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Band V (1993)Spalten 1080-1082 Autor: Johannes Grohe

MAXIMILIAN von Lorch, heiliger Bischof und Märtyrer des 3. Jhds(?). Von M. weiß man historisch gesichert lediglich, daß gegen 700 zu Zeiten des hl. Bischofs Rupert von Salzburg zu seinen Ehren in Bischofshofen im Pongau (südl. v. Salzburg) eine »Cella« überrichtet wurde, was auf eine gewisse Verehrung schon vor Ruperts Zeiten schließen läßt. Ungewiß ist, ob die Cella über einem M.-Grab errichtet wurde. 878 scheint Kg. Karlmann eine Übertragung von Gebeinen des hl. M. nach Altötting veranlaßt zu haben (ob von Bischofshofen aus ist zweifelhaft) und die Grablegung dort in einer von im gestifteten Kapelle zusammen mit den Gebeinen einer Märtyrerin Felicitas. Eine erneute Übertragung der Gebeine M.s fand unter Bischof Pilgrim von Passau um 980 statt, der sie zusammen mit denen des Bischofs Valentin im Passauer Dom bestattete. 1289 wurden beide hll. Bischöfe in ein prächtiges Hochgrab unter der Vierung der Kathedrale überführt. Seit dem Stadtbrand von Passau 1662, der auch die Vierung des Doms einstürzen ließ, gelten die Reliquien bis auf einen kleinen, in einem barocken Reliquiar aufbewahrten Rest als verschollen. In den lit. Quellen des Frühma. gilt zunächst als »confessor«, später als »martyr« und seit dem 1 Jhd. als »episcopus«. In der um 1300 entstandenen Geschichte der Bischöfe von Passau schließlich wird dann M. als erster »archiepiscopus« von Lorch gennant. In die gleiche Zeit fällt auch die Entstehung der historisch wertlosen »Vita Sancti M.«, nach der M. aus Celeia (Celje im heutigen Slowenien) stammte, unter Papst Sixtus II. (257-58) mit der Mission der Provinz Pannonien beauftragt wurde, Erzbischof von Lauriacum (Lorch im SO von Linz) wurde und 281 in Celeia das Martyrium erlitt. Die M.- Verehrung ist verbreitet vor allem in Passau und Linz.

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Quellen und Lit.: ActaSS Octobris, VI, Brüssel 1853, 23-58; - Zur Vita: A. Lhotsky, Quellenkunde zur mittelalterlichen Geschichte àsterreichs (= MIàG Erg.Bd. 19), Graz 1963, 213.- BHL II 850, Nr. 5811-12; - W. Hauthaler, Salzburger Urkundenbuch I, Salzburg 1910, 1-62 (Notitiae Arnonis 1-16; Breves Notitiae 17-52); II Salzburg 1916, A4-A5; - F. Poxrucker, Der heilige Maximilian, in: Verhandlungen des historischen Vereins für Niederbayern 58 (1925), 167-201. (dazu: H. Delehaye, in: AnBoll 45 (1927) 150-51); - K. Künstle, Ikonographie der christlichen Kunst II, Freiburg i. Br. 1926, 450-51; - E. Tomek, Kirchengeschichte àsterreichs I, Innsbruck 1935, 28-30; - M. Heuwieser, Geschichte des Bistums Passau I (=Veröffentlichungen des Instituts für ostbaierische Heimatforschung in Passau 20), Passau 1939, 15-36; - Martyriologium Romanum, hrsg. v. H. Delehaye, Brüssel 1940, 450, 483; - EC VIII 302; - BSS IX 23-25; - R. Bauerreiß, Kirchengeschichte Bayerns I, St. Ottilien 1958, 24-25; - LThK 2VII 204. W. Neumüller, Sanctus Maximilianus nec episcopus, nec matryr, in: Mitteilungen des oberösterreichischen Landesarchivs 8 (1964) 7-42; - J. Oswald, Der hl. MAximilian, in: Bavaria Sancta I, hrsg. v. G. Schwaiger, Regensburg 1970, 59-69 (Lit.); - F. Mader, Wallfahrten im Bistum Passau, München 1984, 18-20; - M. Spindler (Hrsg.), Handbuch der bayerischen Geschichte I, München 1967, 100, 143, 480; 2II München 1987, 686.

Johannes Grohe

Letzte Änderung: 09.04.2011