WACHSMANN, Alfons Maria, kath. Pfarrer, Märtyrer, * 25.1. 1896 in Berlin, † 21.2. 1944 in Berlin-Brandenburg. - Als Kaplan wirkte er in Görlitz und Berlin. 1929 Pfarrer in Greifswald. Dort auch sehr rege in der Studentenseelsorge. Wöchentlich kam er mit diesen zusammen, um religiöse und kulturelle Fragen zu behandeln. Zugleich wurde er zum Standortpfarrer bestellt. Auch die Seelsorge für die ausländischen Arbeiter wurde ihm aufgehalst. Für nach Pommern deportierte Zwangsarbeiter war W. auch zuständig. Benedicta Maria Kempner kennzeichnet seine Tätigkeit in Greifswald treffend mit den Worten: »Er verstand es bald, sich durch seine besonders anziehende, allseitig interessierte Persönlichkeit, voller Liebenswürdigkeit und Heiterkeit, eine anerkannte Position im Leben der kleinen Universitätsstadt zu schaffen« (S. 445). Künstlerische und literarische Interessen schufen ihm viele Freunde. Durch ihn kamen viele geistig-geistliche Persönlichkeiten nach Greifswald. Unter ihnen z.B. Romano Guardini. Von Anfang an war er ein entschiedener Gegner dess Nazi-Regimes. Er sah in ihm ein Folterwerkzeug der Unfreiheit. Darüber sprach er immer wieder bei seinen Mittwochabenddiskussionen mit den Studenten und Studentinnen. So wurde er am 23. Juni 1943 verhaftet, an dem Tag, an dem der Prozeß gegen die sog. Lübecker Märtyrer begann. Er wurde in die Untersuchungshaft nach Stettin gebracht. Dann erfolgte im Herbst 1943 seine Überstellung an den Volksgerichtshof in Berlin. Am 4. Dezember 1943 wurde W. zum Tode verurteilt. Am 5. Januar 1944 wurde er ins Zuchthaus Berlin-Brandenburg überführt. Am 21. Februar 1944 rollte sein Haupt in Vollstreckung des Todesurteils in den Fangkorb. Am 31. Mai 1951 fand seine erneute Beisetzung auf dem alten Friedhof in seiner Heimatstadt Greifswald statt.