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Band XXVII (2007) Spalten 1031-1033 Autor: Bernhard Hemmerle

PABEL, Franz, * 12. Mai 1910 in Breslau, † 24. April 2006 in Kriftel, Kirchenmusiker. - Nach dem Besuch des humanistischen "Matthias- Gymnasium" studierte Franz Pabel an der Universität in Breslau Philosophie und Theologie, - belegte aber gleichzeitig die Fächer Musikwissenschaft und Gregorianik. Er schloß das Studium mit den beiden theologischen Prüfungen Philosophicum (1931) und Biblicum (1932) ab. Anschließend folgte das Studium am Institut für Kirchen- und Schulmusik an der Breslauer Universität (Lehrer DKM Dr. Paul Blaschke, Prof. Dr. Heribert Ringmann, GMD Franz von Hoeßlin und Dozent Günther Nierle). 1936 legte F. Pabel das Staatsexamen für Chordirigenten und Organisten ab. Nach dem Tod seines Vaters (1933) trat F. Pabel dessen Nachfolge als Organist und Leiter des Kirchenchores der Breslauer Pfarrei "St. Maria auf dem Sande" an. Die zunächst nebenberufliche Anstellung mündete 1934 in eine hauptamtliche Beschäftigung. Unter der Leitung Pabels steigerte sich das Niveau des Chores von "St. Maria auf dem Sande", der bald auch eine bedeutende Rolle im öffentlichen Musikleben der schlesischen Hauptstadt spielte. 1939 wurde Franz Pabel zur Wehrmacht eingezogen, und dann nach einer Verwundung in Rußland während eines Genesungsurlaubes als Kirchenmusiker an die Pfarrkirche "St. Michael" in seiner Heimatstadt Breslau berufen. 1945 geriet er in russische Kriegsgefangenschaft. Aus dieser kehrte Franz Pabel 1949 zu seiner Familie zurück, die inzwischen in Kriftel eine neue Heimat gefunden hatte. Im Vordergrund stand zunächst der Aufbau einer neuen Existenz. 1950 übernahm F. Pabel die Leitung des Kirchenchores der Pfarrei St. Markus in Ffm.-Nied, die er bis zum 30. April 1972 inne hatte. Am 1. November 1950 trat Franz Pabel die hauptamtliche Kirchenmusikerstelle an St. Peter und Paul in Hofheim an, und übernahm 1953 - auf Wunsch von Bischof Dr. Wilhelm Kempf - zusätzlich die Leitung des Kirchenchores "Cäcilienverein Kriftel" (den er bis 1992 leitete). Mit allen drei Chören veranstaltete Franz Pabel Kirchenkonzerte, die Werke aller Stilepochen - Gregorianik, altklassische Vokalpolyphonie, Wiener Klassik bis hin zur Romantik - beinhalteten. Von 1950 bis 1971 wirkten die Chöre auch bei den Morgenfeiern des Hess. Rundfunks mit. Im überpfarrlichen Aufgabenbereich des Bistums setzte sich Franz Pabel, dem am 1. Januar 1968 von Bischof Dr. Wilhelm Kempf der Titel Kirchenmusikdirektor verliehen wurde, neben seinem Kollegen Karl Fink vor allem für die bistumsinterne Ausbildung der Chorleiter ein. Als Lehrer hat er zudem zahlreiche Organistinnen und Organisten ausgebildet. Neben seinem Hauptberuf hatte Franz Pabel noch Lehraufträge für Musik an der St. Elisabethen-Schule (1956-1985) und für Religion am Main-Taunus-Gymnasium (1956-1980) in Hofheim inne, und war zudem von 1978 bis Ostern 1993 im Kloster vom Guten Hirten in Hofheim als Organist tätig. Franz Pabel wurde am 1. Mai 1975 in den Ruhestand verabschiedet, behielt die Stelle allerdings noch bis zum Dienstantritt seiner Nachfolgerin (1978) inne.

Quellen/Lit.: Sammlung "Kirchenmusiker/-innen im Bistum Limburg", eingestellt in der Bibliothek des Referates Kirchenmusik im Bistum Limburg; - Müller-Horrig, Adelheid, Zum 80. Geburtstag von KMD Franz Pabel, In: Kirchenmusik im Bistum Limburg, Nr. 2/1990, 44; - Freundl. Mitteilungen von Hans-Leo Pabel im Nov. 2003.

Bernhard Hemmerle

Letzte Änderung: 25.02.2007