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Band XIII (1998) Spalten 358-359 Autor: Wilhelm Kohl

WARIN, Abt von Corvey, + 20./21.9. 856. - W., Sohn Egberts, Grafen zwischen Rhein und Weser und der dem karolingischen Hause entstammenden (hl.) Ida, wurde am kaiserlichen Hofe, dann von Paschasius Radbertus im Kloster Corbie an der Somme erzogen, 822 in das neugegründete Tochterkloster Corvey an der Weser entsandt und dort am 26.4. 826 zum Abt gewählt, dem er 30 Jahre und 15 Tage vorstand (nach Krüger, Nachfolgeregelung erst seit 833 Abt). Kaiser Ludwig der Fromme übertrug ihm auch die Abtei Rebais (Bistum Meaux). Unter dem Abbatiat W.s erreichte Corvey eine hohe Blüte. Paschasius verfaßte auf seine Bitte das Werk De corpore et sanguine Domini und übersandte W. seine Schrift De fide, spe et caritate. Durch Errichtung der Missionsstationen Meppen (834) und Visbek (855) trug er wesentlich zur Christianisierung Nordwestdeutschlands bei. Abt Hilduin von Saint-Denis schenkte W. 836 die Gebeine des hl. Vitus, die in feierlichem Zuge nach Corvey überführt wurden.

Lit.: Die Translatio s. Viti hrsg. von Franz Stentrup (In: Abhandlungen zur Corveyer Geschichtsschreibung hrsg. von Friedrich Philippi I, Münster 1906, 49-100); - Friedrich Philippi, Der Liber vitae des Klosters Corvey (ebd. 2, Münster 1916, 45-170); - Albert K. Hömberg, Geschichte der Comitate des Werler Grafenhauses (In: Westf. Zeitschrift 100, 1950, 1-133, hier 121-123); - Helmut Wiesemeyer, Die Gründung der Abtei Corvey im Lichte der Translatio Sancti Viti (ebd. 112, 1962, 245-274, hier 269-271); - Ders., Corbie und die Entwicklung der Corveyer Klosterschule vom 9. bis 12. Jahrhundert (ebd. 113, 1963, 271-282, bes. 274); - Josef Semmler, Corvey und Herford in der benediktinischen Reformbewegung (In: Frühmittelalter-Studien 4, 1970, 298-309, hier 302-303); - Die alten Mönchslisten und die Traditionen von Corvey T.1 neu hrsg. von Klemens Honselmann (Veröff. d. Histor. Kommission f. Westfalen 10,6,1), Paderborn 1982, 23 u. 197 (Register); - Karl-Heinrich-Krüger, Zur Nachfolgeregelung von 826 in den Klöstern Corbie und Corvey (In: Tradition als historische Kraft hrsg. von Norbert Kamp u. Joachim Wollasch, Berlin/New York 1982, 181-196); - Joseph Prinz, Die Corveyer Annalen (Veröff. d. Histor. Kommission f. Westfalen 10,7), Münster 1982, 150 (Register); - Eckhard Freise, Das Frühmittelalter bis zum Vertrag von Verdun (In: Westfälische Geschichte hrsg. von Wilhelm Kohl 1, Düsseldorf 1983, 275-335, hier 313-314, 340); - Der Liber Vitae der Abtei Corvey. Studien zur Corveyer Gedenküberlieferung und zur Erschließung des Liber Vitae hrsg. von Karl Schmid und Joachim Wollasch (Veröff. d. Histor. Kommission f. Westfalen 40,2,2), Wiesbaden 1989 passim; - Mechtild Sandmann, W. als primus abbas in Corvey (In: Der Liber Vitae der Abtei Corvey. Studien und Forschungen, Wiesbaden 1989, 53-55); - LThK2, 10, 1938, 754 (Hermann Joseph Wurm); - LThK2 10, 1965, 957-958 (Klemens Honselmann); - Germania Benedictina 8, 1980, 238-241 (Wilhelm Stüwer); - Westfälisches Klosterbuch hrsg. von Karl Hengst 1 (Veröff. d. Histor. Kommission f. Westfalen 44,2,1), Münster 1992, 216-217, 221 (Martin Sagebiel); Westfälische Geschichte hrsg. von Wilhelm Kohl, Bild- und Dokumentarband bearb. von Peter Veddeler, Düsseldorf2 1984, 147 Abb. 194 (um 1158).

Wilhelm Kohl

Letzte Änderung: 15.06.1998