VICTOR von Mailand: hl. Märtyrer, geb. 3. Jh.(?), gest. um 303 in Mailand, verschiedene Gedenktage: 6., 7., 8., 14.5. 21., 30.9. . - Von den vielen Gedenktagen ist vor allem bedeutend der 8. Mai und der l4. Mai. Den 14. Mai nennt bereits das Martyrologium Hieronymianum im 5. Jh. - Bereits im 4. Jh. ist in Mailand der Kult eines V. bezeugt. Ambrosius von Mailand erwähnt ihn zusammen mit Nabor und Felix, ohne über ihn genaueres aussagen zu können. (Expos. in Luc. VII, 178: CSEL 32/4, 361). Eine Passio des 6. Jh. läßt V. Soldat unter Maximian sein. Bereits im 5. Jh. hat es in Mailand mindestens 4 Viktors-Kirchen gegeben. Heute noch erhalten hat sich davon die Seitenkapelle "S. Vittore in coelo aureo" an der Basilika von S. Ambrogio. Hier erscheint V. im Kuppelzenit inmitten eines Jahreszeitenkranzes. Der hl. Ambrosius hat später wohl sein Grab entdeckt (De excessu Satyri: PL 16, 1352). Greger v. Tours berichtet von Wundern an seinem Grabe. (De gloria mart. 44: MGSS rer. Mer. I, 518). Das V.-Patrozinium hat sich auch nach dem Norden über die Alpen verbreitet. So findet sich in unmittelbarer Nähe von Innsbruck die Pfarrkirche zum hl. Viktor in Kematen. - Nach Gregor von Tours (in gloria martyrum 44) wurde V. als Befreier aus Gefangenschaft angerufen. Der hl. Karl Borromäus rekogniszierte im Jahre 1576 Reliquien von V. Schließlich ist noch darauf zu verweisen, daß V. "der früheste Mailänder Martyrer ist, der bekannt ist, weil Ambrosius seinen Bruder Satyrus bei ihm bestattete." (LThK3 Bd. 10, Sp. 765).
Lit.: LThK2 Bd. 10, Sp. 77l-772; - LThK3 Bd. 10, Sp. 765 (H. R. Seeliger); - LCHI Bd. 8, Sp. 556 f. (E. Sauser); - BiblSS 12, 1274 f.; - E. Dassmann: Ambrosius und die Märtyrer: JAC 18 (1975) 54, 59; - ActaSS mai. 2, 285 ff.; - DACL 1/l, 1463-1466.
Ekkart Sauser
Literaturergänzung:
2009
Bruno Maria Bosatra, La "vexata quaestio" dei SS. Vittore e Satiro tra Carlo Borromeo e Ildefonso Schuster. Stato delle fonti presso l'Archivio Storico Diocesani, in: StAm 3.2009, S. 69-99.