Jan D. Reinhardt


Niklas Luhmanns Systemtheorie interkulturell gelesen

Obgleich der Begriff der Interkulturalität in Niklas Luhmanns (1927-1998) Systemtheorie zumindest keine systematische Rolle spielt, zeigt der Autor wie sich eine interkulturelle Perspektive in der neueren deutschen Systemtheorie entdecken und entsprechende Begrifflichkeiten einbauen lassen. Hierzu wird nach einer allgemeinen Einführung in Grundpositionen und -begriffe der Theorie zunächst der Kulturbegriff Luhmanns erläutert. Es wird vorgeführt, daß sich Kultur aus systemtheoretischer Perspektive zum einen als Gedächtnis der Kommunikation, zum anderen als besondere Semantik der europäischen Moderne analysieren läßt. In diesen Zusammenhängen wird sodann der Begriff der Interkulturalität eingeführt. Daran schließt sich eine Auseinandersetzung mit der Theorie der Weltgesellschaft an. Schließlich wird am Beispiel der religiösen Toleranz deutlich gemacht, wie sich Phänomene der interkulturellen Problematik mit systemtheoretischen Mitteln modellieren lassen.

Zu dem Autor:

Jan Dietrich Reinhardt, geboren 1972, ist Doktor der Philosophie im Fach Soziologie. Seine Forschungsbereiche sind ›Identität, Kommunikation und Massenkommunikation‹.

Wilhelm Guggenberger

in: polylog. Zeitschrift für interkulturelles Philosophieren, Heft 14.2005, Seite 138-139

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