SEVERINUS (frz. Seurin), Heiliger, Bischof von Bordeaux im 5. Jhdt. (Fest 21. Okotber). - Sichere Nachrichten über S. fehlen. Nach (s.d.) Gregor von Tours, der sich dabei auf Mitteilungen des Klerus von Bordeaux beruft, trat der dortige Bischof (s.d.) Amandus auf göttliches Geheiß seinen Stuhl an den um 410 aus dem Osten gekommenen S. ab, den er auch, nach dem Tod des S. wieder Bischof geworden, vor der Stadt bestattete. Die älteste Vita des S., von (s.d.) Venantius Fortunatus bald nach 587 verfaßt, stimmt damit im wesentlichen überein, läßt S. aber von Trier kommen. Erst im 10. Jh. wurde S. fälschlich mit (s.d.) Severin von Köln gleichgesetzt. Gegen Ende des 5. Jh.s entstand in Bordeaux die Kollegiatskirche St.-Seurin mit einem berühmten bis ins 18. Jh. benutzten Friedhof.
Lit.: AS X, 64-66; - J.A. Brutails, Cartulaire de l'église collégiale St-Seurin, 1897; - J. Callen, St. Seurin, 1912; - L. Duchesne, Fastes Episcopaux de l'ancienne Gaule,
21910, II, 60. III, 179; - DACL II, 1066-1067, XV, 1384-1396; - DHGE IX, 1183. 1190. 1192-1193; - Réau III, 1208; - LThk IX, 701.
Manfred Clauss
Literaturergänzung:
2009
Monique Janoir, Une vie inédite de saint Seurin de B., in: Parva pro magnis munera. Turnhout 2009, S. 493-512.
Letzte Änderung: 09.04.2011