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Verlag Traugott Bautz
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ZICK, Künstlerfamilie
Lit.: Adolf Feulner, Die Zick. Dt. Maler des 18. Jhs., 1920; - Rezension, in: MfKw 15, 1922, 157 f.; - Karl Schnieringer - Norbert Lieb, Lebensgeschichtliche Beiträge zu Johann und Januarius Z., in: SchwL 3/12, 1936, 437-440; - Horst Gerson, Ausbreitung und Nachwirkung der holländischen Malerei des 17. Jhs., 1942, 316 ff., 324 ff.; - Johann und Januarius Z. Handzeichnungen. Kat. Ausst., hg. Ursula von Stumm u. Gerd Röbbig. München 1975; - Johannes und Januarius Z. Kat. Ausst., bearb. von Othmar Metzger und Kurt Diemer. Biberach a.d.Riß 1975; - H. Günter, Johannes und Januarius Z., in: WK 45, 1975, 1968; - Die Malerfamilie Z. Werke aus Koblenzer Privatbesitz. Kat. Ausst., bearb. von Kurt Eitelbach. Koblenz 1976; - Ina Keller, Studien zu den dt. Rembrandtnachahmungen des 18. Jhs., 1981, 185-193; - Johann und Januarius Z. Die Gemälde in den Bayer. Staatsgemäldeslgen, bearb. von Eva-Maria Marquart. Kat. Ausst. München 1982; - Johann und Januarius Zick. Eine Ausst. des Mittelrhein-Museums Koblenz und der Bayer. Staatsgemäldeslgen München, bearb. von Eva-Maria Marquart, Erich Schneider und Christian Lenz. Kat. Ausst. Koblenz 1983; - Othmar Metzger, Johann und Januarius Z. Die Gemälde in den Bayer. Staatsgemäldeslgen, in: Pantheon 41, 1983, 65 f.; - Reinhard Müller-Mehlis, Malerei des dt. Spätbarock, in: WK 53, 1983, 210 f.
Harriet Brinkmöller-Gandlau
ZICK, Johann, Maler, Vater des Januarius Z., * 10.1. 1702 Lachen, + 4.3. 1762 Würzburg. - Vermutlich arbeitete J.Z. erst als Eisenschmied in der väterlichen Werkstatt, bevor er sich 1721-1724 zu dem Konstanzer Hofmaler Jacob Carl Stauder in die Lehre begab. Unter dessen künstlerischen Einfluß malte er Deckenbilder für die in München zwischen 1723 und 1725 errichtete Mariahilf-Kirche. Ein dreijähriger Aufenthalt in Venedig bei Piazetta nach seiner Hochzeit in Lachen am 18.11. 1726 wird in der neueren Forschung aufgrund von Stilanalysen nicht länger angenommen. Um 1728 siedelte die Familie nach München über; 1732 wurde J.Z. zum Hofmaler des Freisinger Fürstbischofs Herzog Johann Theodor von Bayern ernannt. Zu größeren Aufträgen kam es erst 1736 mit den Gewölbedekorationen und Altarbildern in der Pfk. St. Johann Baptist zu Bergkirchen, der Roßackerkapelle in Rosenheim 1737 und der ehem. Zisterzienserabteikirche St. Georg in Raitenhaslach 1738/39 sowie 1740-1742 aufgrund von fünf Altarbildern in der Stiftskirche St. Andreas zu Berchresgaden. Entscheidende Anregungen für seine Entwicklung als Freskomaler erhielt er dabei durch die spätbarocke Dekorationsmalerei der Brüder Asam. Von 1744-1749 war J.Z. mit zahlreichen Aufträgen in Schwaben beschäftigt, weswegen die Familie wahrscheinlich spätestens ab 1746 in Schussenried oder Biberach wohnte. 1745/46 führte er in der ehem. Prämonstratenserabteikirche Schussenried unter vermutlicher Mitarbeit seines Sohnes Januarius Deckenfresken aus, zudem leitete er die Arbeiten für die barockisierenden Mal- und Stuckdekorationen. 1746 malte er in der Stadtpfk. St. Martin zu Biberach das Deckenbild im Mittelschiff, im folgenden Jahr wurden nach seinem Entwurf die Seitenschiffe umgestaltet und freskiert. 1749/50 verlegte J.Z. seinen Wohnsitz nach Würzburg, wo er Fresken für den Gartensaal in der Würzburger Residenz schuf. Von 1751-1759 widmete er sich einem weiteren Hauptwerk, der Ausstattung der Residenz der Speyrer Fürstbischöfe in Bruchsal, für die er, teilweise mit Unterstützung seines Sohnes, außer Fresken Ölgemälde und Supraporten im Fürstensaal, Treppenhaus und Marmorsaal ausführte. Während dieser Zeit übernahm J.Z. mehrere Aufträge in Kirchen und Klöstern Frankens: 1753 malte er die Pfk. in Amorbach aus, 1755 das Refektorium des Klosters Oberzell bei Würzburg, 1756 die Sandkirche in Aschaffenburg und 1757 die Pfk. in Grafenrheinfeld. - J.Z. zählte in der Mitte des 18. Jahrhunderts zu den meistbeschäftigten Deckenmalern in Franken und am Hof der Speyrer Fürstbischöfe in Bruchsal. Während in seinen sakralen Freskenzyklen bis 1749 volkstümlich-erzählerische und illustrative Momente im Sinne der bayerisch-schwäbischen Tradition charakteristisch waren, kamen in den Gewölbefresken der fürstbischöflichen Residenzen Würzburg und Bruchsal dekorative Elemente hinzu. Künstlerische Anregungen erhielt J.Z. durch C.D. Asam, von dem er den Typ des mehrere Joche überspannenden Langhausfreskos übernahm, sowie durch Rembrandt, der ihn in seinen späten sakralen Werken in der Helldunkelwirkung und Figurenbildung beeinflußte.
Werke: Werkverz. der Fresken, in: Barbara Strieder, J.Z., 164-258. - Gemälde: Auferstehung Christi, Gerlachsheim, Klk., um 1738; Himmelfahrt Mariens, Raitenhaslach, ehem. Zisterziensarabteikirche, 1738; Tod des hl. Benedikt, a.a.O., 1740; Die Ermordung des Severus, München, Bayer. Staatsgemäldeslgen, 175(?); Judith mit dem Haupt des Holofernes, Koblenz, Mittelrhein-Museum, 1754; Enthauptung Johannes` d. T., a.a.O., zw. 1754 und 1759. - Fresken: München-Au, ehem. Wallfahrtskirche Mariahilf, Deckenfresko, um 1725 (1840 zerstört); Bergkirchen, Pfk. St. Johannes Bapt., Wand und Deckenbilder, 1736 (1884 zerstört); Rosenheim, Roßackerkapelle, Gewölbefresken mit Szenen aus der Legende der hl. Maria Magdalena, 1737; Raitenhaslach, ehem. Zisterzienserabteikirche, Gewölbefresken mit Szenen aus dem Leben des hl. Bernhard von Clairvaux, 1739; Schussenried, ehem. Prämonstratenserklk., Gewölbefresken mit Szenen aus dem Leben des hl. Norbert von Xanten, 1745/46; Biberach a.d. Riß, Stadtpfk. St. Martin (und Maria), Szenen aus der Erlösungsgeschichte, 1746-48; Würzburg, Residenz, Sala Terrena, Gewölbefresken, 1749/50: Hauptfresko mit allegorischen Szenen; Umgangsfresken mit Tageszeiten, Jahreszeiten und durch Putten verkörperte Elemente; Bruchsal, ehem. fürstbischöfl. Residenz: Fürstensaal »Beherrschung, Fruchtbarkeit und ... Commercien = Flor des Hochfürstl. Hochstifts«, 1751; Treppenhaus: Kuppelfresko mit der Geschichte des Bistums Speyer, 1752; Marmorsaal »Gr. Gartensaal«: »Ewig fortdauernde Beständigkeit des Hochfürstl. Hochstifts«, 1754; Amorbach, Pfk. St. Gangolf, Gewölbefresken mit Szenen aus der Legende des hl. Sebastian und Chorfresko mit Szenen aus dem Leben des hl. Gangolf, 1753; Oberzell, ehem. Prämonstratenserabtei, Sommerrefektorium, Deckengemälde »Emmausmahl«, »Letztes Abendmahl«, »Mannalese«, 1755; Aschaffenburg, Sandkirche zur weißen Lilie, Gewölbefresko »Kreuzabnahme«; Chorfresko »Beweinung Christi«, 1756 (1945 zerstört); Grafenrheinfeld, Pfk. Kreuzauffindung, Gewölbefresken mit Szenen aus der Legende der Kreuzauffindung, 1757 (1944 zerstört).
Lit.: Vollst. Lit.-Verz., in: Barbara Strieder, J.Z., 312-318 und im Katalogteil. - V.C. Habicht, J.Z.s Tätigkeit in der Sala Terrena zu Würzburg, in: MfKW 5, 1912, 85-90; - Kurt Diemer, J.Z. in Biberach, in: Schwäbische Heimat 26, 1975, 33 ff.; - Herbert Henck, Planetenmaschinen. Eine Bestandsaufnahme der Schriften zu vier fränkischen Planetenmaschinen des 18. Jhs aus dem Kreis von Joh. Georg Neßtfell unter Berücksichtigung des Beitrags von Joh. Ludwig Fricker und J.Z., in: Bl W K G 79, 1979, 62-139; - Peter Hering, Die »Allegorienglorie« als austauschbarer Topos in barocken Deckenprogrammen. Zur Ikonographie von J.Z.s Deckenmalerei im Treppenhaus des Bruchsaler Schlosses, in: Barock in Baden-Württ. Kat. Ausst. Schloß Bruchsal 2, 1981, 97-106; - Christian Lenz, Eine neu entdeckte Allegorie von J.Z., in: WK 54, 1984, 2001; - Barbara Strieder, J.Z. (1702-1762). Die Fresken und Deckengemälde (Diss. Würzburg), 1990; - TB XXXVI, 480 ff.; - LThK X, 1364; - Kindlers Malerei Lex. V, 826 ff.
Harriet Brinkmöller-Gandlau
Werkeergänzung:
Deckenfresken in der Pfarrkirche Röthis (drei Szenen aus der Martinslegende, Allegorien Glaube/Hoffnung/Liebe), das mittlere bez.: Ioannes Georgius Zick Otoburanus inuenit et pinx. Anno 1740.
Letzte Änderung: 04.07.2007