SCHLOTTMANN, (Christoph Wilhelm) Constantin, protestantischer Theologe und Orientalist, * 7. März 1819 in Minden, 8. November 1887 in Halle a.d.S.. - Der gemäßigt konservative Theologe Schl. verfolgte über seine alttestamentliche Lehr- und Forschungstätigkeit hinaus eine Vielzahl wissenschaftlicher und kirchenpolitischer Interessen. - Als Sohn eines Regierungsbeamten im preußischen Minden geboren, besucht Schl. nach Privatunterricht das dortige Gymnasium. Im Alter von 17 Jahren beginnt er an der Berliner Universität das Studium der Theologie mit dem Ziel des Pfarrerberufs, zunächst im Rahmen eines breit angelegten studium generale mit einem der eigenen Begabung entsprechenden philologischen und philosophischen Schwerpunkt. Die theologische Fakultät der Friedrich-Wilhelms-Universität erfuhr nach geläufigem Urteil in den dreißiger und vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts einen merklichen Verlust des wissenschaftlichen Niveaus, das sich in der Gründungsphase v.a. durch Schleiermachers und De Wettes Wirken etabliert hatte; daß Schl. dennoch nicht wenigstens für ein Semester an einen anderen Studienort wechselt, verhindern die knappen finanziellen Mittel und womöglich auch eine gewisse geistige Genügsamkeit. Der Student schließt sich in Berlin an den erweckten und theologisch vermittelnden Kirchenhistoriker Neander an und zählt zusammen mit Ph. Schaff, J. W. R. Chlebus, D. Erdmann sowie mit seinen persönlichen Freunden H. Rossel, Fr. Beyschlag und J. L. Jacobi - seinem späteren Hallenser Lieblingskollegen und engstem Freund - zu dessen jüngerem Schülerkreis. Mit seiner überdurchschnittlichen Examensleistung steht ihm der Weg in das von H. L. Heubner geleitete Wittenberger Predigerseminar offen, wo Schl. eifrig die Stationen der praktischen Ausbildung für den Kirchendienst absolviert und sich gleichzeitig wissenschaftlich fortbilden kann. 1840 schreibt der junge Kandidat über seine Tätigkeiten: "außer den zu hörenden Vorlesungen haben wir von Zeit zu Zeit zu predigen, zu katechisiren und theologische Vorträge zu halten. Ich gehe mit einigen meiner Freunde auch in eine Kinderbewahranstalt. Es sind meist Kinderchen im Alter von 3-6 Jahren, und es macht mir viele Freude, sie zu beschäftigen und ihnen von den Dingen, die sie umgeben, die ersten Namen und Vorstellungen beizubringen". Im Herbst 1842 kehrt er - offenbar von Neander bestärkt - nach Berlin zurück mit dem Willen, eine akademische Laufbahn einzuschlagen. Die nächsten Jahre finanziert Schl. durch Hauslehrertätigkeit, in der romantisch-erweckten Atmosphäre des Neanderkreises gewinnt das Interesse am Alten Testament Priorität. Charakteristisch ist Schl.s intensives Bemühen um eine aktive Beherrschung des biblischen Hebräisch: Er konversiert auf Hebräisch, schreibt literarische Briefe in der Sprache, seine 1847 eingereichte Lizentiatenarbeit (die wohl an einigen anderen theologischen Fakultäten nicht als adäquate Qualifikation anerkannt worden wäre) ist eine an biblischer Poesie geschulte Sammlung hebräischer Dichtungen, die sich als christliche Bekehrungsrufe an das zeitgenössische Judentum verstehen. Bereits am 7. Februar 1847 kann er sich an der Berliner theologischen Fakultät als Privatdozent habilitieren. Aus Interesse an religionsgeschichtlichen Parallelen zur alttestamentlichen Überlieferung - etwa zur Hiobssage - lernt Schl. Syrisch und Arabisch, er befaßt sich mit Sanskrit und dem Altpersischen. - Politisch einem romantischen Konservatismus mit liberalen Tendenzen zuneigend, artikuliert Schl. angesichts der Revolution des Jahres 1848 seinen preußischen Patriotismus und seine politischen Zukunftshoffnungen. Der erste, Ende 1850 veröffentlichte Kommentar Schl.s zum Buch Hiob zeichnet sich durch gründliche philologische und religionshistorische Gelehrsamkeit aus, ohne daß er systematisch Maßstäbe historischer Kritik anwenden würde; vielmehr leitet ihn immer wieder apologetisches Interesse beim Erweis der Authentizität der Überlieferung. - Von September 1850 bis zum Herbst 1855 amtiert der jetzt ordinierte Schl. als preußischer Gesandtschaftsprediger in Konstantinopel. (Die Stelle wurde 1844 eingerichtet, um die Seelsorge und karitative Leistungen für deutschsprachige Protestanten in der Hauptstadt des Osmanischen Reiches zu professionalisieren und gleichzeitig Preußens Rang als europäische Großmacht an strategisch bedeutsamer Stelle zu dokumentieren, war jedoch nach der Rückberufung des ersten Inhabers, Major, seit dem Frühjahr 1845 unbesetzt geblieben.) In verdienstvoller Gemeindearbeit gelingt Schl. eine stärkere Integration der protestantischen, aus Deutschland und der Schweiz stammenden, meist im Stadtteil Pera beheimateten Kaufleute und Handwerker. Freigeistig-unkirchlichen Tendenzen, die seit 1848 offenbar in der deutschen Gemeinde deutlich im Vordringen begriffen waren, begegnet er mit einer Verkirchlichungsstrategie, etwa durch die Wahl eines Gemeindevorstands und eine Förderung des "entschieden evangelischen Charakter[s]" der deutschen Männervereine. Schl. sammelt als Vorsitzender des evangelisch-deutschen Wohltätigkeitsvereins Spenden in Deutschland, v.a. für das mit Hilfe von Kaiserswerther Diakonissen betriebene Spital, und begründet eine deutsch-evangelische Schule mit. Daneben befaßt er sich intensiv mit der Kultur des östlichen Mittelmeerraums, lernt Türkisch und Neugriechisch und bereist die archäologischen Stätten der Ägäis (zusammen mit dem Konsul O. Blau), Palästinas, Syriens und Ägyptens. Besonders mit dem Grafen A. von Pourtalès, einem der gemäßigt liberalen 'Wochenblattpartei' nahestehenden Neuenburger Adligen (mit einer Tochter des späteren preußischen Kultusministers M. A. von Bethmann-Hollweg verheiratet), der in Schl.s Istanbuler Anfangszeit als Missionschef amtiert, verbindet ihn bald ein Freundschaftsverhältnis. Schl. erlebt den Ausbruch des Krimkriegs (1853-1856) und leistet speziell kriegsgefangenen französischen Fremdenlegionären seelsorgerlichen Beistand. Das journalistisch anspruchsvolle Panorama, das Schl. in einem längeren Artikel der 'Protestantischen Monatsblätter' vom politischen, sozialen und intellektuellen Zustand des Osmanenreichs, des Islam und der orthodoxen Kirchen zeichnet, verrät Begabung zu einer assoziativen Zeitanalyse nach dem Beispiel des Herausgebers der Zeitschrift, des Historikers H. Gelzer. - Im Herbst 1855 folgt Schl. einem Ruf als Theologieprofessor an die Universität Zürich. Die dort vorherrschende liberale politische Atmosphäre hat wohl nochmals zu einer persönlichen Horizonterweiterung beigetragen. Er lehrt in den exegetischen Fächern und in Systematischer Theologie. Den in den Biographien akademischer Theologen klassischen Zeitpunkt für eine Heirat läßt er verstreichen: Eine seiner Schwestern wird in Zukunft den Haushalt des lebenslangen Junggesellen führen. Das Verhältnis zu den liberalen Fakultätskollegen ist zunächst gut, anläßlich der Herbstsynode des Jahres 1858 gerät Schl. allerdings in theologische Auseinandersetzungen mit seinen liberalen Kollegen Biedermann und Schweizer, die Zürcher Presse berichtet negativ über ihn. Zum Wintersemester 1859/60 als Alttestamentler nach Bonn berufen, bleibt Schl. Zürich durch beinah jährliche Besuche zeitlebens eng verbunden. Sein akademisch-pädagogisches Selbstverständnis als alttestamentlicher Exeget drückt Schl. mit folgenden Worten aus: Bei den Studenten möchte er "mit Lust und Liebe eine gewisse Leichtigkeit des Verständnisses für das Alte Testament" erzielen. Weiterhin behält er die universalistische wissenschaftliche Ausrichtung bei, er veröffentlicht mehrere kleinere kirchengeschichtliche Untersuchungen. In der konfessionell gespannten Atmosphäre der Bonner Universität bleiben ihm dabei Konflikte nicht erspart: 1861 wird Schl. von der Bonner katholischen Fakultät angegriffen, obgleich seine Äußerungen über die katholische Kirche des Mittelalters in einem Universitätsprogramm, das die 'Entstehung der Gelehrtenrepublik' behandelt, maßvoll und um Verständnis bemüht, wenn auch nicht ohne historisch motivierte Kritik sind. Die Katholizismuskritik wird durch die wahrgenommenen Erfolge des Ultramontanismus schärfer: In den achtziger Jahren engagiert sich Schl. publizistisch in der Magdeburger Zeitung gegen den Zentrumskatholizismus Windthorsts; am Beispiel Döllingers möchte er in einer lateinischen Streitschrift zeigen, daß die katholische Hierarchie nach dem Infallibilitätsdogma keinen selbständigen Denker mehr ertragen könne (die 'Erasmus'-Schrift führt zu einer - erfolglosen - Beschwerde des Zentrums im preußischen Abgeordnetenhaus). - Wieder in Preußen, engagiert sich Schl. bald auch stark im kirchlichen Rahmen, etwa als Vertreter der Bonner Fakultät auf der Rheinischen (später der Hallenser Fakultät auf der Provinzialsächsischen) Provinzialsynode, als Abgeordneter der zweiten preußischen Generalsynode von 1885, als akademisch-theologischer Referent auf den deutschen evangelischen Kirchentagen, auf Pastoralkonferenzen und mit öffentlichen apologetischen Vorträgen. Dabei spricht er sich kirchenpolitisch (etwa auf dem Stuttgarter Kirchentag von 1869) für die Union und weitergehende Freiheiten der Gemeinden und gegen ein engherzig-konfessionalistisches Luthertum aus, er begrüßt die zunehmende Veränderungsbereitschaft der meisten Lutheraner in dogmatischen Fragen. Dabei weiß er sich eins mit der Mehrzahl der Hallenser Kollegen, die im 1860 berufenen Willibald Beyschlag ihre Zentralgestalt und in den seit 1876 herausgegebenen 'Deutsch-evangelischen Blättern' eine publizistische Plattform haben. Seit 1871 gehört Schl. als eifriger Mitarbeiter der Kommission für die Textrevision der Lutherbibel an, bei den Sitzungen in Halle ist er häufig Vorsitzender. - 1866 wird Schl. zusammen mit Eduard K. A. Riehm als Nachfolger des kritischen Exegeten Hermann Hupfeld als Alttestamentler an die Hallenser theologische Fakultät berufen. In den 21 Jahren seiner dortigen Lehrtätigkeit erwirbt er sich hohe Beliebtheit bei den Studenten. Sein Schüler Arndt charakterisiert Schl.: "Sein anziehender Lehrvortrag wußte auch die trockensten Untersuchungen zu beleben. Er verstand es allenthalben Beziehungen zwischen der semitischen und indogermanischen Litteratur, sowie Berührungen zwischen den Schriften des alten Testaments und den Denkmälern des classischen Alterthums nachzuweisen. Es war etwas von Herder'schem Geiste in ihm, wenn er oft in glänzender Darstellung die Blüthen hebräischer Poesie beschrieb. Seine gründliche Kenntniß und eigene Anschauung des orientalischen Lebens wußte er in ausgezeichneter Weise für seine Vorlesungen nutzbar zu machen. Dagegen lag die Kritik etwas abseits von seinen individuellen Neigungen." - Der ultrakonservative Herausgeber der 'Evangelischen Kirchen-Zeitung', Hengstenberg, wetterte trotz der moderat konservativen Positionierung Schl.s gegen dessen Berufung nach Halle: Er lege trotz einer gewissen konfessionellen Orientierung "auf die Puncte, in denen er sich im Gegensaze gegen die Kirche befindet, so entschieden den Accent", daß das ursprüngliche Verlangen der Hallenser Fakultät, durch die Schaffung einer zweiten Professur für alttestamentliche Exegese die kirchliche Richtung zu befördern, offenkundig mißlungen sei. - Schl. leitet in Halle das alttestamentliche Seminar, in dem schwierigere Bücher des AT gelesen werden (er besteht auf lateinischer Konversation, was für die Zeit bereits untypisch und für viele Studenten zu anspruchsvoll ist). Außerdem bietet er epigraphische Privatissima an, in denen man aramäische, phönizische, himiarische, nabatäische, moabitische, syrische und arabische Texte liest. - Schl. kann als ein Vorreiter der hebräischen Epigraphik bezeichnet werden und veröffentlicht ausführliche, teilweise auch für ein breiteres interessiertes Publikum geschriebene Studien zur Eschmunazar-Inschrift und zur Stele des moabitischen Königs Mesa. Peinlicher Nebeneffekt der Beschäftigung mit dem letztgenannten Artefakt ist Schl.s Verwicklung in einen perfide inszenierten archäologischen Betrug, der sein wissenschaftliches Ansehen - das sich u.a. in der langjährigen Tätigkeit als Sekretär und Vorstandsmitglied der Deutschen morgenländischen Gesellschaft dokumentiert - in Mitleidenschaft zieht: Eine Gruppe von Jerusalemer Antiquitätenfälschern fabriziert, offenbar auf der Basis von Schl.s Publikationen, eine Sammlung von Tongefäßen mit 'moabitischen' Inschriften, die dem preußischen Kultusministerium als Neufund angeboten werden. Maßgeblich auf Schl.s positive Expertise hin kommt 1872 der teure Kauf zustande; obgleich die Mehrheit der orientalistischen Fachwelt nach anfänglicher Zurückhaltung von einer Fälschung ausgeht, gesteht Schl. seinen Irrtum nie öffentlich ein. Paul de Lagarde spricht in seiner gehässigen Dokumentation des Skandals Schlottmann wissenschaftliche Kompetenz weitgehend ab. Es sei unverständlich, wie der Theologe zum Berater des Kultusministers Falk in semitistischen Fachfragen habe avancieren können: "des herrn Schlottmann commentar über Iob ist längst vergessen: proben von irgend welcher einsicht in die semitischen sprachen hat herr Schlottmann nirgends abgelegt: seine epigraphischen arbeiten dürften bei einsichtigen wegen irer auf der hand liegenden mängel nirgends als wertvoll gegolten haben." Erregt über den Prestigeverlust, den der auch im preußischen Landtag diskutierte Vorgang dem Bild der deutschen Semitistik in der Wahrnehmung der ausländischen - v.a. französischen - Fachwelt zufügte, legte Lagarde Wert darauf, "öffentlich festzustellen, daß dem herrn Schlottmann, dem sachverständigen des herrn staatsministers Falk, dinge unbekannt waren, welche einem semitische sprache studierenden jünglinge nach seinem dritten cursus altbekannt und über jeden zweifel erhaben waren". - Bis zu seinem Tod ist Schl. in Lehre und wissenschaftlicher Publizistik aktiv, im akademischen Jahr 1871/72 fungiert er als Rektor der Friedrichs-Universität. Mehrere Lungenentzündungen und eine zunehmend fühlbare Herzinsuffizienz können ihn nicht zu einer Reduzierung seines Arbeitspensums bewegen; einige Tage nach der Rückkehr von einem Kuraufenthalt in Meran stirbt der 68-jährige nach einem Schlaganfall. - Schl. ist in die Gruppe der gemäßigt konservativen biblischen Theologen des 19. Jahrhunderts einzuordnen. Historischer Kritik gegenüber reagiert er vorsichtig, er lehnt die neuen Methoden aber nicht grundsätzlich ab. Auf dem Barmener Kirchentag von 1860 referiert Schl. etwa über die religions- und heilsgeschichtliche Bedeutung des AT für das Christentum: Von der Schöpfung an ist die Entwicklung der menschlichen Geschichte als ein Weg zu Jesus Christus angelegt, durch den Gott der gefallenen Welt das Heil anbietet. Das AT wird auch kulturpolitisch als Quelle für die Überzeugung in Anspruch genommen, daß sich Wohlstand und geordnetes Staatswesen als göttlicher Segen verstehen lassen können; mit seiner Hilfe gelingt es, gesellschaftliche und patriotische Interessen überzeugend zu begründen. Die Umsetzung der aus dem AT gewonnenen Erkenntnisse in christliche Lebenseinstellung und christlichen Lebensvollzug bedeutet 'christliche Bildung'. Was den ethischen und poetischen Gehalt antiker Überlieferung allgemein angeht - so Schl.s apologetische Integration der biblischen Kulturwelt in den Horizont eines humanistischen bürgerlichen Kulturideals -, vertritt der 'Hebraismus' "die höchste zentrale Sammlung", das klassische Altertum dagegen "den höchsten peripheren Reichtum". - Das posthum veröffentlichte 'Compendium der biblischen Theologie' ist von Zeitgenossen als 'wahres Musterbuch' für die bibeltheologischen Anschauungen der theologisch gemäßigt Konservativen bezeichnet worden: Schlottmann selber beschreibt das Gegenstandsfeld der biblischen Theologie als die "wissenschaftliche Darstellung der biblischen Lehre in ihrer geschichtlichen Entwickelung, wie letztere auf dem Grund göttlicher Offenbarung und unter besonderer Leitung des göttlichen Geistes erfolgt ist". Diese Darstellung umfaßt organisch-harmonisierend, d.h. beinahe ohne historische Binnendifferenzierungen, die Stufen von 'Urüberlieferung', 'Gesetz', 'Prophetie', 'theokratischem Gemeindebewußtsein', 'nachkanonischem Judentum', 'Lehre Christi' und 'Lehre der Apostel'. Gegen den Zeitgeist, den er von einem 'krankhaften', einseitig historisierenden Rationalismus bestimmt sieht, möchte Schl. am "Moment wahrhaft göttlicher Offenbarung" in den biblischen Schriften festhalten.
Nachlaß: Autographen in (vgl. Kalliope-Portal): Universitätsbibliothek Tübingen (3 Briefe an Ludwig Diestel, 1872-1877); Bayer. Staatsbibliothek München (2 Briefe an Ignaz von Döllinger, Halle 1881-1887); Universitätsbibliothek Frankfurt/Main (Brief an Eberhard Nestle, Halle 1875); Schlesw.-Holst. Landesbibliothek Kiel (Brief an August Twesten, 1860); Stadtarchiv und Stadthistorische Bibliothek Bonn (2 Briefe an Unbekannt, Bonn 23.4.1851; 4.4.1864); Württ. Landesbibliothek Stuttgart (Brief an Unbekannt, 11.4.1876)
Werke (kursiv: in der biographischen Literatur genannte, nicht identifizierte Titel): (hebr.:) Sire sachar le'isch aschkenazi ascher sar libne jisrael ["Lieder der Morgenröte von einem deutschen Mann, welche er sang den Söhnen Israels"], Berlin 1847; Deutsche Weckstimmen. Von einem Westfalen, Ernst Moritz Arndt gewidmet, Berlin 1850; Beiträge zur Erläuterung des von Spiegel bearbeiteten Anfangs des 19ten Fargard des Vendidad; Dichtung, Sage und Geschichte im Buche Hiob, in: Dt. Zs. f. christl. Wiss. u. christl. Leben, Jg.1 (1850), Nr.21, 165-168; Nr.22, 170-176; Hariçtschandra oder Die indische Hiob-Sage, in: Dt. Zs. f. christl. Wiss. u. christl. Leben, Jg.1 (1850), Nr.23, 178-180; Das Buch Hiob, verdeutscht und erläutert, Berlin 1851; Die deutsche evangelische Gemeinde zu Konstantinopel, in: Dt. Zs. f. christl. Wiss. u. christl. Leben, Jg.2 (1851), Nr.33, 266-268; Nr.34, 269-273; Kommentar zum Buch Hiob, 1851; Ghaselen vom Bosporus, Konstantinopel 1854; über die Altertümer von Samothrake; Kreuz und Halbmond. (Patriotische Phantasien eines Pilgers im Orient), in: Prot. Monatsblätter, Bd.7 (1856), Januar, 12-30; April, 221-259; Über die Grabschrift des Eschmunazar, in: Zs. d. dt. morgenländ. Ges. X, 407-431; Nachtrag: 587ff.; Aus einem Briefe von Prof. Schlottmann, in: Zs. d. dt. morgenländ. Ges. X, 807ff.; Ueber die Bedeutungen der türkischen Verbalformen, in: Zs. d. dt. morgenländ. Ges. XI (1856), 1-49; Von Prof. Schlottmann / Von demselben, in: Zs. d. dt. morgenländ. Ges. XI (1856), 557-560; Joseph von Hammer-Purgstall. Ein kritischer Beitrag zur Geschichte deutscher Wissenschaft (Separatabdruck aus: Monatsschr. d. Züricher wiss. Vereins (1857)), Zürich 1857; Ueber den Begriff des Gewissens, in: Dt. Zs. f. christl. Wiss. u. christl. Leben (1859); De Philippo Melanchthone reipublicae litterariae reformatore. Commentatio qua ad audiendam orationem De idolis baconicis sive De praeiudicatarum opinionum natura ... (pro loco academico), Bonn 1860; De reipublicae litterariae originibus commentatio, Bonn 1861; Zur Herstellung christlicher Wahrhaftigkeit in der kirchlichen Polemik, in: Dt. Zs. f. christl. Wiss. u. christl. Leben (1861), 161f.; Drei Gegner des Schleiermacherschen Religionsbegriffs (Stahl, Philippi, Schenkel), in: Dt. Zs. f. christl. Wiss. u. christl. Leben (1861), 369ff.; Thesen über die Entwicklung der Kirche und die darauf bezüglichen Zeitfragen, 1862; Zur Erinnerung an den Grafen Albert Pourtalés, in: NEKZ 1863; Zur Würdigung der evangelischen Heidenmission, mit besonderer Rücksichtnahme auf Dr. Ferdinand v. Hochstetters Neuseeland, 1863; Baco's Lehre von den Idolen und ihre Bedeutung für die Gegenwart, in: Prot. Monatsblätter, Bd.21 (1863), Februar, 73-98; Der Brautzug des Hohen Liedes (Cap.3, V.6-11), in: ThStKr (1867), Heft 2, 209-243; Eine Abhandlung über die Inschrift Eschmunazar's, Königs der Sidonier (Osterprogramm der Universität Halle-Wittenberg), Halle 1867; Die Inschrift Eschmunazars, Königs der Sidonier, geschichtlich und sprachlich erläutert, Halle 1868; Die Inschrift Mesa's. Transscription und Uebersetzung revidirt nach Ganneaus's u. Warren's letzten Textdarstellungen, in: Zs. d. dt. morgenländ. Ges. XXIV (1870), 253-260; De Romanorum et Germanicarum gentium consortio. Commentatio quam Viro Illustri ac summe Reverendo Friederico Augusto Tholuck ... ad Memoriam Magisterii Semisaecularem ... dicavit, Halle 1870; Zur semitischen Epigraphik ([Miszellen] I-VII), in: Zs. d. dt. morgenländ. Ges. (1870-1879); Die Siegessäule Mesa's, Königs der Moabiter. Ein Beitrag zur hebräischen Alterthumskunde, Halle 1870; Additamenta über die Inschrift Mesa's, in: Zs. d. dt. morgenländ. Ges. XXIV (1870), 438-460; 645-680; XXV (1871), 463-483; Berichtigung: XXVI (1872), 820; Nachschrift: XXX (1876), 326ff.; Der Moabiterkönig Mesa nach seiner Inschrift und den biblischen Berichten, in: ThStKr (1871), 587-634; Neue moabitische Funde und Räthsel, in: Zs. d. dt. morgenländ. Ges. XXVI (1872), 393-416; [Kommentar zum Reisebericht von Lic. Weser in Jerusalem:] 722ff.; Dritter Bericht: 786-797; Aus einem Briefe des Prof. Schlottmann an Prof. Krehl, 816.; Noch eine Berichtigung, 820; Nachschrift: XXVII (1873), 135f.; Sendschreiben an den Hrn. Geh. Hofrath Prof. Dr. Fleischer: XXVIII (1874), 171-184; Eine antiquarische Consular-Untersuchung in Jerusalem. Bericht die behauptete Fälschung der Moabitischen Thonsachen betreffend von Lic. Weser. Vorwort des Einsenders: 460ff.; 768; Das vergängliche und unvergängliche in der menschlichen Seele nach Aristoteles (Osterprogramm der Universität Halle-Wittenberg), Halle 1873; Die sogenannte Inschrift von Parahyba, in: Zs. d. dt. morgenländ. Ges. XXVIII (1874), 481-487; Über den Goel im Buch Ruth, in: Die Psalmen nach der deutschen Übersetzung Dr. Martin Luthers in revidirtem Text mit Erläuterungen und einem die Berichtigungen zum zweiten, dritten, vierten und fünften Buch Mose, zu den Büchern Josua, Richter und Ruth enthaltenden Anhang. Nebst einer Beilage von D. Schlottmann und D. Riehm über den Goel im Buche Ruth und Berichtigungen zu der Schrift: Das erste Buch Mose ... (Hg. Karl Friedrich Schroeder), Halle 1876; in: Dt.-ev. Blätter (1876), 6; in: Anzeiger z. Jen. Allg. Literaturzeitung (1876), Nr.14; in: Allg. Zeitung (1877), Nr.37; Nr.40; David Strauss als Romantiker des Heidenthums, Halle 1878; Erasmus redivivus sive de curia Romana hucusque insanabili. Partis prioris capita V (Osterprogramme der Universität Halle-Wittenberg), Halle 1879.1880.1881; Persisch-aramäische Inschrift auf der Silberschale von Moskau, in: Zs. d. dt. morgenländ. Ges. XXXIII (1879), 292f.; Der deutsche Gewissenskampf gegen den Vaticanismus [aus Kap.2 des 'Erasmus redivivus', üs. von Justus Jacobi, m. e. Vorwort Schl.s], Halle 1882; Über den Strophenbau in der hebräischen Poesie, in: Actes du VIe Congrès international des Orientalistes, Leiden 1884, 473-492; Erasmus redivivus sive de curia Romana hucusque insanabili. Teil 1, Halle 1883; Teil 2, Halle 1889; Artikel in: Eduard C. A. Riehm, Handwörterbuch des biblischen Alterthums für gebildete Bibelleser (2 Bd.e), Bielefeld u.a. 1884 (u.a.: 'Astarte', 111-115; 'Baal', 126-129; 'Chamos', 225ff.; 'Götzendienst', 520-524; 'Hercules', 596-599; 'Jupiter', 799; 'Mesa', 984-986; 'Moab', 1004-1009; 'Moloch', 1010-1013; 'Schrift und Schriftzeichen', 1416-1431); in: Dt.-ev. Blätter (1885), Heft 2, 129-137 [über die revidierte Lutherübersetzung]; Wider Kliefoth und Luthardt: In Sachen der Lutherbibel, Halle 1885; Die Osterbotschaft und Visionshypothese (Osterprogramm der Universität Halle-Wittenberg), Halle 1886; Kompendium der Biblischen Theologie des Alten und Neuen Testaments (Hg. Ernst Kühn), Leipzig 1889 (21895; 31907).
Lit.: Nekrologe: PKZ 1887, Nr.46 (Th. Arndt); Brandt, Zur Erinnerung an D. Constantin Schlottmann, in: Dt.-ev. Blätter, Jg.14 (1889), Heft 3, 187-199; - ADB, Bd.31 (1890), 561-567 (C. Siegfried); - RE3, Bd.17 (1906), 619-621 (Kühn); - Karl Nathanael Pischon, Das Evangelium im Orient und die Noth der deutschen Gemeinde zu Konstantinopel, in: DtZchrWiss, Jg.5 (1854), Nr.42 (21. Oktober), 335-337; - Die evangelische deutsche Gemeinde in Constantinopel, in: PrM, Bd.7 (1856), Juni, 430-432; - Cal. Nathanael Pischon, Die evangelische Gemeinde zu Konstantinopel, in: PKZ (1854), Nr.42 (14. Oktober), 1011-1017; - Heinrich Ewald, in: Jb. d. bibl. Wiss. III, 221-224; IV, 66ff.; - Heinrich Ewald, in: Gött. gel. Anz. (1856), 1401ff.; - Die Verhandlungen des elften deutschen evangelischen Kirchentages zu Barmen im September 1860, Berlin 1860 (4-24); - (Anon.), In Sachen des D. Schlottmann und einiger ultramontanen Theologen zu Bonn, in: NEKZ, 3.Jg (1861), Nr.35 (31. August), 555f.; - Die Amtssuspension Pischons, in: PKZ (1862), Nr.2 (11. Januar), 25ff.; - Fischer, Die preußischen Gesandtschafts-Prediger, in: PKZ (1862), Nr.5 (1. Februar), 97-101; - Nachrichten. Berlin, in: PKZ (1862), Nr.2 (12. Juli), 614f.; - (Ernst W. Hengstenberg), Vorwort, in: EKZ, Bd.80 (1867), Nr.6, 63; - (Anon.), D. Schlottmann und das Vorwort der 'Evangelischen Kirchenzeitung', in: NEKZ, Jg.9 (1867), Nr.7 (16. Februar), 99f.; - Ludwig Diestel, Geschichte des Alten Testaments in der christlichen Kirche, Jena 1869, 562; 666; - (Anon.), Die Siegessäule des Moabiterkönigs Mesa, in: NEKZ, Jg.12 (1870), Nr.18 (30. April), 284f.; - (S.), Die Siegessäule des Moabitischen Königs Mesa aus dem neunten Jahrhundert vor Christo, in: Prot. Monatsb. für inn. Zeitgesch., Bd.36 (Sept. 1870), 161-167; - H. Weser, in: Zs. d. dt. morgenländ. Ges. XXVI, 722-734; - L. Diestel, in: Jb. für dt. Theologie (1876), 451-473; - A. K., Die moabitischen Altertümer, in: PKZ (1876), Nr.20 (13. Mai), 433-437; - E. Kautzsch/A. Socin, Die Echtheit der moabitischen Alterthümer geprüft, Straßburg 1876; - Ad. Koch, Moabitisch oder Selimisch?, Stuttgart 1876; - Euting, in: Wiss. Jahresber. über die morgenländ. Studien im Jahre 1878, Leipzig 1881, 63.65; - Paul de Lagarde, in: Nachr. d. königl. Ges. d. Wiss. zu Göttingen (1878), Nr.10, 357-372; - Paul de Lagarde, Moabitica, in: Symmikta II, Göttingen 1880, 41-87 (66; 77); - Stenographische Berichte der Verhandlungen des Preußischen Abgeordnetenhauses (1881), 11. und 15. März; - Justus Ludwig Jacobi, Professor Schlottmann, die Hallesche Facultät und die Centrumspartei, Halle 21882; - Bernhard Pünjer, in: Theol. Jahresber. (1882), 232; (1883), 257; - Verhandlungen der Ordentlichen Generalsynode der evangelischen Landeskirche Preußens, Bd.2, Berlin 1885, 174-178; - Carl Siegfried, in: Theol. Jahresber. (1885), 25f.; (1887), 27; - Franz Delitzsch, in: Theol. Literaturbl. (1889), Nr.30; - C. Siegfried, Rez.: Schl., Kompendium der biblischen Theologie des Alten Testaments (Hg. Ernst Kühn), Leipzig 1889, in: ThLZ, Jg.14, Nr.20, 5. Oktober (1889), Nr.20, 497ff.; - Wilhelm Schrader, Geschichte der Friedrichs-Universität zu Halle, Teil 2, Berlin 1894 (254.256); - Max Lenz, Geschichte der Königlichen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin. Bd.2, 2. Hälfte: Auf dem Wege zur deutschen Einheit im Neuen Reich, Halle a.d.S. 1918 (113); - 450 Jahre Evangelische Theologie in Berlin (Hg. Gerhard Besier / Christoph Gestrich), Göttingen 1989; - Werner Kreft, Die Kirchentage von 1848-1872, Frankfurt a.M. 1994 (67; 213-216; 284f.; 304); - Das Album Professorum der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn 1818-1933 (Hg. Heiner Faulenbach) (Veröffentlichungen des Archivs der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Bd.10), Bonn 1995 (80f.); - Kurt Nowak, Geschichte des Christentums in Deutschland. Religion, Politik und Gesellschaft vom Ende der Aufklärung bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts, München 1995.