WALTON, J. Barnard, * 29.5. 1885 in Alnwyck (Ercildoun), † 24.5. 1963 in Philadelphia. Sozialarbeiter, Quäker. - Joseph Barnard Walton wurde 1885 als Sohn des Farmers Joseph S. und Dora Elizabeth (geb. Brosius) Walton geboren. Die gesamte Familie gehörte zum Fallowfield Meeting der Quäker in Chester (Pennsylvanien). Später wechselte Walton an das Swarthmore Meeting (Pennsylvanien). Er studierte bis 1905 an der University of Philadelphia, wo er 1902 einen Preis der mathematischen Fakultät gewonnen hatte. Walton war auch Mitglied der Fraternitäten Phia Beta Kappa und Sigma Xi geworden und schloß an der Columbia University mit dem MA 1908 seine Studien ab. Zwischenzeitlich hatte er 1905/06 an der Wilmington Friends School und 1906/07 an der Friends Central School in Philadelphia unterrichtet. In New York arbeitete er für verschiedene Hilfsorganisationen und besuchte von 1909 bis 1914 auch wieder Universitätskurse für Graduierte an der New York School of Philanthropy. Gleichzeitig arbeitete er für das East Side House Settlement. Von 1908 bis 1910 war er Sekretär des New York Meeting der Quäker, und 1915 begann er seine Arbeiten am Woolman House. Im gleichen Jahr war er Sekretär des Friends Advancement Committee der Friends General Conference in Philadelphia. Für diese Quäkerorganisation arbeitete er als Bereichs- und Generalsekretär bis 1951, als er zum Field Secretary ernannt wurde, eine Position, die er bis zu seinem Tode mit 78 Jahren am 24. Mai 1963 in Philadelphia innehatte. Ebenfalls diente er in mehreren Komitees der amerikanischen Sektion des Friends World Committee. Verheiratet war er seit dem 17. August 1910 mit Louise Elizabeth Haviland (1875-1951), eine Tochter von James S. Haviland Griffen. Ihre Kinder waren Joseph Haviland (geb. 1911) und Edward Haviland (geb. 1913). Ihr Wohnsitz lag in Swarthmore, Delaware County, Pennsylvania. - Ab 1930 arbeitete Walton immer wieder für Pendle Hill, eine Bildungseinrichtung der Quäker bei Philadelphia. Walton gehörte auch zum Gründungskomitee von American Friends Service Committee, in dessen Verwaltungsrat er bis Anfang 1948 saß. Während des Zweiten Weltkriegs besuchte Walton auch Quäker, die wegen Kriegsdienstverweigerung ins Gefängnis gebracht wurden, oft unter abstrusen Verfahren. Auch an der Gründung des Southeastern Yearly Meeting im Jahre 1962 war Walton maßgeblich beteiligt.
Werke: New Friends Meeting in the United States and Canada. O.O. 1952; Change of heart. In: Friends Journal, VI, 22, 1960, 344-345.
Lit. (Auswahl): Jones, Rufus M.: Ministry (J. Barnard Walton). In: Friends' Intelligencer, LXXXII, 6, 1925, 104-105; - Lester M., Jones: Quakers in action, recent humanitarian and reform activities of the American Quakers. New York 1929; - Walton, George A.: Diaries and correspondence. Margaretta Walton, 1829-1904. O.O. 1962; - Forbush, Bliss: J. Barnard Walton. In: Friends Journal. Quaker thought and life today, IX, 13, 1963, 292; - Stern, Leon Thomas: J. Barnard Walton, Quaker and social worker, 1885-1963. O.O. (1964); - Walton, Marty: Delighting in Friends. The legacy of J. Barnard Walton. General Secretary and Field Secretary of FGC, 1915-1963. In: Friends Journal, XLVI, 5, 2000, 17-18; - Grundy, Martha: J. Barnard Walton. In: Friends Journal, XLVI, 5, 2000, 18; - Paxson Grundy, Martha: Walton, J. Barnard (1884-1963). In: Historical dictionary of the Friends (Quakers). Hrsg. von Abbott, Margery Post; Chijioke, Mary Ellen; Dandelion, Pink; Oliver, John William. Lanham 2003, 295 (Religions, Philosophies, and Movements Series, XLVI).
Claus Bernet
Letzte Änderung: 09.04.2011