LANTPERT (Lantbert): hl. Bischof von Freising, geb. 9. Jh., gest. 19.9. 957 zu Freising. Fest: 18.9. - Nach Wilhelm Störmer ist L. als Bischof urkundlich bezeugt zwischen 937-957 (13.7.) (LThK3 Bd. VI, Sp. 645). Die ebenfalls von W. Störmer angeführte »schlechte Quellenlage entspricht den Wirren der damaligen Zeit in Bayern«. (LThK3 Bd. VI, Sp. 645). Bereits in seinem ersten Bischofsjahr fand die Invasion der Ungarn statt, wobei, nach der Legende, der Domberg von Freising durch L. gerettet werden konnte. Daß L. in der späteren Deutung als bescheidener und betender Bischof und Erretter vorgestellt worden ist, kann durchaus der historischen »Wahrscheinlichkeit« (W. Störmer) entsprechen. L. war sehr treu gegenüber Otto I. d. Großen. Sorge brachte er auf für den Bestand und die Erneuerung seiner Ortskirche. Seit der 2. Hälfte des 11. Jh. ist sein Kult im Freisinger Dom nachgewiesen. Im ganzen Bistum Freising ist sein Kult verbreitet seit dem 15. Jh. - Seine Darstellungen sind auf die Erzdiözese München-Freising beschränkt. Er wird gezeigt in bischöflichem Ornat mit Lamm. Seine Gebeine ruhen in der Lantbertkrypta des Freisinger Domes.
Lit.: LThK
2 Bd. VI, Sp. 791 (J. A. Fischer); - LThK
3 Bd. VI, Sp. 645 (W. Störmer); - LCHI Bd. VII, Sp. 372 (M. Lechner); - BiblSS VII 1077-1078 (Lit.); - G. Schwaiger: Bavaria Sancta I, Regensburg 1970, 186-198; - J. A. Fischer: Der hl. Lantpert, Bischof von Freising und seine Zeit, München 1957; - J. A. Fischer: Die Freisinger Bischöfe von 906-957 (Stud. z. altbayerischen Kirchengeschichte 6), München 1980, 79-156; - J. Torsy: Der große Namenstagskalender, Freiburg-Basel-Wien 1985
11, 267; - O. Wimmer-H. Melzer: Lexikon der Namen und heiligen, Innsbruck-Wien-München 1982
4, 504.
Ekkart Sauser
Letzte Änderung: 09.04.2011