THOURET, Johanna Antida, Heilige (Fest: 24. August), * 27.11. 1765 in Sancey-le-Long (Frankreich). Seit 1788 gehörte sie zur Gemeinschaft der Vinzentinerinnen in Paris. Während der Französischen Revolution verweigerte sie den Eid auf die Zivilkonstitution und mußte 1795 in die Schweiz fliehen. Ihr Versuch, in Deutschland ein Kloster zu gründen, scheiterte. Daraufhin rief sie in Besancon die Kongregation der »Soeurs de la Charité« ins Leben (auch: Töchter der Liebe, Barmherzige Schwestern, Graue Nonnen genannt). Die Schwestern widmeten sich vor allem karitativer Tätigkeit sowie der Mädchenerziehung. 1810 gründete Th. eine Niederlassung in Neapel und erhielt 1819 die päpstliche Bestätigung ihrer Regel. Sie starb am 24.8. 1826 in Neapel und wurde am 14.1. 1934 heiliggesprochen. Der Orden ist inzwischen in Europa und Afrika verbreitet.
Quellen: AAS 26 (1934), 417ff.
Lit. (speziell): Max Heimbucher, Die Orden und Kongregationen der katholischen Kirche, Paderborn 3. Aufl. 1932, 3 u. 538 ; - LThK, Bd. 10 (1965), Sp. 170f.; - Otto Wimmer/ Hartmann Melzer, Lexikon der Namen und Heiligen, Innsbruck-Wien 6. Aufl. 1988, 420; - Verena Schauber/ Hanns Michael Schindler, Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf, Augsburg 1992, 441.
Gabriele Lautenschläger
Literaturergänzung:
2008
Claudio Palumbo, Sia col nome di Dio. La presenza e l'opera di Jeanne A. T. in terra d'Abruzzo nel 1818, in: Missione e carità. Roma 2008, S. 449-468.
Letzte Änderung: 17.12.2011