Verlag Traugott Bautz |
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SPRENGER, Jakob, Dominikaner, * ca. 1435 Rheinfelden, † 6.12. 1495 in Straßburg. - 25.11. 1452 Eintritt in den, der Observanzbewegung des Ordens angehörenden Dominikanerkonvent von Basel. 1464 an der Reform des Kölner Konvents, 1474 an der des Frankfurter beteiligt. Nachdem er den ordensinternen Studiengang durchlaufen hatte, immatrikulierte sich J. S. am 6.4. 1467 an der Universität Köln, um die theologischen Grade zu erwerben. Dort 1468 Sentenziar und 1471 Lizentiat, bald darauf Dr. theol., 1480 Dekan der theol. Fakultät. Ohne seine Lehrtätigkeit aufzugeben war J. S. 1472-1488 Prior des Kölner Dominikanerkonvents, ab 1474 auch Vicarius generalis für die Region »Brabancia«, in der die Konvente dieses Ordens im Rhein- und Maasland zusammengefaßt waren. 1478 wurde er, bis dahin noch zum Basler gehörend, in den Kölner Konvent transfiliiert, von wo aus er 1479-1488 zusätzlich auch das Amt des Inquisitors für den Bereich der Erzbistümer Köln, Mainz und Trier wahrnahm. Diese Aufgaben gab J. S. ab als er 1488 zum Ordensprovinzial der Teutonia gewählt wurde. Wegen seinem Eintreten für die Ordensobservanz war er Verleumdungen bei Papst Alexander VI. ausgesetzt, die zu einer Untersuchung gegen ihn führten, er starb noch bevor seine Rehabilitierung bekannt wurde. - J. S. war als Professor sehr angesehen, seine theologischen Schriften sind jedoch noch unerforscht. Als Inquisitor wandte er sich gegen magische Praktiken, ein besonderes Interesse an Hexenverfolgung läßt sich jedoch nicht nachweisen. Durch das Titelblatt bereits der Erstausgabe des »Malleus maleficarum« von Heinrich Institoris (1487) galt J. S. als dessen Mitverfasser. Durch das Zeugnis von J. S. langjährigem Vertrauten und Sekretär Servatius Vanckel OP ist dies jedoch nicht haltbar (Klose 1972). Am 8.9.1475 begründete J. S. im Kölner Dominikanerkloster die erste Rosenkranzbruderschaft, daß dies in Erfüllung eines Gelübdes, für den Fall des Abzugs des Heeres Karls des Kühnen aus dem Rheinland geschehen sei, ist nicht sicher nachgewiesen.
Lit.: L. Geiger, Johannes Reuchlins Briefwechsel, Tübingen 1875; - J. Hansen, Quellen und Untersuchungen zur Geschichte des Hexenwahns und der Hexenverfolgung, Bonn 1901; - H.C. Klose, Die angebliche Mitarbeit des Dominikaners Jakob Sprenger am Hexenhammer nach einem alten Abdinghofer Brief. In: Paderbornensis ecclesia (Festschr. L. Jäger), Paderborn 1972, 197-205; - G. Löhr, Die Kölner Dominikanerschule vom 14. bis zum 16. Jh., Freiburg/CH 1946, Köln 1948; - H.C. Scheeben, Michael Francisci ab Insulis OP Quodlibet de veritate fraternitatis rosarii. In: Arch. d. dt. Dominikaner 4, 1951, 97-162; - A. Schnyder, Malleus Maleficarum, Bd. 2, Kommentar zur Wiedergabe des Erstdrucks von 1487, Göppingen 1993 (Litterae; 116); - A. Walz, De rosario a Sixto IV ad Pium V., Rom 1959; - ADB 35, 303; - DSP 14, 1176-1178; - DThC 14, 2553 f.; - EncCatt 11, 1178 f.; - T. Kaeppeli, Scriptores Ordinis Praedicatorum medii aevi, Bd. 2, Rom 1975, 341-343, 4 Rom 1994, 137; - LThK2 9, 987.
Walter Senner
Literaturergänzung:
1996
André Schnyder, Formen u. Funktionen d. Erzählens in einigen dämonolog. Exempla d. "Malleus maleficarum" (1487) von Institoris u. S., in: AFP 66.1996, S. 257-292; -
2006
Malleus maleficarum. Ed. and transl. by Christopher S. Mackay. Bd. 1: The Latin text and introd. Cambridge 2006, Bd. 2: The English translation. Cambridge 2006; -
2008
Dries Vanysacker, "Bibliotheca Lamiarum". (4) Witchcraft, exorcism, possession, diabolism and temptation. Frontiers of faith in early modern Europe, in: RHE 103.2008, S. 179-193.
Letzte Änderung: 09.04.2011