Verlag Traugott Bautz
www.bautz.de/bbkl
Zur Hauptseite
Bestellmöglichkeiten
Abkürzungsverzeichnis
Bibliographische Angaben für das Zitieren
Suche in den Texten des BBKL
Infobriefe des aktuellen Jahres
Spenden für die Arbeit am BBKL
Um auch weiterhin die Arbeit am BBKL zu ermöglichen, brauchen wir Ihre Unterstützung..
NEU: Unser E-News Service
Wir informieren Sie über Neuigkeiten und Änderungen per E-Mail.
Helfen Sie uns, das BBKL aktuell zu halten!
Bestellmöglichkeiten

Band V (1993)Spalten 983-985 Autor: Douglas J. Nelson

MASON, Charles Harrison, schwarzamerikanischer Pfingstbischof, geistlicher Vater der Church of God in Christ Inc, der größten nordamerikanischen pentekostalen Denomination, Sohn ehemaliger Sklaven, * 8.9. 1866 bei Memphis, Tennessee, + 17.11. 1961 in Detroit, Michigan. - M. begann seine unabhängige missionarische Erweckungstätigkeit, aufbauend auf Glaubenselementen der Baptistengemeinden und der Heiligungsbewegung, im Jahr 1897 in Lexington, Mississippi. Dieses geschah nach dem Abbruch seiner Universitätsstudien, in deren Lehrplänen er wenig über Gott gefunden hatte. Im Jahr 1907 besuchte er die legendäre Azusa Street Mission in Los Angeles, Kalifornien, die von seinem alten Freund, Bischof William J. Seymour geleitet wurde. M. nahm den neu entstehenden pfingstlerischen Glauben an und kehrte nachhause zurück, nur um dort selber das Feuer der Erweckung zu entzünden. Eine starke antipentekostale Fraktion innerhalb seiner eigenen von C.P. Jones gegründeten Heiligungskirche zog daraufhin aus und bildete eine andere Denomination. M. blieb mit nur zwölf kleinen Gemeinden in verschiedenen Südstaaten zurück, die er bis zu seinem Tod im Jahr 1961 bis zu einer Mitgliedschaft von fast über einer Million Anhänger führte. Gegenwärtig ist die Church of God in Christ auf über vier Millionen Mitglieder angewachsen. - Während der formativen Jahre der nordamerikanischen Pfingstbewegung von 1907 bis 1916 vergab M. großzügig Ordinationsrechte und andere Rechtstitel auch an viele weiße Pfingstführer in den Südstaaten. Dieser Kooperation zwischen Schwarzen mit Weißen setzte der wachsende amerikanische Rassismus ein Ende. Während des ersten Weltkrieges wurde M. mehrmals verhaftet und mißhandelt, hielt aber an seiner pazifistischen Grundeinstellung fest. Beim Eintritt der USA in den zweiten Weltkrieg unterstützte er die nationale Politik gegen den Faschismus. - M. wirkte von 1907 bis 1961, in welcher Zeit er die Church of God in Christ zu einem `Staat im Staate' machte und sie leitete - einer Rekordzeit von 54 Jahren kirchlicher Leitung, die ohne Parallele in der Geschichte der Vereinigten Staaten ist. Unermüdlich bereiste er die USA von einer Küste zur anderen und machte auch mehrere Auslandsreisen, um die christliche Mission in ihren globalen Aspekten zu fördern. Dabei zeichnete er sich immer durch scharfsinniges Organisationstalent und Begabung für gutes Management aus, verbunden mit einem untadeligen `heiligen' Charakter. Während seines langen Lebens und trotz vieler erduldeter Gefahren und auch brutaler Behandlungen, versuchte er, Brücken der Liebe und des Verstehens zu den weißen Amerikanern zu bauen. Er war bekannt für seine Großzügigkeit und unbedingte Ehrlichkeit und starb mit nur einem Dollar in der Tasche; er hinterließ eine bescheidene Behausung und ein paar persönliche Dinge. Seine Nachfolger sahen in ihm den modernen Apostel Paulus für ein durch Rassenschranken und Ungerechtigkeit geteiltes Land. Weil allgemein schwarze Geschichte und Errungenschaften bisher wenig Beachtung gefunden haben, blieb auch sein Leben lange ziemlich unbekannt. - Im Jahr 1968, sieben Jahre nach seinem Tod, unterstützte die Church of God in Christ Martin Luther Kings (Jr) letzte Bürgerrechtskampagne in Memphis. Die Arbeiter der städtischen Müllabfuhr und sanitären Einrichtungen luden ihn in den großen M. Temple ein, zu dem die meisten von ihnen gehörten. Kings letzte öffentliche Rede am Abend vor seiner Ermordung wurde von der Kanzel des M. Temple gehalten.

weiterlesen ...
Lit.: Nils Bloch-Hoell, the Pentecostal Movement, Its Origin, Development, and Distinctive Character, Oslo, 1964; - Bishop Ithiel Clemmons, Profile of a Churchman: The Life of Otha M. Kelly in the Church of God in Christ, Jamaica, New York, 1976; - Lucille J. Cornelius, The History of the Church of God in Christ, Memphis, Tennessee, 1975; - Klaude Kendrick, The Promise Fulfilled: A History of the Modern Pentecostal Movement, Springfield, Missouri, 1961; - Mary Esther Mason, The History and Life Work of Elder C.H. Mason and His Co-Laborers, no place, no date, c. 1920; - Douglas J. Nelson, A Brief History of the Church of God in Christ, unpubl. ms. 1983; - Vinson Synan, The Holiness-Pentecostal Movement in the United States, Grand Rapids, Michigan, 1971; - David M. Tucker, Black Pastors and Leaders: Memphis, 1819-1972, Memphis, Tennessee, 1975.

Douglas J. Nelson

Letzte Änderung: 09.04.2011