TAVELIC, Nikolaus u. Gefährten: Hl., Franziskaner und Märtyrer,
* 1340 in Sibenik in Kroatien, + 14.11. 1391 in Jerusalem,
Fest. 14.11. - Bereits in jungen Jahren dem Franziskanerorden
beigetreten, wirkte er über 10 Jahre in Bosnien und dann mehrere Jahre
im Konvent zu Jerusalem. 1384 reiste er mit Bruder Deodat nach Palästina.
Dort verfaßten beide in Verbindung mit den Mitbrüdern Petrus von Narbonne
(Südfrankreich) und Stephan von Cuneo (südlich von Turin) unter inständigem
Beten eine Dichtung zur Verteidigung des christlichen Glaubens. Am
11. November 1391 geschah nach einem zeitgenössischen Bericht Folgendes:
»Um die dritte Stunde begannen sie, was sie schon lange geplant hatten,
auszuführen. Jeder hatte ein Heft oder eine kleine Papierrolle in
Italienisch oder Arabisch bei sich. Sie gingen gemeinsam zunächst
zum Tempel Salomos, wurden aber am Eintreten gehindert. Zum Hause
des Richters geführt, holten sie ihre Papierrollen hervor und begannen
ihm vorzulesen. »Der Kadi jedoch stoppte das Vorhaben dieser vier
Franziskaner und jagte sie davon. Vor dem Tempel war bereits ein Aufruhr
entstanden, man stieß und trat sie und zerraufte ihr Haar. Nach drei
Tagen schrecklichsten Martyriums wurden sie zu dem Platz geführt,
wo Verbrecher gewöhnlich bestraft werden. Vor dem Befehlshaber, dem
Richter und einer Menge Soldaten mit gezogenen Schwertern und einem
lodernden Scheiterhaufen fragte man sie nochmals, ob sie ihre Behauptungen
zurücknehmen und Sarazenen werden wollten, um so dem Tode zu entgehen«.
Dieses Ansinnen lehnten sie ab: »Als dies die Schar der umstehenden
Sarazenen hörte, stürzten sich alle wie besinnungslos vor Wut auf
die Märtyrer, hackten sie grausam in Stücke, sodaß sie kein menschliches
Aussehen mehr hatten. Dann warfen sie die zerstückelten Leiber ins
Feuer, die aber trotzdem nicht verbrannten. Sie Menge blieb den ganzen
Tag dabei stehen, um zu gaffen, und schleppte immer neues Holz herbei
bis in die Nacht hinein. Sie verstreuten die Asche und versteckten
die Gebeine, damit die Christen sie nicht finden sollten.« (Aus dem
zeitgenössischen Bericht). - Ihr Kult bestätigt, am 21. Juni 1970
von Paul VI. heiliggesprochen.
Lit.: O. Wimmer-H. Melzer, Lexikon der Namen und Heiligen,
bearbeitet und ergänzt von J. Gelmi, Innsbruck-Wien 1988, 609; -
V. Schauber-H.M. Schindler, Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf,
Augsburg 1992, 587; - O. Lechner-U. Schütz, Mit den Heiligen durch
das Jahr, Freiburg i.Br.-Basel-Wien 1987, 228; - A AS 63 (1971),
346 ff.; - D. Mandic, Documenta maryrii beati Tavelic, Roma
1958; - A. Crnica, Historico-iuridica dilucidatio vitae, martyrii
et gloriae beati N. Tavelic, Roma 1958, Die Feier des Stundengebetes-Franziskanisches
Proprium, Freiburg-Basel-Wien 1980, 372-375.