Verlag Traugott Bautz
www.bautz.de/bbkl
Zur Hauptseite
Bestellmöglichkeiten
Abkürzungsverzeichnis
Bibliographische Angaben für das Zitieren
Suche in den Texten des BBKL
Infobriefe des aktuellen Jahres
Spenden für die Arbeit am BBKL
Um auch weiterhin die Arbeit am BBKL zu ermöglichen, brauchen wir Ihre Unterstützung..
NEU: Unser E-News Service
Wir informieren Sie über Neuigkeiten und Änderungen per E-Mail.
Helfen Sie uns, das BBKL aktuell zu halten!
Bestellmöglichkeiten

Band II (1990)Spalte 1388-1389 Autor: Bernd Ulrich Hucker

ISO (Yso) von Wölpe, Bischof von Verden (1205-1231), * um 1170 als jüngerer Sohn des Grafen Bernhard I. v. W., + 5.8. 1231, begraben in St. Andreas zu Verden. - Zunächst Domherr in Verden (bezeugt 1180/1188) und Propst v. Bardowick ist I. spätestens seit 1197 auch Dompropst. Nach dem Tod Rudolfs (29.5. 1205) zum Bischof gewählt, erhielt er von König Philipp die Regalien. Wie seine Amtsvorgänger, die z. T. wie Rudolf auch Angehörige der königlichen Kanzlei waren, hielt er sich im Thronstreit zur staufischen Seite, wurde aber durch seinen Bruder Bernhard II. v. W. sowie den größten Machthaber der Diözese, Wilhelm v. Lüneburg, bald zu Otto IV. gezogen. 1211/1212 nahm er wohl im Auftrag des Kaisers an einem Kreuzzug nach Livland teil, wo er den dortigen Oberhirten Albert v. Bexhövede vertrat. Wohl 1213/1215 fand ein zweiter Zug statt. Nach dem Tod Ottos IV. (1218) erwarb er die Stiftsvogtei von den welfischen Untervögten. Diese Besitzrechte und der Kauf der Edelherrschaft Westen ermöglichten die Gründung von St. Andreas (1220), dem ersten (und einzigen) Kollegiatstift in Verden. Die Stadtwerdung Verdens wurde durch den Bau einer Stadtmauer und die Aufnahme der Münzprägung beschleunigt. Unter I. nahm Verden Abschied aus der Reichspolitik. Vorrang erhielt der Territorialausbau des Stifts (Einschränkung des Stiftsadels; Kolonisation im alten Land). Die kulturelle Blüte zur Zeit I.s wird durch Kunstdenkmäler (St. Andreas-Kirche; Grabplatte I.s; Silberbrakteaten) und die Autoren Ludolf v. Lüchow (Domherr in Verden) und Gervasius v. Tilbury (Propst v. Ebstorf; »Solacium imperatoris«) dokumentiert. Am Hofe I.s erschienen sein Vetter, der Hildesheimer Magister Johanns Marcus von Dorstadt, Adressat des Widmungsbriefes des »Solacium imperatoris«, und Gervasius selbst.

weiterlesen ...
Quellen: W. v. Hodenberg, Verdener Geschichtsquellen 2, 1859 (S. 64-98 Urkk. und Testament); - R. Drögereit, Materialien zur Gesch. des ehemal. Bistums Verden, 1981 [Masch.] (S. 87-114 Urkk.) Chronicon episcoporum Verdensium, ed. Leibniz, SS. rer. Brunsvic. 2 (S. 218 Via); - G. Röper, Urkunden, Regesten, Nachrr. über das alte Land und Horneburg 1, 1985, Nr. 180 (Bronze-Grabplatte).

Lit.: Chr. g. Pfannkuche, Die aeltere Gesch. des vormaligen Bisthumes Verden, 1830; - C. L. Grotefend, Der Streit zw. dem Erzbischof Gerhard II. von Bremen und dem Bischof Iso von Verden wegen der geistl. Gerichtsbarkeit über das Schloß Ottersberg im Jahre 1226, in: Zs. d. Hist. Ver. f. Nieders. 1871, 3-45; - A. Siedel, Untersuchungen über die Entwicklung der Landeshoheit und der Landesgrenze des ehemal. Fürstbistums Verden, 1915; - W. Schäfer, Kl. Verdener Stiftsgesch., 1970; - M. Nistahl, Die Anfänge des St. Andreasstifts zu Verden, in: Stader Jb. 1987, 29-49; - Hucker, Kaiser Otto IV. (Schrr. d. MGH 34, 1989), Kap. G Nr. 99; - ADB XIV, 636; - NDB X, 198.

Bernd Ulrich Hucker

Literaturergänzung:

2008

Thomas Vogtherr, I.v.W., Bischof von Verden (1205-1231). Reichsfürst, Bischof, Adliger. Eine Biographie. Stade 2008.

Letzte Änderung: 09.04.2011