SIGMAR (Sigimarus), Benediktinerabt, + am 4.9. um 1040 (1042?) in der Abtei von Kremsmünster in Oberösterreich. - S. war Mönch von Niederaltaich und wurde durch seinen Abt, den hl. Gotthard, in Kremsmünster eingeführt, möglich zunächst als Prior. Bei seinem Amtsantritt ließ S. ein Inventar des Kirchenschatzes und des Bücherbestandes anlegen. Dies geschah um 1013. Von den sechzig im Bücherverzeichnis des Abtes S. aufgeführten Handschriften sind mindestens elf aus dem 9. Jh. - zum Teil fragmentarisch - bis heute noch vorhanden. Darunter am Bedeutsamsten die zusammengesetzte Prophetenhandschrift und der Codex millenarius maior, wahrscheinlich noch aus der Zeit Arnos von Salzburg oder des Abtes Fater. J. Wodka, der einstige Kirchenhistoriker aus St. Pölten in Niederösterreich, bemerkt dazu: »Dieses älteste Handschriftenmaterial erweist die kulturelle Blüte des Klosters in der karolingischen Renaissance, seine engen Beziehungen zu Mondsee und Salzburg und den Fortbestand des Klosters über die Stürme der Ungarnzeit. Von den im Sigmar-Verzeichnis noch genannten weiteren Handschriften sind wenigstens drei aus dem 10. Jahrhundert und drei aus der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts gleichfalls bis heute erhalten geblieben.« (S. 38. - Bernardus Noricus beklagt, daß die beiden Inventare, die eingetragen sind in den Cod Mill Minor fol 70, das einzige seien, was von der Tätigkeit S. zeuge. Dennoch besagt eine alte Tradition, daß S. Kremsmünster zu neuer Blüte erstehen ließ. Ihm folgten als Äbte Gerhard II., Erenbert I., Wolfram II. und Pezelin. Allerdings war unter Pezelin das Niveau des Klosters im Vergleich zu den Zeiten S. bereits gesunken, denn Bischof Altmann von Passau wandte sich nach Gorze, von wo der Mönch Theoderich nach Kremsmünster zur Erneuerung des Konventes gesandt wurde. Das Melker Nekrolog nennt S. auch neben Heinrich von Gorze und Heribert von Schwarzach.
Lit.: J. Wodka, Kirche in Ölsterreich - Wegweiser durch ihre Geschichte, Wien 1959, 38, 74, 406, 414; - A. Kellner, Profeßbuch des Stiftes Kremsmünster, Kremsmünster 1968, S. 54.