Verlag Traugott Bautz
www.bautz.de/bbkl
Zur Hauptseite
Bestellmöglichkeiten
Abkürzungsverzeichnis
Bibliographische Angaben für das Zitieren
Suche in den Texten des BBKL
Infobriefe des aktuellen Jahres
Spenden für die Arbeit am BBKL
Um auch weiterhin die Arbeit am BBKL zu ermöglichen, brauchen wir Ihre Unterstützung..
NEU: Unser E-News Service
Wir informieren Sie über Neuigkeiten und Änderungen per E-Mail.
Helfen Sie uns, das BBKL aktuell zu halten!
Bestellmöglichkeiten

Band III (1992) Spalten 896-897 Autor: Georgios Makris

JUSTINIAN II., byzantinischer Kaiser, * 668 als Sohn Konstantins IV., † 4.11. 711. - Zur Stärkung der Wehrkraft gegen die Reichsfeinde (Araber, Slawen, Bulgaren) ergriff Justinian in seiner ersten Regierungszeit (685-695) kühne Maßnahmen, wie z.B. großangelegte Bevölkerungsumsiedlungen. Als erster Kaiser ließ er auf Münzen das Bild des segnenden Christus prägen und sich selbst SERV(us) CHRISTI nennen. 691 berief er im Trullos-Saal des Palastes ein Konzil ein, welches die ausschließlich dogmatischen Beschlüsse des V. und VI. ökumen. Konzils (553 bzw. 680/1, beide Konstantinopel) durch weitgehend im Sinne der Ostkirche gefaßte disziplinäre Kanones ergänzte (Priesterehe, Fastenregelungen, Aufwertung des Patriarchen von Konstantinopel u.a.m.). Nur die ersten 150 der 185 dieser Penthekte (Quinisextum) genannten Synode wurden durch Rom anerkannt und zwar erst 710. 695 wurde der wegen seiner harten bevölkerungspolitischen und fiskalischen Maßnahmen unpopuläre J. gestürzt, durch Abschneiden der Nase verstümmelt und verbannt. 705 gewann er seinen Thron zurück, betrachtete aber von nun an den Staat nur als Mittel, sich grausam zu rächen. 711 wurde er zum zweiten Mal gestürzt und zusammen mit seinem Sohn Tiberios hingerichtet. - Während der despotische J. in seiner ersten Regierungszeit große organisatorische Begabung zeigte und bei seinen ehrgeizigen Plänen auch Erfolge verzeichnete, stellte er später seine Vitalität ausschließlich in den Dienst seiner neurotischen Rachsucht. Mit ihm ging die ruhmreiche Dynastie des Herakleios in Blut und Schrecken unter.

weiterlesen ...
Lit.: Franz Görres, Justinian II. und das römische Papstum, in: ByZ 17, 1908, 432-454; - Georg Ostrogorsky, Gesch. des byz. Staates, 19633, 108 ff.; - Vitalien Laurent, L' œuvre canonique du concile in Trullo (691-692), in: RÉByz 23 (1965) 7-41; - James D. Breckenridge, The Numismatic Iconography of Justinian II, 1959; - Constance Head, Justinian II of Byzantium, 1972; - Kig, Bd. I/ Lfg. D1, 1980, 61 ff.; - Andreas N. Stratos, Byzantium in the Seventh Century, Bd. V, 1980.

Georgios Makris

Literaturergänzung:

1984

Jean-Marie Sansterre, Le pape Constantin I (708-715) et la politique religieuse des empereurs Justinien II et Philippikos, in: AHP 22.1984, S. 7-29; -

1996

Michel van Esbroeck, Justinian II. im Synaxar u.d. Konzil "in Trullo", in: AHC 27./28.1995/96, S. 103-108; -

2009

Charles F. Pazdernik, "The trembling of Cain". Religious power and institutional culture in Justinianic oath-making, in: The power of religion in Late Antiquity. Farnham 2009, S. 143-154;- Hartmut Leppin, Power from humility. J. and the religious authority of monks, in: ebd. S. 155-164.

Letzte Änderung: 09.04.2011