SPIX, Alfons (Walter), katholischer Ordenspriester, Mitglied der »Kongregation von den Heiligsten Herzen Jesu und Mariä und der Ewigen Anbetung des Allerheiligsten Altarssakramentes (SS.CC.)«, auch bekannt als »Picpus-Patres« oder »Arnsteiner Patres«. * 17.6. 1894 in Mönchengladbach, † 9.8. 1942 im KZ Dachau. - Walter Spix besuchte die Missionsschule der Arnsteiner Patres im niederländischen Simpelveld und trat nach Ableistung seines Militärdienstes im Ersten Weltkrieg als 25jähriger 1919 in das Noviziat der Kongregation in Arnstein ein, wo er den Ordensnamen Alfons erhielt. Er legte 1924 die Ordensprofeß ab und wurde 1925 in Simpelveld zum Priester geweiht. Danach wirkte er als Lehrer an der Missionsschule in Lahnstein. 1928 wurde er Superior in Lahnstein, 1933 in Arnstein. 1935 wurde er Mitglied des Provinzialrates und 1938 stellvertretender Provinzial der 1920 errichteten deutschen Provinz. Im Jahre 1941 geriet P. Spix in Konflikt mit der Gestapo. Ihm wurde vorgeworfen, entgegen bestehender Verbote polnische Zwangsarbeiter zum Gottesdienst zugelassen und diese danach auch noch bewirtet zu haben. Da P. Spix diese Verbote aber nicht kannte, begnügte die Gestapo in Koblenz sich zunächst mit einer deutlichen Verwarnung. Als gleichwohl wieder Polen den Gottesdienst besuchten, womit nach dem nun allgemein bekannten Verbot niemand vom Arnsteiner Kloster mehr gerechnet hatte, wurde P. Spix am 19.11. 1941 verhaftet und in das Frankfurter Polizeigefängnis überführt. Der letztlich zur Verhaftung führende Gottesdienstbesuch der polnischen Zwangsarbeiter war, so mutmaßt jedenfalls der damalige Chronist des Klosters Arnstein, von einem Ortsbauernführer initiiert worden, um gegenüber der Gestapo etwas gegen das Kloster in Arnstein in der Hand zu haben. Versuche, P. Spix frei zu bekommen, scheiterten. Er blieb in Schutzhaft, wurde in die Frankfurter Untersuchungshaftanstalt verlegt und Ende Januar 1942 in das KZ Dachau überstellt. Infolge der schlechten hygienischen und medizinischen Verhältnisse und wegen der harten Arbeit im KZ erkrankte P. Spix. Am 9.8. 1942 ist er in der Krankenbracke von Dachau an Darmkatarrh gestorben. Obgleich P. Spix kein Widerstandkämpfer war und sich in Briefen aus der Haftzeit sogar über die »Dummheit« aufgeregt hat, keine Vorkehrungen gegen den weiteren Gottesdienstbesuch von polnischen Zwangsarbeitern getroffen zu haben, wird man ihn gleichwohl als Märtyrer bezeichnen dürfen. In seiner Person hat sich nämlich die Gefahr konkretisiert, die konsequentes Christsein als eine dem Nationalsozialismus entgegengesetzte Grundhaltung für jeden Gläubigen im Dritten Reich bedeutete.
Lit.: Stefan Gerhard Diefenbach SS.CC., Von Arnstein nach Dachau. Zum 50. Todestag von P. Alphons Spix SS.CC. - Opfer des nationalsozialistischen Kirchenkampfes, in: AmrhKG 44 (1992), 269-284; - ders., Von Arnstein nach Dachau - Zum 50. Todestag von P. Alfons Spix SSCC, in: apostel 1992, 45-47; - ders., Pater Alphons (Walter) Spix, in: Helmut Moll (Hrsg.), Zeugen für Christus - Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts, Bd. II, 807-810; - Hubertus Seibert, Die Auseinandersetzungen der katholischen Kirche mit dem Nationalsozialismus im Rhein-Lahn-Gebiet (1931-1942), in: AmrhKG 37 (1985), 157-193; - o.V., Zeuge des Jahrhunderts - P. Alfons Spix SSCC, in: apostel 1999, 78-80.