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Band X (1995)Spalte 430 Autor: Johannes Madey

SIMONETTA, Ludovico, * ca. 1500 in Mailand, + 30. April 1568 in Rom. Er war der Neffe von Giacomo (s.d.) S. Zunächst ist L.S. als Jurist in Mailand und Pavia tätig. Im Jahre 1537 erhält er das Bistum Pesaro, nachdem sein Onkel Giacomo darauf verzichtet hat. Als Bischof nimmt er ab 1545 am Konzil von Trient teil. Im Jahre 1549 geht er nach Rom, wo er zum Referendar der Apostolischen Signatur ernannt wird. Am 17. Mai 1560 macht ihn Papst Pius IV. zum Leiter der Apostolischen Datarie, d.h. zum Datar, und knapp ein Jahr darauf, am 26. Februar 1561, nimmt er ihn in das Kardinalskollegium auf. Anschließend (ab 10. März) wird er auf dem Trienter Konzil Legat und ist der führende Kopf der Zelantenpartei, bis er hier vom Konzilspräsidenten Giovanni (s.d.) Morone entmachtet wird.

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Lit.: J. Šusta, Die Römische Curie und das Conzil von Trient unter Pius IV., 4 Bde, Wien 1904-1914 (Register); - E. Sol, Il card. L.S. datario di Pio IV e legato al Concilio di Trento, in: Archivo della Reale Società Romana di storia patria 26 (1903) 185-247; - G. Alberigo, I vescovi italiani al Concilio di Trento, Florenz 1959, 106 ff. (Literatur); - H. Jedin, Katholische Reform und Gegenreformation, in: H. Jedin (Hrsg.), Handbuch der Kirchengeschichte [Sonderausgabe], Freiburg-Basel-Wien 1985, IV, 484, 512-515; - ECatt XI, 641; - LThK 2IX 774; - Encyclopedic Dictionary of Religion, Philadelphia-Washington, D. C. 1979, 3305.

Johannes Madey

Letzte Änderung: 09.04.2011