SCHLEINITZ, Maximilian, Rudolf Frh. v., * 1606 in Warnsdorf (Böhmen), + 13. Oktober 1675 in Leitmeritz im nordwestlichen Böhmen (jetzt Litomerice/Tschechien). Der aus alter Adelsfamilie stammende v. S. studierte in Rom am Collegium Romanum, wo er auch promovierte. Im Jahre 1630 empfing er die Priesterweihe. In seine Heimat zurückgekehrt, wurde er 1633 vom Erzbischof Ernst Kardinal Graf v. Harrach von Prag zum Generalvikar ernannt. Ab 1637 war er Propst des Kollegiatskapitels in Leitmeritz/Litomerice, das er mir Eifer und Umsicht zu einer neuen Diözese ausbaute. Im Jahre 1665 wurde er zum ersten Bischof der neuen Diözese Leitmeritz erwählt. Mit aller Energie kämpfte er gegen das alte böhmische Laienpatronat um seine bischöflichen Rechte. Nach dem dreißigjährigen Krieg, der dem Bistum große Schäden und materielle Verluste zugefügt hatte, legte er die Grundlagen für die künftige Entwicklung dieses Bistums. Während seiner Regierungszeit baute er aus eigenen Mitteln in den Jahren 1663 bis 1670 die gotische Kollegiatskirche in die Leitmeritzer Kathedrale um.
Lit.: J. Schlenz, Geschichte des Bistums und der Diözese Leitmeritz, Warnsdorf 1912-1914, 2 Bde, II; - Handbuch der Diözese Leitmeritz, Warnsdorf 1941; Festschrift 900 Jahre Domkapitel Leitermitz, Prag 1959 (deutsch und tschechisch), dazu Königsteiner Blätter 7 (Königstein i. Ts. 1961), 55-63; - LThK
2VI, 932 f. und IX, 410.
Johannes Madey
Letzte Änderung: 09.04.2011