KÖPKEN, Friedrich v., Jurist, Lyriker, * 9.12. 1737 in Magdeburg,
† 4.10. 1811 ebd. - Nach dem Besuch des Gymnasiums zu Magdeburg
immatrikulierte sich K. im Frühjahr 1756 an der juristischen Fakultät
in Halle. Seit 1759 hielt K. sich wieder in Magdeburg auf, legte 1761
das juristische Examen in Berlin ab und wurde im selben Jahr Regierungsadvokat
in Magdeburg. Dort hatte er schon 1760 in seinem Freundeskreis eine
literarische Gesellschaft gegründet. Für diesen Kreis veröffentlichte
er Gedichte, die geprägt sind von französischen Vorbildern wie auch
durch Joh. Wilh. Ludw. Gleim und Friedr. Heinr. Jacobi und erfüllt
sind von der Griechenlandsehnsucht des Klassizismus. 1786 wurde K.
in den erblichen Adelsstand erhoben. Der »Hymnus auf Gott« erschien
1792 als ein Versuch einer neuen Form der kirchlichen Kantate, die
durch die Annäherung an die Formen des Hymnus und des Chorliedes der
griechischen Tragödie sowie durch Pathos im Ausdruck neue affektive
Wirkungsmöglichkeiten von Oratorien erschließen sollte. Für seine
Kinder verfaßte K. im September 1794 eine unveröffentlichte »Lebensgeschichte
besonders in Rücksicht auf Geistes- und Charakterbildung«.
Werke: Hymnus auf Gott, musikalisches Gedicht nebst einigen
geistlichen Liedern, Magdeburg 1792, 1804
2; Skolien. Geistliche
Lieder, ebd. 1794; Versuch über die Manier unserer bekannteren Dichter,
ebd. 1796; Skolien für den literarischen Club in Magdeburg, 1798;
Episteln. Zum Anhange vermischte Gedichte, ebd. 1801; Nachlaß: Frels,
Dt. Dichterhandschriften..., 167.
Lit.: F. Müncher, Aus F. v. K.s Autobiogr., in: Im neuen
Reich II, 2 (1881), 562-567; - Franz Brümmer, Deutsches Dichter-Lexikon
I, 462-63, Eichstätt u. Stuttgart 1876; - ADB XVI, 675-78; -
Meusel IV, 208 u. X, 116 u. XI, 447 u. XVIII, 394 u. XXIII, 213; -
Goedeke IV, 1, 967; - Koch3 VI, 206; - DLL IX, 116-17;
- W. Killy (Hrsg.), Literaturlexikon VI, 436 f., Gütersloh, München
1990.
Susanne Siebert
Textanmerkungen:
Friedrich von Koepken hatte nicht nur einen Literaturkreis, sondern auch einen Musikkreis. Eine seiner Töchter, die später Niemeyer, den Direktor der Franckeschen Stiftungen in Halle heiratete, war eine sehr gute Pianistin. Sie spielte Klavierkonzerte in diesem Musikkreis! In diesem Kreis traf man sich auch mit dem Komponisten Rolle, der wiederum Texte von Niemeyer vertonte. Er schrieb auch Oratorien nach Texten von Niemeyer.
Letzte Änderung: 06.11.2011