ZACHARIAS, Bischof von Brixen (Südtirol), * um 860, + 4.7. 907 bei Preßburg. - Nach den Bischöfen Lantfried und Zerito, der uns nur dem Namen nach bekannt ist, kam Z., über den die Nachrichten zahlreicher sind. Von großer Bedeutung wurde zunächst die Schenkung des ostfränkischen Königs Arnulf von Kärnten (+ 899) an den getreuen Z. Sie umfaßte ein umfangreiches Waldgebiet, das einen Teil der Plose, des Lüsner Tales und einen großen Teil des Gadertales mit Buchenstein umfaßte. - Noch viel wichtiger aber wurde die Schenkung vom 13.9. 901. - In dieser übergab auf Bitten des Z. der Sohn Arnulfs, Ludwig das Kind (899-911) den Maierhof »Prichsna«. Zu diesem Hofe gehörte wohl der ganze Brixner Talkessel. In diesem Diplom, das noch im Original erhalten ist, heißt es: »Im Namen der heiligen und ungeteilten Dreifaltigkeit. Ludwig, von Gottes Gnade und Huld König...Darum sei all unseren gegenwärtigen und zukünftigen Getreuen zu wissen kundgetan, daß der ehrwürdige Vorsteher der Kirche von Säben, namens Zacharias, ...unsere Barmherzigkeit angefleht hat, daß wir einen gewissen Meierhof, der in dem Talgelände der Grafschaft Ratpods liegt - Prichsna genannt - ... der genannten Kirche zu Eigentum überlassen möchten...auch weil feststeht, daß dieser Bischofssitz durch keine Regierungshandlung unserer Eltern vergrößert wurde, ja vielmehr durch die Sorglosigkeit seiner früheren Vorsteher verkleinert und verkürzt wurde, und weil er infolge seiner allzu ärmlichen Kleinheit bekannt ist. Für den ewigen Frieden unserer Eltern, zum Heile unserer Seele und zur Bereicherung des Bischofssitzes selbst übergeben wir den obengenannten Meierhof der Kirche von Säben auf immerwährende Zeiten mit allem Zubehör als Eigentum....« - Durch diese Schenkung wurde die Möglichkeit eröffnet, daß der Bischofssitz von Säben nach Brixen verlegt werden konnte. - Als die Ungarn im Jahre 906 das Mährische Reich vernichtet hatten, entschloß sich Markgraf Liutpold, die Magyaren anzugreifen. Bischof Z. mußte, wie damals üblich, an diesem bayerischen Feldzug teilnehmen. Am 4. Juli 907 erlitt das Heer bei Preßburg eine vernichtende Niederlage. In dieser Schlacht nun fiel Bischof Z. und mit ihm der Markgraf Liutpolf, Erzbischof Theotmar von Salzburg und Bischof Udo von Freising. An Z. erinnert in Brixen noch eine Säule, auf deren Sockel sich seine Gestalt erhebt. Diese Säule wurde zum 1000jährigen Jubiläum der Stadt Brixen errichtet.