ZAPATA, Antonio, Bischof, Kardinal und Generalinquisitor von Spanien, * 8.10. 1550 in Madrid, † 27.4. 1635 in Madrid. Z. studierte kanonisches Recht in Salamanca und verzichtete als Erstgeborener des Grafen von Barajas auf sein Nachfolgerecht, um die geistliche Laufbahn einzuschlagen. Dies brachte ihm die besondere Gunst Philipps II. ein, der ihn förderte. 1587 wurde Z. mit Unterstützung des Königs zum Bischof von Cßdiz geweiht. Wegen seiner großen Verdienste in diesem Amt, wählte ihn das Domkapitel von Pamplona zum Bischof. 1597 übernahm Z. diese Diözese. Während der Pest 1599 soll er die Warnungen seiner Ratgeber mißachtet haben und von einer Inspektionsreise zu seinem Bischofssitz zurückgekehrt sein, um den Kranken persönlich die Sakramente zu verabreichen. Ebenso soll er die Hospitäler und die Häuser der Armen besucht haben, um ihnen Trost und Geld zu spenden. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger hatte er keinen Streit mit seinem Domkapitel. Im September 1600 wurde Z. zum Erzbischof von Burgos berufen. Er widmete sich dort besonders der Ausbildung des Klerus und bediente sich dazu der Hilfe der Jesuiten.
Am 9. Juni 1604 erhielt Z. den Kardinalshut und ließ sich von seinen Pflichten als Erzbischof von Burgos entbinden, um im Auftrag Philipps III. als »Protektor der Spanier« nach Rom zu gehen. Dort erhielt er am 2. Juni 1605 feierlich vom Papst den purpurnen Mantel. Schon bald berichtete Z. nach Madrid, daß die Untertanen des Katholischen Königs am päpstlichen Hof schlechter als die des Allerchristlichsten Königs (Heinrichs IV. von Frankreich) behandelt würden und daß in Rom für Geld alle möglichen Dispense und Ämter zu haben seien. Ebenso beklagte er die wenig beispielhafte Lebensweise spanischer Mönche und Nonnen, die sich in Rom aufhielten. 1611 vertrat der Kardinal den spanischen Botschafter in Rom, Francisco de Castro, während dessen Abwesenheit und fungierte bald darauf als Inquisitor.
1617 kehrte Z. nach Spanien zurück und wurde 1618 zum Staatsrat ernannt. 1620 ging Z. als Vizekönig nach Neapel, von wo aus er im selben Jahr nach Rom reiste, um an der Wahl Gregors XV. teilzunehmen. In Neapel versuchte der Kardinal, die Bevölkerung für sich zu gewinnen, indem er großzügig Audienzen gab und sich ohne Gefolge in der Stadt bewegte. Eine durch Mißernten verursachte Hungersnot provozierte jedoch Massenproteste, die ihn veranlaßten, um seine Ablösung zu bitten. Noch bevor sein Nachfolger, der Herzog von Alba, eintraf, verließ Z. Neapel heimlich am 22. Dezember 1622. - Philipp IV. beauftragte Z. 1625 mit der Verwaltung des Erzbistums Toledo, dessen Amtsinhaber, der »Kardinalinfant« Ferdinand, ein Bruder des Königs, mit politischen Aufgaben betraut war. In seiner Abhandlung »Un discurso ...« tadelt Z. die Praxis, kirchliche Ämter mit Personen zu besetzen, die diese Ämter nicht selbst ausüben. Diese offene Kritik an seinem König hat dem Kardinal jedoch nicht geschadet.
Nachdem Z. durch Urban VIII. am 30. Januar 1627 zum Generalinquisitor von Spanien ernannt worden war, widerrief er alle Ausnahmegenehmigungen zum Lesen verbotener Bücher und stellte einen neuen verschärften Index für Spanien und Sizilien auf. 1632 gab er das Amt des Generalinquisitors auf. Zwischen 1623 und 1634 war Z. aktives Mitglied des Staatsrates und wirkte an den Entscheidungen dieses für die damalige Weltpolitik wichtigsten Gremiums mit. Bei der Frage, ob der Krieg gegen die abtrünnigen niederländischen Provinzen fortgeführt werden sollte, setzte der Kardinal sich aus Kostengründen für eine Beendigung ein. Z. starb 84jährig, nachdem er vier Monate zuvor von allen seinen Ämtern zurückgetreten war.
Werke: Constituciones synodales del obispado de Cßdiz, 1594; Constituciones y Reglas del Colegio Seminario de San Bartolomé de la ciudad de Cßdiz, 1601; Estatutos del colegio de San Nicolßs de Burgos, 1604; Memorial al Rey sobre abusos de la dataría (1607), gedr. bei Quintín Aldea, Iglesia y Estado en la España del siglo XVII, 1961, S. 217-233; Index librorum prohibitorum et expurgatorum Illmi. a. Rmi. D. D. Bernardi de Sandoval et Roxas... denuo cum appendicibus usque hodie in lucem editis, typis mandatus ab... D. Antonio Zapata..., Palermo 1628; Un discurso de la obligación en conciencia y justicia ...(o.O.o.J.); Novus index librorum prohibitorum et expurgatorum, Sevilla 1632.
Lit.: J. de la Concepción, Emporio del orbe, Cßdiz ilustrada, 1689; - F. Ruiz de Vergara y J. de Roxas y Contreras, Historia del Colegio viejo de San Bartolomé de Salamanca, I, Madrid 1766; - F. H. Reusch, Der Index der verbotenen Bücher, 1885; - M. Arigita, Don Antonio Zapata, 1897; - M. Fernßndez Conde, España y los Seminarios Tridentinos, 1958; - Quintín Aldea, Iglesia y Estado en la España del siglo XVII, 1961; - E. Zudaire, El conde-duque y Cataluña, 1964; - Antonio Domínguez Ortiz, La sociedad española en el siglo XVII, II, El estamento eclesißstico, 1970; - Diccionario de Historia Ecclesißstica de España, IV, 1975; - John Huxtable Elliott, The Count-Duke of Olivares. The Statesman in an Age of Decline, 1986.