SKYTTE, Mårten: * ca. 1480, + 30.12. 1550 in Åbo (finn. Turku), Finnland. Mönch und Bischof. Sohn von Jöns Olofsson (Skytte) und dessen Ehefrau Brita Eriksdotter. Seine erste Ausbildung erhielt S. im Kloster Raumo (finn. Rauma) und an der Kathedralschule in Åbo. Danach trat er in das Dominikanerkloster zu Sigtuna/Uppland, Schweden, ein. Die Dominikaner schickten S. auf längere Studienreisen nach Deutschland und Italien. In den Jahren 1500 und 1501 lehrte er in italienischen Dominikanerklöstern. Nach seiner Rückkehr nach Schweden im Jahre 1522 wurde er zum Prior des Dominikanerklosters in Sigtuna erwählt. Mit Hilfe des schwedischen Königs Gustav I. Vasa (regierte 1523-1560) wurde er zum Generalvikar des Dominikanerordens in Schweden und Visitator in Skandinavien. 1528 setzte ihn der König in der damaligen Hauptstadt Finnlands, Åbo, zum Bischof ein, ohne eine päpstliche Bestätigung abzuwarten. Eine persönliche Bitte S.s um die Erlaubnis zur Amtsniederlegung aus dem Jahre 1548 wurde vom König abgewiesen, doch sandte dieser den späteren finnischen Reformator Michael Agricola, um S. zu entlasten. Mit Hilfe Agricolas setzte S. in Finnland die Reformation und die Reduzierung der Kirchengüter und Priesterstellen zugunsten der schwedischen Krone durch. - Gegenüber der Krone erwies sich S. als loyal und ließ sich willig als Instrument der Durchsetzung monarchischer Interessen im finnländischen Teil des schwedischen Reiches benutzen. Nur im Zusammenhang mit der Reduzierung der Kirchengüter leistete er gegen Ende seiner Amtszeit Widerstand. Durch seine Loyalität gegenüber der Krone gewann er die Gunst des Königs. Diese ging so weit, daß Gustav I. Vasa dem Bischof 1530 die Erzbischofswürde von Uppsala anbot. S. lehnte jedoch ab. Gegenüber den Anhängern Luthers nahm S. eine wohlwollende Haltung ein. Er selbst forderte einen bibelnahen und volkssprachlichen Gottesdienst. Bereits 1531 wurde in Åbo die lateinische Messe von der schwedischen abgelöst, seit den 1540er Jahren galt die schwedische Messe in Finnland als Norm. Trotz seiner grundsätzlich positiven Einstellung zu Reformen blieb S. dem Katholizismus treu und setzte sich zusammen mit dem ersten lutherischen Erzbischof Schwedens, Laurentius Petri (1499-1573), für die Beibehaltung einer Reihe katholischer Traditionen ein. Er ist damit dem finnländischen Reformkatholizismus zuzuordnen.
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