WOODFORD, William, * 1331 oder 1332 in Woodford, Essex, † ca. 1402/1410 in London. Franziskanertheologe der Oxforder Schule. Wann er sich dem Orden anschloß, ist nicht genau bekannt. Die Priesterweihe empfing er im März 1357. Er lehrte an der Universität Oxford zur gleichen Zeit wie J. Wyclif, mit dem ihn anfangs ein freundschaftliches Verhältnis verband. Im Jahre 1389 wurde W. Magister regens der Oxforder Franziskanerschule. Da er erkannt hatte, daß die Lehren Wyclifs eine Gefahr für den Glauben sein könnten, hielt er eine Reihe von Vorlesungen gegen diese sowie die Lehren der Lollarden. Erzbischof Thomas Arundel von Canterbury (+ 1414) beauftragte ihn im Jahre 1397, 18 Irrtümer aus dem »Trialogus« von J. Wyclif zu widerlegen. Seine Bedeutung liegt darin, daß er Wyclifs Irrlehren über die Eucharistie und die Kirche sofort bekämpfte, außerdem in der Verteidigung der Bettelorden. Auf seinem Grabstein befindet sich die Inschrift: »haereticorum extirpator acerrimus«. Seine Werke sind größtenteils handschriftlich bewahrt.
Werke: De dominio divino (ca. 1375); De Sacramento altaris (1381/82); Defensorium mendicitatis (1384/85); Responsiones ad LXV quaestiones (1402/1410).
Lit.: A. G. Little, The Grey Friars in Oxford, Oxford 1892, 246-249; - A. B. Emden, A Biographical Register to the University of Oxford to A.D. 1500, III, Oxford 1959, 2081 f.; - E. Doyle, William of Woodford and his Responsiones« against Wyclif and the Lollards, Rom 1965; - A. F. Pollard, in: The Dictionary of National Biography XXI, 867 f.; - LThK2X, 1222; Encyclopedic Dictionary of Religion, Philadelphia-Washington, D.C., 1979, 3753.
Johannes Madey
Literaturergänzung:
2009
Alastair J. Minnis, Tobit's dog and the dangers of literalism. William Woodford O.F.M. as critic of Wycliffite exegesis, in: Defenders and critics of Franciscan life. Leiden 2009, S. 41-52.
Letzte Änderung: 09.04.2011