seņor MDCCXXIV. - [Erstausgabe der Arte Madrid: Juan Sanchez 1640, Faksimile als Bd. 1:Arte de la lengua Guarani, Bd. 2: Bocabulario de la lengua Guarani, Bd.3: Tesoro de la lengua Guarani, Bd. 4: Catecismo, 4. Bde., hrsg. von Julius Platzmann, Leipzig: Teubner 1876; neueres Faksimile von zweien der Texte: Arte y bocabvlario de la lengva gvaraní 1640, Bd.1: Arte, y bocabvlario de la lengva gvarani: compvesto por el padre Antonio Ruiz, de la Compaņia de Iesvs, facs. [der Ausg. Arte Madrid, 1640, bzw. für das Vocabulario 1639]; Bd. 2: Arte, primera parte, [estudio y transcripción], presentación, transliteración y notas de Silvio M. Liuzzi], beide Bände, Madrid: Ed. de Cultura Hispánica 1994. Weitere Ausgaben siehe Artikel von Ruiz de Montoya. - Cathecismo / Que el Concilio Limense / mando se hiziese / para los Niņos / Explicado en lengua Guarani / por los primeros Padres, o.O, o.J. - [von Ruiz de Montoya, es sind nur zwei Exemplare erhalten, eines in der British Library, ein anderes in der Privatsammlung Porcel, Buenos Aires, eine neue Ausgabe mit Nennung von Ruiz de Montoya erschien Madrid: Diego Díaz de la Carrero 1740, diese wurde von Platzmann nachgedruckt, siehe oben unter Arte]. - EXPLICACION DE EL / CATECISMO / EN LENGUA GUARANI POR Nicolas Yapugai / CON DIRECCION / DEL P. PAULO RESTIVO / DE LA COMPAŅÍA / DE / JESUS / (Plancha de cobre grabada) / En el Pueblo de S. María La Mayor / AŅO DE MDCCXXIV. - SERMONES / Y / EXEMPLOS / EN LENGVA GVARANI / Por Nicolas Yapuguay / Con dirección / De VN RELIGIOSO DE LA COMPAŅIA / DE / IESUS (Viņeta) / En el Pueblo de San Francisco Xavíer / Aņo de MDCCXXVII. - [Es gibt eine Faksimile-Ausgabe Buenos Aires: Ed. Guarania 1953]. - CARTA que el Seņor Don Joseph / de Antequera y Castro, / Cavallero del Orden de Alcántara / Protector Genl. de Indios en la Real Audiencia / y Governador que fue de la Provincia / de el Paraguay / Escrivio al Illmo. y Rev.mo. Obispo / de el Paraguay / Doctor D. Fr. Joseph Palos etc. - (Kolophon:) Typis Missionarium Paraquariæ / Superiorum permissu in Oppido S. Xavierj Anno 1727. - [Es gibt einige zeitgenössische Ausgaben. Der Brief von Antequera aus dem Kerker in Lima trägt das Datum des 14.8.1725, Erstausgabe: wohl 1726 als Carta Primera, s.l., s. a. (Streit Bibliotheek Missionum Bd. 3, Nr. 222), Der Bischof antwortete am 18.03.1727, diese Replik wurde in obigem Jesuitendruck natürlich beigegeben. Antequera schrieb 1727 eine Replik auf den Antwortbrief des Bischofs, die als Carta Segunda s.l., s.a., wohl 1727 (Streit l.c. Bd. 3, Nr. 242) gedruckt wurde. Beide Briefe wurden als Cartas del Seņor Doctor Don Joseph de Antequera y Castro, o.O, 1728 (Streit l.c. Bd. 3, Nr. 272) gedruckt und spielten später eine wichtige Rolle in der Polemik gegen den "Jesuitenstaat". Weitere Nachdrucke bei Pierre Franįois-Xavier Charlevoix: Histoire du Paraguay, Paris: Didot, 1756, Bd. 3, Anhang: 1. Brief: Nr. 21, CX-CXIX, die Antwort des Bischofs dort CXIX-CLII, ebenfalls nachgedruckt in der antijesuitischen Quellensammlung Coleccion General de Documentos, Madrid 1768, Band 3, Nr. 2, beide Briefe, (vgl. Streit l.c. Bd. 3, Nr. 890).].

Bibliographie: Zur umfangreichen Literatur über die Jesuitenreduktionen sei auf die Bibliographie des Werks von Furlong 1962 verwiesen.

Lit.: Catálogo de Angelis, in: Revista de Buenos Aires, Bd. 10, 1866, 58, Fußnote; - Francisco Javier Brabo (Hrsg.), Coleccion de documentos relativos a la expulsion de los Jesuitas de la republica Argentina y del Paraguay, en el reinado de Carlos III., con introduccion y notas, Madrid 1872. - Alfredo do Valle Cabral, Bibliografia da lingua tupi tambem chamada lingua geral do Brazil, Rio de Janeiro, 1880, número 51; - Manuel RicardoTrelles (Hrsg.), Revista patriotica del pasado argentino, Bd. IV, 1890/91, 16-38; - Cipriano Conde de la Viņaza Muņoz y Manzano, Bibliografía espaņola de lenguas indígenas de América Madrid 1892, Unveränd. fotomechan. Nachdr. d. Orig.-Ausg. Leipzig 1972, Nr. 251. - Streit, Bib. Missionum, Bd. 3, 1927, im Appendix, 400; - José Toribio Medina, Historia y bibliografia de la imprenta en la América espaņola, darin La Imprenta en el Paraguay (Teil mit eigener Paginierung), La Plata 1892, Reprint (Reprint series of José Toribio Medina's bibliographical works; 10): Amsterdam 1965; - Bartolomé Mitre (1824-1906), Orígenes de la imprenta argentina (o.J.) http://www.argiropolis.com.ar/ameghino/obras/mitre/imprenta.htm, erstmals erschienen in La Biblioteca, Buenos Aires, 1896, Band 2, 52-57; - Eintrag Serrano in: Sommervogel, Band VII, Spalte 1152; - C. Gomez Rodeles: Imprentas de los antiguos Jesuitas en Europa, América y Filipinas, in: Razon y fe XXV; Madrid 1909, 63-70, 474-483, XXVI. 1910, 340-358, XXVII 1910, 205-212; - Ulrich Thieme / Felix Becker (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, 37 Bände, 1907-1950, Band 4, Leipzig 1910, 475 [zu Gaspar Bouttats, dem Illustrator der Antwerpener Nieremberg-Ausgabe]; - Pastells, Pablo: Historia de la Compaņia de Jesús en la Provincia del Paraguay (Argentina, Paraguay, Uruguay, Perú, Bolivia y Brasil) según documentos originales del Archivo General de Indias, 8 Teile in 9 Bänden 1912-1949, [Regesten der Dokumente über die Jesuiten in der Provinz Paraguay im Indienarchiv Sevilla]; - Medina, José Torribio, Bibliografia de la lengua guarani, Buenos Aires 1930; - Maggs Brothers (Hrsg.), Bibliotheca Brasiliensis: catalogo annotado de livros raros de alguns autogr. e ms. importantissimos e de grav. sobre o Brasil e o descobrimento da America 1493-1930 A.D.; [Verkaufskatalog], London, Maggs, 1930, die Nieremberg-Ausgabe unter Nr. 546; - Guillermo Furlong, Nuevos datos sobre los origenes del arte tipográfico en la Argentina, in: Estudios, Buenos Aires 49, 1933, 340-346; - Ders., Los Jesuitas y la cultura ríoplatense, Montevideo, 1933, neue Auflage Buenos Aires 1994; - Ders., Los jesuitas y la imprenta en la América Latina, in: Estudios 63, Buenos Aires 1940, 237-260, 311-336; - Miguel Solá, Las misiones guaranies, Escultura, pintura, grabados y artes menores, Buenos Aires 1946; - Guillermo Furlong, Origenes del arte tipográfico en América, especialmente en la República Argentina, Buenos Aires 1947; - Rodolfo Trostiné Aguerre, Manuel Ricardo Trelles, Historiador de Buenos Aires, Prólogo por Guillermo Furlong, Buenos Aires 1947; - Ders.: El grabado en la Argentina durante el período hispánico, Buenos Aires 1949 [auch erschienen in Estudios 81, Buenos Aires, 1949, 298-309, Estudios 82, 1949, 495-490]; - Friedrich Wilhelm Heinrich Hollstein: Dutch and Flemish etchings, engravings and woodcuts: ca. 1450-1700, Vol. 3: Boekhorst - Brueghel, Amsterdam 1950, 175 [Werkverzeichnis von Gaspar Bouttats, dem Illustrator der Antwerpener Nieremberg-Ausgabe von 1694]; - Guillermo Furlong, Historia y bibliografía de las primeras imprentas rioplatenses, 1700-1850, misiones del Paraguay, Argentina, Uruguay, Band 1: La imprenta en las reducciones del Paraguay, 1700-1727, la imprenta en Córdoba, 1765-1767, la imprenta en Buenos Aires, 1780-1784, [la imprenta en Montevideo, 1807- 1810], Buenos Aires 1953, 310-417; - Ders., Misiones y sus pueblos de Guaranies, Buenos Aires 1962, zum Nieremberg-Buch, 572-591; - Josefina Pla, El grabado en las misiones jesuíticas, in: Cuadernos hispanoamericanos, Madrid 1966, Heft 198, 577-592; - Dies., El barocco hispano-guaraní, Asunción 1975, bes. 165 ff.; - Hugo Storni: Catalogo de los Jesuitas de la provincia del Paraguay (Cuenca del Plata): 1585-1768, (Subsidia ad historiam SI; 9), Rom: Institutum historicum 1980, 269; - Historia general del arte en la Argentina, hrsg. von der Academia Nacional de Bellas Artes, 6 Bände, Buenos Aires 1982-1988, bes. Band II, 95; - Josefina Plá, La cultura paraguaya y el libro (Biblioteca de estudios Paraguayos; 4), Asunción 1983; - Santiago Sebastián, Lectura iconográfica de la versión guaraní del libro del padre Nieremberg De la diferencia entre lo temporal y eterno, in: Boletin del Museo e Instituto Camón Aznar, Nr. 48/49, 1992, 309-328; - Charles E.O'Neill/Joaquín María Domínguez: Diccionario histórico de la Compaņía de Jesús: biográfico-temático, hrsg. vom Institutum Historicum, S.I., Rom/Madrid 2001, Bd. 4, 3560; - Martín M. Morales, La libreria grande: il fondo antico della Compagnia di Gesù in Argentina [ideazione e progetto del volume Martín M. Morales, introd. e testi Martín M. Morales], Roma: Institutum Historicum Societatis Iesu 2002; - Franz Obermeier, Bedeutende lateinamerikanische Privatsammlungen, in: Bibliotheksdienst, 37.2003, Heft 11, 1391-1412.

Franz Obermeier

Letzte Änderung: 12.05.2004