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Verlag Traugott Bautz
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TALLEYRAND-PÉRIGORD, Alexandre-Angélique Herzog von, * 16. Oktober 1736 in Paris, + 20. Juni 1821 ebd. Er war der Vetter des französischen Außenministers und Ex-Bischofs von Autun Charles-Maurice de T.-P. Seine Studien machte er am Kolleg La Flèche und am Priesterseminar Saint-Sulipice. Nach seiner Priesterweihe wurde er königlicher Almosenpfleger. Im Jahre 1762 erhielt er das Amt des Generalvikars des Bischofs von Verdun. Darauf wurde er 1766 Koadjutor-Bischof des Erzbischofs de la Roche Aymon von Reims und 1777 dessen Nachfolger. Den Sulpizianern übertrug er die Leitung des Priesterseminars in Reims und gründete dort auch ein Leihhaus. Im Jahre 1789 wurde er als Deputierter des französischen Klerus in die Nationalversammlung entsandt; in der verfassungsgebenden Versammlung, an der er teilnahm, verteidigte er im Gegensatz zu seinem berühmten Vetter mit Nachdruck die Rechte und Privilegien der Kirche. Während der Wirren der Revolution war er 1790 gezwungen, Frankreich zu verlassen und in der Emigration zu leben. Nacheinander wohnte er in Aachen, Weimar und zuletzt in Braunschweig. Die Ereignisse in Frankreich veranlaßten ihn, sich immer stärker der Monarchie anzuschließen. Der bourbonische Kronprätendent Ludwig XVIII. berief ihn 1803 in dessen Hofstaat nach Warschau und ernannte ihn 1808 zu seinem Großalmosenpfleger. Mit Ludwig XVIII. kehrte er 1814 nach Frankreich zurück. Während der Einhundert Tage floh er mit dem König nach Gent. Im Jahre 1815 wurde er zum Pair von Frankreich ernannt. T.-P. hatte einen großen Anteil am Zustandekommen des Konkordats von 1817. Nachdem er auf das Erzbistum Reims verzichtet hatte, ernannte ihn Papst Pius VII. am 28. Juli 1817 zum Kardinal und am 1. Oktober 1817 zum Erzbischof von Paris; von diesem Erzbistum nahm er allerdings erst 1819 Besitz. Kurze Zeit darauf verpflichtete er die Priester seiner Erzdiözese, eine Eidesformel zu unterzeichnen, die mehr oder wendiger den Jansenismus begünstigte.
Lit.: D. Freyssinous, Oraisons funèbres, Paris 1821; - G. Moroni, Dizionario di erudizione storico-ecclesiastica da s. Pietro sino ai nostri giorni, Venedig 1851, LII, 106 f.; - A. Robert-E.-Bourloton-G. Cougny, Dictionnaire des parlementaires français, Paris 1891, V, 357; - J. Schmidlin, Papstgeschichte der neuesten Zeit, München 1933, I, passim; -A. Latreille (Hrsg.), Histoire du catholicisme en France, Paris 1962, III, 236 f.; - ECatt XI, 1711 f.; - LThK 2IX, 1279 f.; Encyclopedic Dictionary of Religion, Philadelphia-Washington, D.C., 1979, 3451.
Johannes Madey
Literaturergänzung:
2008
Jean Tulard, T. et Fouché face au Concordat, in: Le Concordat et le retour de la paix religieuse. Paris 2008, S. 51-55.
Letzte Änderung: 16.11.2008