MARGARITA VON UNGARN, hl. Dominikanerin, * 1242 in Klissa, + 18.1. 1270 in Budapest, Fest: 18.1. - König Bela IV. und seine Gemahlin Maria Lascaris wurden in der Festung Dalmata belagert, als die Tartaren in Ungarn und Pannonien eindrangen und das Land zu verwüsten drohten. In ihrer Not flehten König Bela und die Königin Maria zu Gott und legten ein Gelübde ab: Sie wollten das Kind, das sie erwarteten, Gott weihen, damit Ungarn und Pannonien vor weiteren Zerstörungen verschont bliebe. Nach der Geburt ihrer Tochter nannten sie diese Margarita. Sie erfüllten ihr Versprechen - im Alter von vier Jahren wurde M. den Dominikanerinnen von Veszprem zur Erziehung anvertraut. Mit 12 Jahren trat M. in ein neues Kloster ein, das ihr Vater, Bela, auf einer Donauinsel bei Buda hatte errichten lassen. Dort legte sie in die Hände des Ordensmeisters Humbert von Romans die Profeß ab. Als Ordensfrau war sie sehr eifrig und weihte sich ganz Christus, dem Gekreuzigten. Pius XII. sagte in seinem Brief zu ihrer Heiligsprechung: »Sie wurde von Herzen eine Jüngerin des Kreuzes und vergaß ihr königliches Elternhaus. Trotz ihres kindlichen Alters pflegte sie eine tiefe Liebe zu Christus und der jungfräulichen Gottesmutter, sie zeigte hochherzige Tugend und Reinheit des Geistes.« Schliesslich erhielt sie mit größter Freude vom Erzbischof von Gran die Jungfrauenweihe, um die sie inständig gebeten hatte. Ihren weiteren Weg beschrieb Pius XII. anlässlich ihrer Heiligsprechung mit den Worten: »Auf diese Weise dem Bräutigam der Jungfrauen geweiht, versuchte sie unermüdlich durch Verachtung der Welt und ihrer selbst und durch Züchtigung ihres Leibes dem König der Märtyrer gleich zu werden. Stets ganz einfach gekleidet, fand sie Gefallen daran, niedrige Arbeiten zu tun, das Haus zu kehren, Schmutz zu beseitigen, Essen vorzubereiten und oft mit schweren Lasten beladen zu werden. Den kranken Mitschwestern, ja sogar den Mägden, bei denen die übrigen sich manchmal mit Krankheiten anzustecken fürchteten, diente sie mit solcher Liebe und einer solchen Hingabe, dass sie alle schweren und niedrigen Dienste sich selbst vorbehielt. In harten Bußen und Fastenübungen sowie ständig im Gebet wollte sie die Greueltaten der Kriege in ihrer Heimat sühnen. M. erfüllte eine große Liebe zur Eucharistie, daher Pius XII.: »Sie betete immer wieder vor dem im Tabernakel verborgenen Christus oder vor dem Kreuz, wo sie ihr Herz ausschüttete. Sie beschränkte ihre Tätigkeit nicht nur auf glühende Gebete zu Gott und harte Buße, sondern war auch von apostolischem Eifer entflammt und mit großer Tapferkeit ausgezeichnet. »Schließlich beendet Pius XII. sein Schreiben mit den Worten: »Er gab ihr Anteil an seinem Leiden wie auch an seiner Tröstung und seiner Macht zu Lebzeiten wie nach dem Tode.« Ihre Heiligsprechung erfolgte durch Pius XII. am 19. November 1943, am Feste der hl. Elisabeth von Thüringen, wohl deshalb, weil M. selbst eine Nichte der hl. Landgräfin aus Thüringen gewesen ist. In der Kunst wird sie dargestellt als Nonne mit Lilie, manchmal mit Krone zu ihren Füßen, weil sie dreimal die Heirat mit Königen verschmäht hatte. Ihr Mantel ist auf Gemälden oft mit Sternen bedeckt.
Lit.:
O. Lechner-U.Schütz, Mit den Heiligen durch das Jahr, Freiburg-Basel-Wien 19882, 25; - V. Schauber, Pattloch Namenstagskalender, Augsburg 1994, 18; - Proprium des Predigerordens, III; - Feier des Stundengebetes, Proprium der Heiligen, Köln 1991, 171; - LThK Bd. VII, 22-23 (K. Juhúsz).