LEO VII., Papst (936-939) war Römer und vor seiner Papstwahl angeblich
Kardinalpriester. Ihm ist es gelungen, die Würde des Papsttums trotz
der Allmacht des damaligen römischen Fürsten Alberich (II.) zu wahren.
In seine Zeit fällt das auch vom Fürsten geförderte Übergreifen der
kluniazensischen Reformbewegung unter Abt Odo auf Rom. Auf Einladung
des Papstes kam Odo schon 936 nach Rom und übernahm die Leitung des
Klosters San Paolo fuori le mura; er vermittelte auch den Frieden
zwischen dem Fürsten Alberich und dem nach der Kaiserwürde trachtenden
italischen König Hugo (von Arles). Für Klöster sind die meisten Papsturkunden
dieses 3 1/2 Jahre währenden Pontifikates ausgestellt worden. Erwähnung
verdient aber auch die 937 erfolgte Ernennung des Mainzer Erzbischofs
Friedrich zum apostolischen Vikar in Deutschland. Auf seine Anfrage
wurde dem Erzbischof gleichzeitig die Austreibung von bekehrungsunwilligen
Juden geraten. Aus Frankreich empfing der Papst 936 den Besuch des
Reimser Historikers Flodoard.
Lit.: G. Antonelli, L'opera di Odone di Cluny in Italia,
Benedictina 4, 1950, 19-40; - H. Zimmermann, Papstregesten 911-1024
(= J. F. Böhmer, Regesta Imperii, II/5), 1969, 46-60; - Ders.,
Das dunkle Jh., 1971, 82 ff.; - F. Lotter, Der Brief des Priesters
Gerhard an den Erzbischof Friedrich von Mainz. Ein kanonist. Gutachten
aus frühottonischer Zeit (= Vorträge und Forschungen, Sonderband 17),
1975; - H. Zimmermann, Papsturkunden 896-1046 (= Österr. Akad.
der Wiss., philos.-hist. Klasse, Denkschriften 174), 1988
2,
115-165.
Harald Zimmermann
Literaturergänzung:
2007
Ludwig Vones, Le faux acte pontifical du pape Léon VII (BZ 2 + 148) pour l'abbaye de Ripoll et ses répercussions diplomatiques, in: L'acte pontifical et sa critique. Bonn 2007, S. 1-14.
Letzte Änderung: 09.04.2011