Verlag Traugott Bautz
www.bautz.de/bbkl
Zur Hauptseite
Bestellmöglichkeiten
Abkürzungsverzeichnis
Bibliographische Angaben für das Zitieren
Suche in den Texten des BBKL
Infobriefe des aktuellen Jahres

NEU: Unser E-News Service
Wir informieren Sie vierzehntägig über Neuigkeiten und Änderungen per E-Mail.

Helfen Sie uns, das BBKL aktuell zu halten!



Band XII (1997)Spalten 1535-1545 Autor: Karl Hausberger

VIVES Y TUTO, José Calasanz, Kapuzinertheologe und einflußreicher Kurienkard., * 15.2. 1854 in (katalanisch) Sant Andreu de Llavaneres / (kastilisch) San Andrés de Llevaneras (Bist. Barcelona), † 7.9. 1913 in Monte Porzio Catone b. Rom. - Aus einer tiefrel. Familie stammend, faßte der auf die Namen Joseph Felix Jakob getaufte spätere Kard. gleich seinem älteren Bruder Joachim (1852-1923; s. zu ihm Diccionari Biogràfic II 517) nach dem Besuch des Gymnasiums in Mataró den Entschluß z. Eintritt in den Kapuzinerorden. Diese Berufswahl sollte ihm ob der politischen Wechselfälle eine an Reisen und Strapazen reiche Jugend bescheren. Da auf der iberischen Halbinsel die rel. Genossenschaften seit 1835 großenteils unterdrückt worden waren, führte sie ihn zunächst nach Guatemala, wo exklaustrierte span. Kapuziner 1852 das Ordensleben wieder aufgenommen hatten. Hier empfing er zus. mit zwanzig Jugendlichen aus seiner katalanischen Heimat am 11.7. 1869 als Fr. José Calassanç de Llavaneres den Ordenshabit, legte nach Beendigung des Noviziats am 12.7. 1870 sechzehnj. die einfachen Gelübde ab und begann sodann mit dem Studium der Philos. Aber bereits zwei J. später, im Juni 1872, wurden die Kapuziner aus Guatemala gewaltsam vertrieben. Ihr Weg führte sie zunächst nach Kalifornien, wo sie b. den Jesuiten in San Francisco eine vorübergehende Bleibe fanden und in deren Kirche St. Klara die Philos.studenten am 14.7.1872 die feierlichen Gelübde ablegten, um dann im Herbst nach Europa zurückzukehren, näherhin nach Südfkr. in den Zentralkonvent des Ordens zu Toulouse. Vorerst hier und ab Ende 1873 im Kloster Fontenay-le-Compte widmete sich Fr. J. C. dem Studium der Theol., mußte dieses aber wegen eines schon in Guatemala zutage getretenen Nervenleidens monatelang unterbrechen. Gleichwohl schickte ihn die Ordensleitung im Sommer 1875 mit seinen Kommilitonen erneut nach Übersee, u. zw. in die lateinamer. Republik Ekuador, wo span. Kapuziner auf Wunsch des noch im gleichen J. ermordeten Präs. García Moreno in Ibarra einen Konvent eröffneten. Weil sich aber b. Fr. J. C. die Neurasthenie alsbald erneut und mit besonderer Heftigkeit einstellte, erhielt er im Herbst 1876 die Erlaubnis, nach Südfkr. zurückzukehren und seine Studien im Kloster Perpignan zu vollenden. Hier empfing er am 26.5. 1877 die Priesterweihe, und i. J. darauf bestellte ihn das Prov.definitorium zu Toulouse z. Rektor des Studienkollegs und Konventsoberen v. Perpignan. Als drei J. danach, am 3.11. 1880, diese Ordensniederlassung mit Militärgewalt aufgelöst wurde, übernahm P. J. C. die gleiche Funktion im ehem. Kapuzinerkloster Igualada in der Region Barcelona, dessen bauliche Restauration er sich nicht minder angelegen sein ließ als die theol. Ausbildung des einheimischen Ordensnachwuchses, für welch letztere er eine Reihe von Kompendien in lat. Sprache abfaßte (s. u. das Werkeverz.), Handbücher, die zugl. Aufschluß geben über den Fächerkanon des damaligen theol. Studienbetriebs in roman. Ländern sowie über das vermittelte Fachwissen in den einzelnen Disziplinen. Im Auftrag seines Bruders Joachim, der 1880 z. span. Generalkommissar der Kapuziner ernannt worden war, reiste er im Februar 1883 und wieder im April 1884 nach Rom, um dort die Abschaffung des auf die Bulle »Inter graviores« v. 15.5. 1804 zurückgehenden nat. Kommissariats und die Union der span. Kapuziner mit dem Gesamtorden zu betreiben. Daß beide Ziele nach intensiven Verhh. auf dem Generalkapitel v. 1884 i. J. darauf erreicht wurden, war zu einem Gutteil sein Verdienst, durch das er sich b. neuen Ordensgeneral Bernhard Christen v. Andermatt (1837-1909) zugl. als vortrefflicher Mitarbeiter eingeführt hatte. Und da ihn auch sein nunmehr z. Provinzial Spaniens aufgestiegener Bruder Joachim z. Festigung der Union weiterhin in Rom wissen wollte, blieb P. J. C., den das Prov.kapitel v. Toulouse am 20.2. 1866 z. Definitor gewählt hatte, fortan in der Ewigen Stadt und fungierte zunächst als Sekr. des Generalprokurators. 1892 wurde er z. Generalkommissar f. die span. Ordensprovinzen und im Mai 1896 z. einem der Generaldefinitoren bestellt. Inzwischen hatte sich der katalanische Kapuziner durch sein enzyklopädisches Wissen und seinen unermüdlichen Arbeitseinsatz auch an der röm. Kurie einen beachtenswerten Einfluß verschafft, und zwar in erster Linie als Konsultor mehrerer päpstlicher Kongregationen, nämlich des Sanctum Officium (11.5. 1887), der Propaganda f. die orient. Riten (16.12. 1889), der Propaganda f. die kath. Missionen (23.5. 1893), des Konzils (11.4. 1894) und f. die ao. kirchlichen Angelegenheiten (13.8. 1895). Ferner wurde er 1894 dem Gremium der Examinatoren des röm. Klerus beigesellt und hielt in ebendiesem J. auch einige Monate hindurch stellvertretend f. den erkrankten Ordinarius moraltheol. Vorlesungen an der Universität v. S. Apollinare. Welch hoher Wertschätzung sich der als »bester Konsultor des Sanctum Officium« gerühmte P. J. C. beim alternden Papst Leo XIII. (1878-1903) erfreute, wurde jedermann an der Kurie offenkundig, als dieser ihn im März 1896 »motu proprio« in die aus acht Mitgll. bestehende Sonderkommission z. Prüfung der Gültigkeit der anglik. Weihen berief. Er votierte darin mit drei weiteren Mitgll. uneingeschränkt f. deren Nichtigkeit, wie sie dann durch das Apost. Schreiben »Apostolicae curae et caritatis« v. 13.9.1896 bekräftigt wurde. Bald danach erhielt der auch als Schriftsteller rastlos tätige Kapuziner weitere Spezialaufträge. So war er als theol. Berater maßgeblich beteiligt am Informativprozeß über den engl. Benediktinermönch Beda Venerabilis (673-735), den ein Dekret der Ritenkongreg. am 13.11. 1899 z. Doctor ecclesiae erhob, sowie an der Vorbereitung des Plenarkonzils der lateinamer. Bischöfe, das v. 28.5. bis 9.7. 1899 in Rom abgehalten wurde. Kurz vor der Eröffnung der Synode reiste er im Auftrag des Papstes in das Tessin, um die dort gestörte Eintracht zw. den »konservativen« und »liberalen« Katholiken wiederherzustellen. Nach erfolgreicher Beendigung dieser Sondermission verlieh ihm Leo XIII. am 19.6. 1899 unter Zuweisung der Titelkirche S. Adriano den Purpur, worauf ihm die lateinamer. Bischöfe unverzüglich das Ehrenpräsidium b. ihren Beratungen übertrugen, an deren Zustandekommen, Verlauf und Ergebnis (16 Titel mit 998 Dekreten) er maßgeblichen Anteil hatte. Daß die Begeisterung über die Aufnahme des fünfzigj. Kapuziners in das Hl. Kolleg b. span. Episkopat bes. groß war, davon zeugt sowohl die Äußerung des Pecci-Papstes, er habe noch nie soviele Freudenbezeigungen f. eine Kard.sernennung erhalten wie nach jener v. V. y T., als auch die Tatsache, daß man dem neuen Purpurträger ein würdiges Appartement im Palazzo Altemps einrichten ließ, um ihn v. der Casa Generalizia seines Ordens in der Via Boncompagni abzuziehen. An der röm. Kurie aber machte der iberische Kard. im schlichten Kapuzinerhabit eine nachgerade beispiellose Karriere. So wurde er binnen Jahresfrist Mitgl. v. sechs päpstlichen Kongregationen, nämlich am 22.6. 1899 der Kongregationen des Index, der Ablässe und Reliquien, f. die ao. kirchlichen Angelegenheiten und der Propaganda f. die kath. Missionen, am 14.9. 1899 des Sanctum Officium und am 15.6. 1900 der Propagandakongreg. f. die orient. Riten. Zwei J. später, am 19.9. 1902, wurde er auch noch der Kongreg. f. die Bischöfe und Ordensleute beigesellt. Außerdem berief ihn Leo XIII. am 22.9. 1900 in die Kommission »per la riunione delle Chiese dissidenti«, ferner in die Kommission »per la preservazione della Fede in Roma« und am 27.11. 1902 in die durch das Apost. Schreiben »Vigilantiae« v. 30.10. des J. errichtete und aus fünf Kardinälen bestehende Bibelkommission. Diese Häufung v. Ämtern und Aufgaben in Verbindung mit einer ungemein produktiven literarischen Tätigkeit hatten Gegner wie Freunde im Visier, wenn sie den italianisierten Familiennamen »Vives e Tuto« verballhornten zu »Vives è tutto« od. »Vives fa tutto«. Und der Betroffene selbst spielte im Angesicht des Todes Mitbrüdern gegenüber auf diesen Spottnamen an mit der Bemerkung: »Tutto è finito«. Dabei vertrat V. y T., wie Dino Secco Suardo aufgezeigt hat, in kirchenpolitischen Fragen einen entschiedenen Antiliberalismus, kam er doch aus jener Gruppe span. Integralisten, die f. das Buch »El liberalismo es pecado« verantwortlich zeichnete. Insbes. bzgl. des Umgangs mit der kath. Bewegung in It. lehnte er gleich Pietro Respighi, dem Kard.vikar v. Rom, und in Frontstellung zu den Kardinälen Mariano Rampolla del Tindaro und Antonio Agliardi jede politische und soz. Aktion z. Überwindung der bestehenden Spannungen schroff ab und erachtete jede Nutzbarmachung der Staatsgesetze als Unterstützung der »italienischen Revolution«, als Verharmlosung der »Römischen Frage« und als Aushöhlung des »Non expedit«. Dieser extrem intransigente Standpunkt, den er in theologicis genauso einnahm wie in politicis, erklärt zu einem Gutteil einerseits seine überaus große Anhänglichkeit an den neuen Pontifex Maximus Pius X. (1903-1914) und andererseits den kaum noch überbietbaren Grad der Wertschätzung, die ihm der Sarto-Papst entgegenbrachte. Schon wenige Wochen nach der Wahl übertrug ihm dieser das Präsidium der Vorbereitungskommission des Marianischen Weltkongresses (1904); im J. darauf ernannte er den ohnedies bereits mit kurialen Ämtern überhäuften Kapuziner auch noch z. Mitgl. der Spezialkommission f. die Kodifikation des kanonischen Rechtes (4.4. 1904) und der Ritenkongreg. (12.8. 1904). Im Zuge der pianischen Kurienreform wurde V. y T. am 29.6. 1908 Präfekt der Religiosenkongreg. (bis 1912), blieb jedoch weiterhin Mitgl. der Kongregationen des Sanctum Officium, des Index, der Propaganda, der Sakramente, der Riten sowie f. die ao. kirchlichen Angelegenheiten. Übereinstimmend berichten Zeitzeugen gleich welcher Couleur, daß er »einer der am meisten gehörten Ratgeber« Pius' X. war und daß während dessen Pontifikat kaum ein rel., politisches od. soz. Problem ventiliert und eine diesbzgl. Entscheidung getroffen wurde, in die V. y T. nicht in der einen od. anderen Weise involviert gewesen wäre (s. hierzu u. a. die Aussagen der Kardinäle Silj und Gasparri im Kanonisationsprozeß f. Pius X.). Zus. mit dem gefürchteten Kard. Gaetano De Lai, dem Schöpfer der Kurienreform, und dem jungen Kard.staatssekr. Raffaele Merry del Val, einem Spanier gleich ihm, bildete er jene Trias im Umfeld des Papstes, die auch f. all die antimodernistisch-integralistischen Maßnahmen verantwortlich zeichnete, welche den innerkirchlichen Reformen Pius' X. parallel liefen. So war V. y T. maßgeblich beteiligt an der Vorbereitung der gg. den Modernismus gerichteten päpstlichen Verlautbarungen »Lamentabili sane exitu« (3.7. 1907), »Pascendi dominici gregis« (8.9. 1907), »Editae saepe« (26.5. 1910) und »Sacrorum antistitum« (1.9. 1910). Daß die zahlr. Erlasse meist restriktiven Gepräges z. Hebung und Förderung der Orden und rel. Genossenschaften seine Handschrift trugen, versteht sich aus seiner Funktion als Präfekt der neugeschaffenen Religiosenkongreg. ebenso v. selbst wie sein Einsatz f. die Rekrutierung des Priesternachwuchses in Fkr. aus seiner Eigenschaft als Protektor der »Alliance des Grand Séminaires«. Überhaupt war ihm wie Pius X. die Ausbildung des Klerus nach strengkirchlichen Prinzipien und röm. Vorbild ein Herzensanliegen, wobei naturgemäß dem Lateinamer. Kolleg und dem unter seiner Mitwirkung 1892 im Palazzo Altemps etablierten Pontificio Collegio Spagnuolo seine besondere Aufmerksamkeit galt. Nimmt man all seine Aktivitäten im Dienst zweier Päpste, v. denen hier nur die wichtigsten aufgezählt wurden, zus., so treffen zeitgenössische Urteile sicherlich ins Schwarze, wenn sie das Leben v. V. y T. seit seiner Erhebung z. Kard. als »ein reines Opfer f. den Stuhl Petri« würdigen. Dennoch muß hinzugefügt werden, daß er dem Pecci-Papst zwar mit gleicher Ergebenheit wie dem Sarto-Papst, letzterem aber mit noch größerer Hingabe, ja mit einer aus innerster Übereinstimmung gespeisten Leidenschaft diente. Nicht v. ungefähr hat Pius X. b. Eintreffen der Todesnachricht - V. y T. starb am Vorabend v. Mariä Geburt 1913 an den Folgen einer Blinddarmentzündung - ausgerufen: »Abbiamo perduto l'amico più fedele della Santa Sede.« [»Wir haben den treuesten Freund des Hl. Stuhles verloren.«] Und das renommierte Presseorgan »The Tablet« traf in seinem Nachruf auf V. y. T. die zweifellos richtige Feststellung: »Dieser Kirchenfürst ist zehn J. lang das aktivste und vertrauteste Instrument Pius' X. gewesen.« - Seit Anfang der achtziger J. bis an die Schwelle des Todes war V. y T. auch unermüdlich als Schriftsteller tätig. Sein literarisches OEuvre umfaßt über neunzig Titel, wobei nicht wenige seiner Werke mehrere Aufl. und Überss. in verschiedene roman. Sprachen erlebten, so insbes. die theol. Kompendien, die aus seiner Vorlesungstätigkeit in Igualada hervorgegangen sind. Danach war sein Hauptinteresse neben der Ordensgesch. und der seraphischen Spiritualität in erster Linie auf die Praxis pietatis gerichtet, wobei ihm nam. die Förderung der eucharistischen Frömmigkeit, der Marienverehrung und der Josephsdevotion am Herzen lag. Außerdem brachte er eine Reihe v. Florilegien od. Anthologien heraus, hinter denen die Absicht stand, den Welt- und Ordensklerus mit der patristischen Theol. und den großen Kirchenschriftstellern vertraut zu machen. Bei alledem präsentierte sich der Kapuzinertheologe zwar nicht als origineller Schriftsteller, jedoch als geschickter Kompilator, der über ein ausgedehntes Wissen in allen Sparten v. Theol. und Kirche sowie über ein staunenswertes Gedächtnis verfügte. Darüber hinaus legt die breitgefächerte Palette seiner dem Bereich der Askese und Mystik angehörenden Werke f. die sehr gefühlsbetonte Spiritualität des Autors Zeugnis ab; und sie ist des weiteren ein signifikantes Indiz sowohl f. die spirituelle Ausrichtung zu Beginn des 20. Jh. im allgemeinen als auch f. das b. der antimodernistischen Reaktion vorherrschende Klima des geistlichen Lebens im besonderen. - Eine abschließende Würdigung des einflußreichen Kapuzinerkard. V. y T. verbietet sich, solange die Pontifikate Leos XIII. und nam. Pius' X, dessen engster Mitarbeiter und auch Beichtvater er war, nicht hinreichend erforscht sind. Darum soll hier der bislang unveröff. Eindruck eines zeitgenössischen Beobachters wiedergegeben werden, des bayr. Ministerialreferenten f. Kirchenfragen Franz Edler v. Stockhammern (1873-1930), der sich über J. hin des kurialen Milieus unter Pius X. wie kaum ein zweiter Außenstehender kundig gemacht hatte und 1910 nach längerem Aufenthalt in der Casa Generalizia der Kapuziner sowie im Anschluß an eine Audienz b. V. y T. niederschrieb: »Einen andern als den strengkirchlichen Standpunkt gibt es für diesen Ordensmann nicht: der Raum der Wirklichkeit, in dem rauh sich die Sachen stoßen, liegt außerhalb seiner Vorstellungswelt ... Aus dem, was ich noch anderwärts über Vives, der mir einen recht sympathischen Eindruck gemacht hat, hörte, kann ich als Gesamturteil folgendes zusammenfassen: Ein Mann, dessen innerliche Werte ihn zu einer der markantesten vatikanischen Persönlichkeiten stempeln, der, den Blick nur - und vielleicht zu ausschließlich - auf die Ewigkeit gerichtet, die Dinge des Tages und der Stunde in Strenge entscheidet und der in der Festigkeit und Abgeklärtheit seines Wesens, in der nicht gemachten Schlichtheit seines Auftretens, in der unverkennbaren Vertieftheit seines geistigen und geistlichen Lebens höchster Achtung wert und nur insoweit zu bedauern scheint, als ihn eine allzugroße Überzeugtheit von der Richtigkeit dessen, was er tut und was durch ihn der Papst tut oder tun läßt, hindert, die Ansicht verständiger Männer zu hören, wie sie ihm in der Casa Generalizia seines Ordens aus allen Ländern zur Verfügung stünden.« (Bayr. Hauptstaatsarchiv, Nachlaß v. Stockhammern Nr. 8).

Werke: Ein vollst., v. Édouard d'Alençon erstelltes Schrr.verz. findet sich im Anschluß an die v. Stefano Ignudi gehaltene Leichenrede in: Nei solenni suffragi per l'anima del Card. Giuseppe Calasanzio V. y T., Roma 1913, 32-47; nachfolgend werden nur die wichtigsten, teils mehrmals aufgelegten und übers. Werke genannt. - Compendium theologiae moralis ..., 1881, 91909; Compendium theologiae dogmaticae ..., 1882, 41887; Compendium juris canonici ..., 1882, 41905; Compendium hermeneuticae sacrae ..., 1883, 31887; Ramilette espiritual de los devotos imitadores de N. P. S. Francisco, o Manual completo de piedad 1883, 21884; Album Seráfico y Celestial regalo de los Hermanos Terciarios de N. P. S. Francisco o sea coleccion de cuadros, dichos y hechos franciscanos, 1885; Mariale quotidianum, sive brevissima mariana obsequia per singulos anni dies distributa, quibus SS. Dei Genitricis nomen et sublimitas Patrum et Doctorum encomiis celebrantur, concionatoribus haud inutile, 1885, 21896; Breves soliloquios del alma con S. José dispuestos para 31 visitas triduo y novena, 1886, 61888; Compendium theologiae ascetico-mysticae ..., 1886, 31907; Breves soliloquios del alma con la Divina Pastora María Santísima, 1887; Veritas translationum Almae Domus Lauretanae multiplici traditionis fonte comprobata 1887, it./span./frz. Übers. 1888/89; Cronicón de la misión de PP. Capuchinos en Centro América, o fundación y propagación de la Seráfica Religión Capuchina en la América Central, 1888; Breves soliloquios del alma con el Sagrado Corazón de Jesús, 1889, 21890; Brevis notitia almae Capuccinorum S. P. N. Francisci baethicae provinciae in Hispania, auctore R. P. Fr. Nicolao Cordubensi, moralis theologiae ex-lectore, ipsiusque provinciae chronista. Opus editum et appendicibus auctum a fratre provinciae Hispanae alumno, 1889; Documenta regularitatis, seu de agendis et fugiendis in fratrum regimine, 1889, 21898; Guía práctica de los Hermanos de la Venerable Orden Tercera de N. P. S. Francisco, 1889, 31908; Monita et orationes S. P. N. Francisci, 1890; Biografía hispano-capuchina dedicada a Nuestra Señora de Montserrat. Memorias históricas (1578-1893), 3 Faszikel 1891-1893; Breves soliloquios del alma con Nuestra Señora de los Dolores, 1891; Los cinco domingos de las sagradas Llagas de S. Francisco de Asís, 1891; Modelos de religiosa juventud formados, 1891; Vida y virtudes del Venerable P. Fr. Gabriel Macià de Canet, 1891; Ceremoniale Romano-Seraphicum 1892; Piissima erga SS. Dei Genitricem hebdomadalis devotio, 1892; Cave ignoscas. Carta a un sacerdote, 1893; Vida del siervo de Dios P. Fr. Ignacio de Monzon, 1893; Avisos para conservar el tesoro de la felicidad claustral, 1894; Vida documentada del Beato Diego José de Cádiz, Missionario Apostólico Capuchino, 1894; Diurnale novissimorum sive brevissimae considerationes circa novissima pro omnibus et singulis anni diebus ex sententiis Patrum et Doctorum depromptae ad utilitatem clericorum et concionatorum, 1895, 21896; Misericordias marianas y máximas de vida cristiana, 1895; Doctrina S. P. N. Francisci per singulos anni dies distributa, 1896; Misericordias divinas y ramilette de virtudes, 1896; Kalendarium dolorosum Beatae Mariae Virginis, 1899; Manuale devotorum Beatae Mariae Virginis ex variis collectum et alumnis Collegii Pii Latini Americani et Collegii Hispanici Urbis dedicatum, 1900; Manuale devotorum S. P. N. Francisci ex variis collectum et sodalibus trium Ordinum Franciscalium dedicatum, 1900; Christus Jesus Redemptor Noster. Breves considerationes et orationes de doctrina et vita D. N. Jesu Christi per singulos anni dies distributae, 1901; Devotionarium marianum sive encomies symbolicae expositiones. Figurae theologicae et asceticae lectiones de augustissima dignitate super dulcissima pietate B. Virginis Mariae, 1901; Liberculus devotorum SS. Cordis Jesu, 1901; Doctorum Angelici, Seraphici, Meliflui, Exstatici in orationem dominicam et salutationem angelicam expositiones, 1902; Lectiones SS. Patrum contra murmuratores, seu contra amaritudinem cordis, oris et judicii, ad usum praesertim utriusque cleri, 1902, 31910; Expositio videlicet in Orationem dominicam juxta traditionem patristicam et theologicam cum appendice CXXX expositionum totalium et XLI partialium, 2 Bde., 1903; Homiliarius breviarii romani dominicales ac feriales homilias in breviario romano abbreviatas ex integro continens aliasque pro singulis anni feriis propria homilia carentibus cum quotidianis variisque documentis, 3 Tl.e, 1903; Sancti Bernardini Senensis de dominica passione, resurrectione et SS. Nomine Jesu contemplationes excerptae ex operibus eiusdem sancti per singulos anni dies, 1903; Ad B. M. V. Immaculatam XII stellis coronatam, 1904; Expositiones SS. Patrum et doctorum super canticum Magnificat per menses et dies totius anni distributae, 1904; Instituta Franciscana monumentis benevolentiae RR. Pontificum laudata, magnificata, defensa, 1904; De dignitate et officiis episcoporum et praelatorum. Tractatus canonico-moralis, 1905; Misericordias marianas, 1905, 21906; Summula commentariorum Seraphici Doctoris S. Bonaventurae in IV libros sententiarum, 1905; Collectanea poetarum Josephinorum, 1907; Summa Josephina ex patribus doctoribus asceticis et poetis, qui de eximia dignitate Sancti Josephi scripserunt, 1907; Summula Josephina ex praecipuis argumentis, 1907; Annus eucharisticus. Contemplationes eucharisticae ex antiquis et recentioribus auctoribus, 1909; De ineffabili bonitate Sacratissimi Cordis Jesu. Contemplationes et orationes quotidianae in libros seu menses duodecim distributae, 1909, 21911; Le anime religiose ammaestrate ogni giorno dell'anno ai piedi di Maria Santissima, 1909; Misericordias del Niño Jesús, 1909; Año Eucarístico. Devotas consideraciones sobre la Sagrada Eucaristía, 1910; Consideraciones y oraciones sobre los Dolores de María Santísima recopilados de varios autores, 1910; Scintillae amoris eucharistici. Pii affectus et lectiones eucharisticae, 1910; Año Josefino, 1911; Annus Marianus, 1911; Contemplationes et orationes quotidianae, 1911; Devotae exercitationes piorum clericorum et religiosorum, 1911; Diarium perpetuum clericorum et religiosorum, 2 Bde., 1911; Ad Spiritum Sanctum supplicationes aliaque pietatis exercitia, 1912; Summula Summae theologicae angelici doctoris S. Thomae Aquinatis, 1912.

Lit.: E.mi ac R.mi Cardinalis J. C. V. y T. Synopsis vitae, in: Analecta OFMCap 29, 1913, 341-348, 373 f.; 30, 1914, 26-31, 48-59; - Homenaje de la provincia capuchina de Nuestra Señora de Montserrat (Cataluña) a su Eminencia Reverendísima el Cardenal V. y T., alumno de la misma (= Sonderheft der Estudios Franciscanos 11, 1913, Quartal IV); - Antonio M. de Barcelona, El cardenal V. y T. y el concilio plenario latino-americano, in: ebd. 12, 1914, 39-44; - Ders., El cardenal V. y T., su vida y su influencia, 1916, 21951; - Miguel d'Esplugues, Semblances: En Maragall, el Cardinal V. y T., el Bisbe Torras, 1916; - Alfred Loisy, Mémoires pour servir a l'histoire religieuse de notre temps, 3 Bde., 1930/31, hier: II 84, 107-111, 132, III 235, 240; - Filippo Crispolti, Corone e porpore, 1934; - Josef Schmidlin, Papstgesch. der neuesten Zeit, Bde. II/III, 1934/36, passim (Reg.); - J. B. de Ardales, La Divina Pastora y el b. Diego José de Cádiz. Estudio histórico, 1949, 414-448; - Angelus Walz, Andreas Kard. Frühwirth (1845-1933). Ein Zeit- und Lebensbild, 1950, 263; - Melchior a Pobladura, Historia generalis ordinis fratrum minorum capuccinorum, Bd. III, 1951, passim (Reg.); - Angel de Novelé, Fisonomia espiritual del cardenal V. y T., in: Estudios Franciscanos 56, 1955, 161-178 (weitere Abhh. ebd. 56, 1955, 5-42, 179-214, 321-346; 57, 1956, 113-130, 161-182, 229-248); - Nolasco de El Molar, El cardenal V. y T., mariófilo y mariólogo, in: Ephemerides mariologicae 6, 1956, 323-330; - Andrés de Palma de Mallorca, El cardenal V. y T.: estudio bibliográfico, in: Estudios Franciscanos 60, 1959, 247-266 (weitere Abh. ebd. 367-410); - Fredegando Callaey, Card. Giuseppe Calasanzio V. y T. O.F.M.Cap., in: La Pontificia Università Lateranense. Profilo della storia, dei suoi maestri e dei suoi discepoli, 1963, 125; - R. Leguerrier, La vie et l'oeuvre joséphologique du cardinal V. y T., in: Cahiers de Joséphologie 12, 1964, 95-107; - Dino Secco Suardo, Da Leone XIII a Pio X, 1967, passim (Reg.); - Lorenzo Bedeschi, La Curia romana durante la crisi modernista. Episodi e metodi di governo, 1968, passim (Reg.), bes. 104-107; - Ders., Lineamenti dell'antimodernismo (il caso Lanzoni), 1970, 68, 91; - John Jay Hughes, Absolutely null and utterly void. The papal condemnation of anglican orders 1896, 1968, bes. 113 f., 162 (dt. Ausg.: Absolut Null und Nichtig. Zur Ablehnung der anglik. Weihen durch die Bulle Leos XIII. »Apostolicae curae« v. 13. September 1896 [Studia Anglicana 2], 1970, bes. 138 f., 199 f.); - Émile Poulat, Intégrisme et catholicisme intégral. Un réseau secret international antimoderniste: La »Sapinière« (1909-1921), 1969, passim (Reg.), bes. 587; - Ders., Histoire, dogme et critique dans la crise moderniste, 21979, 628; - Metodio da Nembro, Quattrocento scrittori spirituali, 1972, 303-306; - Norbert Trippen, Theol. und Lehramt im Konflikt. Die kirchlichen Maßnahmen gg. den Modernismus i. J. 1907 und ihre Auswirkungen in Deutschland, 1977, 26, 33, 130, 243, 292; - Giuseppe Rambaldi, Relazione e voto del P. Raffaele Pierotti O.P., maestro del S. Palazzo Apostolico, sulle ordinazioni anglicane. Note introduttive ed edizione del testo, in: AHP 20, 1982, 337-388; - Ders., La bolla »Apostolicae curae« di Leone XIII sulle Ordinazioni Anglicane, in: Gregorianum 64, 1983, 631-667 und 66, 1985, 53-88; - Ders., La sostanza del sacramento dell'Ordine e la validità delle ordinazioni anglicane secondo E. De Augustinis, S.J., in: ebd. 70, 1989, 47-91; - Ders., Ordinazioni Anglicane e Ecclesiologia, in: ebd. 74, 1993, 277-307, 461-497; - Carlo Snider, I tempi di Pio X, 1982, 27; - Erika Weinzierl, Pius X., in: Gestalten der KG, hrsg. v. Martin Greschat, XII: Das Papsttum II, 1985, 224-240, hier: 235; - Gianpaolo Romanato, Pio X. La vita di Papa Sarto, 1992, 238, 301, 328 f.; - Basili de Rubí, El Pare Calassanç de Llavaneres i la restauració de les Provincies Caputxines Hispanes, in: Estudios Franciscanos 94, 1993, 1-183; - V. Serra, El dietari del primer i segon viatge a Amèrica del P. Calassanç de Llavaneres (cardenal V. i T.). Edició i anotacions, in: ebd. 94, 1993, 297-310; - Otto Weiß, Der Modernismus in Deutschland. Ein Btr. z. Theol.gesch., 1995, 14; - Karl Hausberger, Thaddäus Engert (1875-1945). Leben und Streben eines dt. »Modernisten« (Qu. und Stud. z. neueren Theol.gesch. 1), 1996, 133 f.; - LexCap 1829 f.; - EC XII 1569 f.; - LThK2 X 830 f.; - Diccionari Biogràfic IV 505 f.; - DThCTablGén III 4385 f.; - HKG(J) VI/2 100, 133, 341, 402, 478; - Diccionario de historia ecclesiástica de España IV 2782 f.; - DSp XVI 1078-1081.

Karl Hausberger

Literaturergänzung:

José Calasanz: Valentí Serra de Manresa. El capuchino José de Calasanz de Llavaneres, cardenal Vives y Tutó (1845-1913). Su Actuacíon durante los pontificados de León XIII y Pío X, in Archivum Historiae Pontificiae, 44 (2006), p. 175-205; - Valentí Serra de Manresa, El capuchino Jose de Calasanz de Llavaneres, Cardenal Vives i Tutó (1854-1913), in: AHP 44.2006, S. 173-205.

Letzte Änderung: 05.09.2007