LUDWIG DER JÜNGERE, ostfränkischer König (865, 876-882). Der wohl
um 835 als Sohn König Ludwigs des Deutschen und seiner Frau Hemma
geborene L. wird erstmals 847 erwähnt. L. wurde von seinem Vater mehrmals
mit militärischen Operationen beauftragt. - L. erhielt 865 von
seinem Vater Franken, Thüringen und Sachsen zugesprochen; andere Teile
des ostfränkischen Reiches waren für seine Brüder Karlmann (Bayern
und östliche Marken) und Karl III. (Alemannien mit Churrätien) vorgesehen.
Mehrfache Auflehnungen gegen den Vater wurden stets wieder beigelegt.
Nach dem Tod Ludwigs des Deutschen am 28. 8. 876 nutzte Karl der
Kahle von Westfranken die Chance, seinen Einflußbereich weiter nach
Osten auszudehnen, jedoch schlug L. ihn am 8. 10. 876 entscheidend
bei Andernach und behielt damit auch die Osthälfte des ehemaligen
Mittelreiches Lothars II. Aufgrund der Krankheit seines Bruders Karlmann übernahm L. 878 und 879 dessen Anteil an Lotharingien sowie
Bayern unter seine Herrschaft. Der zu vielen Adelsfamilien gute Beziehungen
unterhaltende L. konnte seine Herrschaft im Inneren festigen und stärken,
und dehnte diese sogar auf das gesamte westliche Lotharingien aus
(Verträge von Verdun und Ribémont, 879 und 880). Gegen die das Reich
vor allem im Norden bedrohenden Normannen konnte L. nur partielle
Erfolge erzielen. In Frankfurt urkundete der im letzten Regierungsjahr
kränkliche Herrscher noch am 19. Januar 882 und starb dort am 20.
Januar. Da sein legitimer Sohn Ludwig aus seiner Ehe mit der sächsischen
Liutgart (+ 885) schon 879 umkam, hinterließ L. keine Erben,
so daß das Ostfrankenreich wieder in einer Hand (Karl III.) vereinigt
wurde.
Lit.: J. F. Böhmer, E. Mühlbacher, Regesta Imperii I.
Die Regesten des Kaiserreichs unter den Karolingern, 751-918, 2. Aufl.
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H. Zettel, Das Bild der Normannen und der Normanneneinfälle in westfränkischen,
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Klaus Herbers
Letzte Änderung: 09.04.2011