MASON, Charles Harrison, schwarzamerikanischer Pfingstbischof, geistlicher
Vater der Church of God in Christ Inc, der größten nordamerikanischen
pentekostalen Denomination, Sohn ehemaliger Sklaven, * 8.9. 1866
bei Memphis, Tennessee, + 17.11. 1961 in Detroit, Michigan.
- M. begann seine unabhängige missionarische Erweckungstätigkeit,
aufbauend auf Glaubenselementen der Baptistengemeinden und der Heiligungsbewegung,
im Jahr 1897 in Lexington, Mississippi. Dieses geschah nach dem Abbruch
seiner Universitätsstudien, in deren Lehrplänen er wenig über Gott
gefunden hatte. Im Jahr 1907 besuchte er die legendäre Azusa Street
Mission in Los Angeles, Kalifornien, die von seinem alten Freund,
Bischof William J. Seymour geleitet wurde. M. nahm den neu entstehenden
pfingstlerischen Glauben an und kehrte nachhause zurück, nur um dort
selber das Feuer der Erweckung zu entzünden. Eine starke antipentekostale
Fraktion innerhalb seiner eigenen von C.P. Jones gegründeten Heiligungskirche
zog daraufhin aus und bildete eine andere Denomination. M. blieb mit
nur zwölf kleinen Gemeinden in verschiedenen Südstaaten zurück, die
er bis zu seinem Tod im Jahr 1961 bis zu einer Mitgliedschaft von
fast über einer Million Anhänger führte. Gegenwärtig ist die Church
of God in Christ auf über vier Millionen Mitglieder angewachsen. -
Während der formativen Jahre der nordamerikanischen Pfingstbewegung
von 1907 bis 1916 vergab M. großzügig Ordinationsrechte und andere
Rechtstitel auch an viele weiße Pfingstführer in den Südstaaten.
Dieser Kooperation zwischen Schwarzen mit Weißen setzte der wachsende
amerikanische Rassismus ein Ende. Während des ersten Weltkrieges wurde
M. mehrmals verhaftet und mißhandelt, hielt aber an seiner pazifistischen
Grundeinstellung fest. Beim Eintritt der USA in den zweiten Weltkrieg
unterstützte er die nationale Politik gegen den Faschismus. -
M. wirkte von 1907 bis 1961, in welcher Zeit er die Church of God
in Christ zu einem `Staat im Staate' machte und sie leitete - einer
Rekordzeit von 54 Jahren kirchlicher Leitung, die ohne Parallele in
der Geschichte der Vereinigten Staaten ist. Unermüdlich bereiste er
die USA von einer Küste zur anderen und machte auch mehrere Auslandsreisen,
um die christliche Mission in ihren globalen Aspekten zu fördern.
Dabei zeichnete er sich immer durch scharfsinniges Organisationstalent
und Begabung für gutes Management aus, verbunden mit einem untadeligen
`heiligen' Charakter. Während seines langen Lebens und trotz vieler
erduldeter Gefahren und auch brutaler Behandlungen, versuchte er,
Brücken der Liebe und des Verstehens zu den weißen Amerikanern zu
bauen. Er war bekannt für seine Großzügigkeit und unbedingte Ehrlichkeit
und starb mit nur einem Dollar in der Tasche; er hinterließ eine bescheidene
Behausung und ein paar persönliche Dinge. Seine Nachfolger sahen in
ihm den modernen Apostel Paulus für ein durch Rassenschranken und
Ungerechtigkeit geteiltes Land. Weil allgemein schwarze Geschichte
und Errungenschaften bisher wenig Beachtung gefunden haben, blieb
auch sein Leben lange ziemlich unbekannt. - Im Jahr 1968, sieben
Jahre nach seinem Tod, unterstützte die Church of God in Christ Martin
Luther Kings (Jr) letzte Bürgerrechtskampagne in Memphis. Die Arbeiter
der städtischen Müllabfuhr und sanitären Einrichtungen luden ihn in
den großen M. Temple ein, zu dem die meisten von ihnen gehörten. Kings
letzte öffentliche Rede am Abend vor seiner Ermordung wurde von der
Kanzel des M. Temple gehalten.
Lit.: Nils Bloch-Hoell, the Pentecostal Movement, Its
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