Claus Bernet

Quäker aus Politik, Wissenschaft und Kunst.

20. Jahrhundert.

Ein biographisches Lexikon.

 

169 Seiten, broschiert

 

 

Ein weiterer von Bernet bearbeiteter Band versammelt vierundvierzig biographische Porträts von Personen, die das Schicksal dieser Gemeinschaft im zwanzigsten Jahrhundert getragen und geprägt haben. Zu den Auswahlprinzipien erklärt der Autor: "Es sollen alle Persönlichkeiten aufgenommen werden, die einerseits im öffentlichen Leben wirkten, sei es als Politiker, Künstler oder Wissenschaftler, und die gleichzeitig im Quäkertum verwurzelt waren" (Quäker aus Politik, Wissenschaft und Kunst, 7). Formales Kriterium ist eine Mitgliedschaft in der "Deutschen Jahresversammlung", der zentralen organisatorischen Instanz des deutschen Quäkertums. Jeder Beitrag steht für sich; eine Geschichte der Jahresversammlung oder gar der Quäkergemeinschaft insgesamt ist nicht beabsichtigt. Doch wird ihr auf eine fruchtbare Weise vorgearbeitet; jedenfalls erhalten sowohl die älteren Standardwerke von Wilhelm Hubbsn und Heinrich Otto wie auch Hans A. Schmitts "Quakers and Nazis" (Columbia, Miss. USA 1997) eine erwünschte Ergänzung und in vielen Details wichtige Korrekturen.

Betrachtet man die sehr geringe Mitgliederzahl der Quäker in Deutschland (sie betrug zu keinem Zeitpunkt im zwanzigsten Jahrhundert mehr als fünfhundert; gegenwärtig sind es etwa zweihundertundfünfzig Personen), so ist das Maß an kultureller Aktivität, auch an politischem Engagement und überhaupt an öffentlicher Wirksamkeit erstaunlich groß. Zahlreiche Einzelbiographien stehen für die enge Beziehung zwischen Quäkertum, SPD und Deutscher Friedensgesellschaft, bisweilen auch den Religiösen Sozialisten und der Frauenbewegung. Doch auch die Herkunft aus dem liberalen Protestantismus spielt in manchen Lebenswegen eine wichtige Rolle (Ruth Eisner von Grunow, Margarete Geyer, Gertrud von Petzold, Rudolf Schlosser). Heinz Kappes, Pfarrer der Badischen Landeskirche und Karlsruher SPD-Stadtrat, trat der "Religiösen Gesellschaft" 1934 bei. Der Theologe Emil Fuchs war seit 1933 Mitglied. Durch ihn kam auch Hermann Mulert, der Herausgeber der "Christlichen Welt", in Kontakt zur sächsischen Quäkergruppe, der er sich 1943, unter dem Eindruck des kirchlichen Versagens im Dritten Reich, anschloß. Der sächsische Pfarrer Wilhelm Mensching (1887-1964) stand den Quäkern nahe, trat der Jahresversammlung aber nicht bei.

Quäker aus Politik, Wissenschaft und Kunst.

Artikelnummer: ISBN 978-3-88309-398-7
20,00 €Preis
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