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Band V (1993)Spalten 374-375 Autor: Stefan Burghardt

LUDWIG XVI. (1754), König von Frankreich, * 23.8. 1754 in Versailles, † (hingerichtet) 21.1. 1793 in Paris, Enkel von Ludwig XV. und seit 1774 dessen Nachfolger, Sohn des Dauphin Ludwig und der Maria Josepha von Sachsen. 1770 wurde L. mit Marie-Antoinette, einer Tochter Maria Theresias verheiratet. L. war ein Fürst mit gewinnenden menschlichen Eigenschaften, aber ohne staatsmänn. Fähigkeiten. So vermochte er die Finanzkrise der frz. Monarchie trotz intensiver Reformarbeit seiner Regierung mit den Mitteln absolutistischer Staatsführung nicht zu lösen. Der Widerstand der privilegierten Stände zwang ihn zur Berufung der Generalstände, dem Anlaß zu den Ereignissen, die die Französische Revolution auslösten. Nach dem Sieg des 3. Standes vermochte er sich mit der Rolle eines konstitutionellen Monarchen nicht abzufinden, die ihm in der neuen Verfassung vom 3.9.1791 zugedacht war. Sowohl seine hohe Auffassung von seiner königlichen Stellung als auch sein religiöses Gewissen brachten ihn in Konflikt mit der Revolution, vor der er sich Rettung durch Intervention auswärtiger Kräfte erhoffte, dessen Gefangener er aber durch seine mißglückte Flucht (Juni 1791) immer mehr wurde. Seine Stellung wurde unhaltbar, als er von seinem verfassungsgemäßen Vetorecht auf die Strafgesetze gegen die eidverweigernden Priester Gebrauch machte und der Ausbruch des Krieges zwischen dem revolutionären Frankreich und den europäischen Mächten (April 1792) die Gefahr der bewaffneten Gegenrevolution heraufführte. Nach dem Sturm auf die Tuilerien (10.8. 1792) wurde L. mit seiner Familie im Temple gefangengehalten, am 21. September für abgesetzt erklärt und schließlich nach dem Prozeß vor dem Nationalkonvent zum Tode verurteilt. Am 21.1. 1793 wurde er guillotiniert. Seine Frau Marie-Antoinette erlitt am 16.10. 1793 den gleichen Tod.

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Lit.: H. Robert, Le calvaire de Louis XVI., Paris 1934; - L. Madelin, Louis XVI. et Marie-Antoinette, Paris 1936; - P. Lafue, Louis XVI. et l'échec de la Révolution royale, Paris 1942; - M. de la Fuye, Louis XVI., Paris 1943; - B. Fay, Louis XVI. ou la fin d'un monde, Paris 1955, München 1956; - A. Leroy, Louis XVI. le roi malgré lui, 1961; - P. Lafue, Louis XVI., 1964; - A. Conte, Sire, ils ont voté la mort. La condamnation de Louis XVI., 1966; - A. Soboul, Le procès de Louis XVI., 1966; - J. Levron, Les rois de France et Dieu, d'Henri IV. à Louis-Philippe, 1967; - P. Girault de Coursac, L'éducation de Louis XVI. thèse de 3e cycle, Lettres, Paris 1969; - I. Loiseau, Louis XVI., qui êtes-vous?, dans Revue des Deux Mondes, 1970, p. 558-570; - B. Fay, Louis XVI. ou la fin d'un monde, 1955, rééd 1972; - M. Novelle, La chute de la Monarchie, 1972; - R. Rémond, L'Ancien Régime et la Révolution, 1974; - Vincent Cronin, Ludwig XVI. und Marie-Antoinette, 1975; - M. Reinhard, La chute de la royauté, 10 août 1792, Neuausg. Paris 1977; - Jean-Francios Chiappe, Louis XVI., 1987-89; - Evelyne Lever, Ludwig XVI., 1988; - B. Fay, Ludwig XVI. Der Sturz der französischen Monarchie, a.d. Frz., Neuausgabe 1989; - Catholicisme Bd. VII, Paris 1975, 1163-66; - LThK VI, 1194.

Stefan Burghardt

Literaturergänzung:

Vincent Cronin, Ludwig XVI. und Marie-Antoinette. Berlin 2005; - Uwe Schultz, Der Herrscher von Versailles. München 2006; - Angela Taeger, Ludwig XVI. Stuttgart 2006.

Letzte Änderung: 09.04.2011