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Band XXVII (2007) Spalten 1384-1386 Autor: Florian Schaffenrath

STEPHANI OCist (Stefani, Steffan), Benedikt, Prior des Stiftes Stams, Verfasser von lat. Epigrammen, * 4. Dezember 1613 in Hall (oder Innsbruck nach Album Stamsense) als Sohn des Innsbrucker Arztes Lambert Stephani, † 24. Dezember 1672 in Stams. - Benedikt Stephani wurde am 4. Dezember 1613 unter dem Namen Johannes geboren. Über seinen Geburtsort gehen die Quellen auseinander: Die anonymen Notizen am Ende von Cod. D 24 (Archiv Stams) vermerken Hall, fügen jedoch als relativierende Bemerkung "wenn ich mich nicht täusche" (ni fallor) hinzu. Das Album Stamsense (Nr. 448) gibt Innsbruck als Geburtsort an. Sein Bruder Laurentius tritt im September 1614 im Prämonstratenserstift Wilten ein (Urkunde erhalten: Stiftsarchiv Wilten, Lade 11, lit. H, Nr. 16) und bringt es dort nach dem Studium am Germanicum in Rom später bis zum Prior. Am 3. August 1634 legte Benedikt Stephani in Stams seine Profeß ab und wurde am 21. August 1637 für drei Jahre zu philosophischen Studien nach Ingolstadt geschickt. Von seinem dortigen Leben im Konvikt, seinen Kontakten zu Mitstudenten wie Benedikt Heffter oder Augustin Ranshovius, aber auch zum Regens des Konvikts, Georg Buchmüller, zeugen die ersten seiner erhaltenen Briefe (zit. nach Schaffenrath 2006): An Regens Georg Buchmüller sind die Briefe 1, 6, 7 und 9, an den Studienkollegen Benedikt Heffter Brief 8 gerichtet. Augustin Ranshovius wird in Brief 9 erwähnt. Die beiden Studenten hatten sich bei Stephanis Abreise aus Ingolstadt verpflichtet, einige Werke abschreiben und nach Stams schicken zu lassen. Zu Stephanis Kommilitonen in Ingolstadt zählte auch der spätere Prior in Seefeld, Simon Spitzweg (vgl. Brief 134). Bevor Stephani nach Stams zurückkehrte, wurde er am 22. September 1640 in Augsburg zum Priester geweiht. Seine Primiz feierte er am 6. Dezember 1640 bereits in Tirol. Für kurze Zeit wirkte Stephani dann als Lektor der Theologie, bis er am 9. März 1644 zum Prior bestellt wurde (vgl. Brief 218). Zahlreiche Briefe an den Innsbrucker Arzt Paul Weinhart d.Ä. bezeugen die Freundschaft der beiden, die mit Weinharts Tod 1648 endete. Besonders verantwortungsvoll wurde Stephanis Arbeit, als der Stamser Abt Bernhard Gemelich (1638-1660) vom Tiroler Erzherzog Ferdinand Karl 1652 zum Kammerpräsidenten in Innsbruck bestellt wurde. Nach dem Tod von Abt Gemelich wäre Stephani zu seinem Nachfolger gewählt worden, führte jedoch seine angeschlagene Gesundheit als Grund an, um die Pflicht nicht übernehmen zu müssen. Von Stephanis dichterischer Begabung zeugen die Epigramme, die unter den Bildern angebracht wurden, die über den Türen des Dormitoriums große Heilige und Selige des Benediktiner- und Zisterzienserordens zeigen. Die 107 Epigramme wurden 1716 in eine kleine Handschrift übertragen, die heute im Archiv (Signatur: F 9) des Stiftes liegt. Stephani übte das Amt des Priors bis zu seinem Tod im 1672 über 28 Jahre lang so gewissenhaft aus, daß er in vielen Fragen, etwa die Politik der Oberdeutschen Ordensprovinz betreffend, Briefe im Namen seines Abtes verfassen und versenden durfte. - Benutzt wurde Stephanis Briefsammlung v.a. durch den bedeutenden Ordenshistoriker Cassian Primisser (1735-1771) in seinen um 1765 entstandenen Annales Stamsenses, aber auch in den Annalen von Mais des Kasimir Schnitzer (hg. von Raimund Senoner).

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Werke: Extractus centum et quinque distichorum ad honorem, laudem et memoriam vitae et virtutis sanctorum ac beatorum virorum coelitum sancti ordinis Cisterciensis eleganti quondam ingenio penicilloque editorum, hs. 1716 (Stams, Archiv F 9); Copiae litterarum ad diversos ab anno 1640, hs. 1640-1671 (Stams, Archiv D 24); Zwei weitere bei Gasser angeführte handschriftliche Werke konnten nicht aufgefunden werden: Commentaria in octo libros Physicorum, in Meteorologiam in Metaphysicam; Menologium Cisterciense.

Lit.: Gasser, Vincenz: Erstes biographisch-literarisches Schriftsteller-Lexicon von Tirol, 4 Bd.e, hs. 1896 (Tiroler Landesmuseum, Sig. W 5522-5525); - Album Stamsense seu Catalogus Religiosorum sacre et exempti ordinis Cisterciensis archiducalis monasterii B. V. Mariae et S. Joannis Baptistae in Stams 1272-1898, Salzburg 1898; - Linder, Konrad: Epigrammata Stamsensia, in: Cistercienser-Chronik 49 (1937), 33-37; - P. Kasimir Schnitzer: Die Annalen von Mais, umgeschrieben und übersetzt von Raimund Senoner, Meran 2003; - Schaffenrath, Florian: Die Briefe des Priors Benedikt Stephani (1640-1671), Innsbruck 2006 (Tiroler Geschichtsquellen, 51).

Florian Schaffenrath

Letzte Änderung: 09.04.2011