WOLFSINDISH, Hl. Jungfrau u. Märtyrerin, vermutlich im 4. Jh. gest. Fest 2.IX. - Obwohl Geburtsdatum, Abstammung und Todesdatum unbekannt sind, ist ihre Historizität unbestritten. Vielleicht war sie ein Opfer der Verfolgung des Diokletian. Sie wird erstmals um 935 im Wessobrunner Nekrologium (MGNecr I 49) erwähnt. Sie gehört »zu den ältesten bayerischen Glaubenszeugen.« (J. Oswald). Nach der Legende wurde sie als Christin von ihrem heidnischen Vater oder als Verteidigerin ihrer Jungfräulichkeit von einem Freier zu Tode geschleift. Reliquien von W. werden seit dem 6./7. Jh. in Reisbach (Niederbayern, Bistum Regensburg) verehrt. Dargestellt wird sie als vornehmes junges Mädchen mit Palme und Wasserfläschchen. Sie wird auch als Patronin gegen Augenleiden verehrt.
Lit.:
Stadler V 997-999; - LThK
2 X 1217; - BiblSS XII 1344-1345; - A. Rosenthal-Dürr, Die hl. Wolfsindis, eine volkstümliche Heilige in Niederbayern in Legende und Kult; - Diss. masch. Mü 1952; - Teildruck, VHh. des Hist. Ver. für Niederbayern 79 (Landshut 1953) 7-47 (Lit.); - Bauerreiß I
2 (1958) 136 f.; - R. Kriß, Die Volkskunde der altbayr. Gnadenstätten 2 (Mn 1955) 80 f., 3 (1956) 63, Abb. 17, 137; - LCHI VIII 629; - J. Torsy, der Große Namenstagskalender, Freiburg-Basel-Wien
51992, 251.
Ekkart Sauser
Letzte Änderung: 09.04.2011