LAURENTIUS, Andreae, schwedischer Prälat, Staatsmann und Reformator.
* wahrscheinlich zwischen 1470 und 1480. † 14.4. 1552. L.A.
studierte in Skara und Uppsala, wurde Kanoniker in Strängnäs. Seit
1498 lehrte er an den Universitäten von Rostock und Leipzig, vermutlich
Kirchenrecht. Es ist nicht bekannt, wo er den Doktorgrad erwarb. Mehrmals
besuchte L.A. Rom, so sicher im Jahre 1509. Obwohl er nur die Diakonenweihe
empfangen hat, wurde er 1520 Archidiakon in Strängnäs. Hier traf er
den jungen Olavus Petri. Dieser hatte in Wittenberg promoviert und
war ein eifriger Lutheraner. L.A. dürfte von ihm für die lutherische
Lehre gewonnen worden sein. In der Domkirche zu Strängnäs hat er 1523
Gustaf Wasa feierlich zum König ausgerufen, der auf dem dort tagenden
Reichstag gewählt worden war. L.A. hat sicher den König über die lutherische
Lehre unterrichtet. Dieser machte ihn zu seinem Kanzler. Bald danach
wurde er auch Archidiakon in Uppsala und Mitglied des Reichsrates.
Zusammen mit dem König hat L.A. die für Schweden kennzeichnende Form
einer lutherischen Kirche, konservativ und vorsichtig bei Änderungen,
gestaltet. Die einzige Schrift, die L.A. drucken ließ, behandelt das
Verhältnis von Glaube und guten Werke. Es ist offenbar, daß das Vorwort
Martin Luthers zum Römerbrief Einfluß auf sie ausgeübt hat. Die Schrift
ist übrigens sehr unpolemisch. Allmählich, vor allem nach 1530, traten
Schwierigkeiten auf. Der König ertrug wenig Kritik und war wiederholt
sehr mißtrauisch. L.A. wurde ihm zu selbständig. Er verlangte Freiheit
für die Kirche, die der König ihr nicht einräumen wollte. Im Jahre
1538 wurde L.A. gegen einen deutschen Ratgeber ausgewechselt. Für
die zwei Reformatoren, L.A. und O. Petri, war es an der Zeit, sich
zurückzuziehen. Sie sind nach Strängnäs gezogen und haben sich nun
ordinieren lassen. Dies hat sie doch nicht geschützt. Auf einer Versammlung
in Örebro wurden sie wegen Landesverrates angeklagt und 2.1. 1540
zum Tode verurteilt. Die Anklagepunkte waren gefälscht oder frei erfunden.
Viele sind für die Verurteilten eingetreten. Das führte dazu, daß
der König die Todesstrafe in hohe Geldstrafen umwandelte. L.A. wurde
später noch einige Male vom König als Sachverständiger zu Rate gezogen.
Im übrigen führte er ein zurückgezogenes Leben.
Werke: Een kort underwisning om troona och godha gerningar,
Stockholm 1528. L.A. hat sicher an der Übersetzung des Alten Testamentes
(1526) und der gesamten Bibel (1541) ins Schwedische mitgearbeitet.
Lit.: Sven Kjöllerström, Laurentius Andreae, Svenskt Biografiskt
Lexikon 22, Stockholm 1977-79; - Reformationen i Norden, ed C.G.
Andrén, Lund 1973; - Knut B. Westman, Reformationens genombrott
i Sverige, Stockholm 1918; - Michael Roberts, The early Wasas,
Cambridge 1968.