HUGO von Fouilloy, Augustiner und geistlicher Schriftsteller, * 1100/10 in Foullloy bei Corbie, Diözese Amiens, † 1172/73 in St. Laurent-au-Bois bei Corbie. - H. war zunächst regulierter Chorherr in der Stiftung S. Laurentii de Helliaco und ab 1153 Prior ebenda. - Seine Werke stehen unter dem Einfluß Hugo von St. Viktors. Es handelt sich zumeist um mystisch-allegorische Betrachtungen der klösterlichen Architektur, des darin zu führenden Lebens und um moralische Betrachtungen über die Stadt Jerusalem. Des weiteren geht es ihm um das körperliche Befinden des Menschen und um sein Seelenheil, in diesem Zusammenhang wendet er sich auch gegen die Fleischeslust und die Ehe. In einigen seiner Schriften versucht er sich in physiologisch-moralische Zuordnungen in Tieren - Taube, Taubenräuber, Turteltauben, Spatzen und Pelikane, es folgen die Bienen und Schlangen, die Würmer und Fische. Dasselbe System versucht er auf Gewächse zu übertragen: Er vergleicht Bäume, Perlen und Edelsteine. Diese Ausführungen gipfeln in der Einschätzung des Menschen und des moralischen Wertes seiner einzelnen Körperteile.
Werke: MPL 196, 1553-1558.
Lit.: H. Peltier, H. de F., in: RMA 2, 1946, 25-44; - Charles de Clercq, H. de F., Le Liber de rota verae religionis, in: Lateinisches Archiv d. MA Nr. 29, 1959, S. 219-28 u. Nr. 30, 1960, S. 15-37; - Ders., Le role de l'image dans un manuscrit médieva1, in: Gutenberg-Jb. Nr. 37, 1962, S. 23-30, Imagier de ses propres oeuvres?, in: Revue du Nord 45, Lille 1963, 31-42; - Maria de Marco, Codici vaticani del "De claustro animae" di Ugo di F., in: SE 15 (1964 ersch.), 1965, 220-248; - R. Baron, Note sur le De claustro..., ibidem S. 249-255; - I. Gobry, De claustro anime d.'Hugues de Fouilloy. Edition critique, Paris 1965; - J. P. Massaut, Josse Clichtore, 1'humanisme I, Paris 1968, S. 321-22; - Manitius III, 226; - HistLittFrance XIII, 492-507; - LThK V, 514; - Dictionnaise de Spiritua1ité VII/1, 1968, 880-86; - Migne 196, 1553.